Petersen (l.), Schmitz und Torschütze De Bruyne (r.) jubeln über Werders 2:0 © getty

Bremen zeigt sich gegen Fortuna unbeeindruckt vom Allofs-Schock. Schaaf ist zufrieden. Arnautovic sorgt für Ärger.

Bremen - Die Bremer Fans feierten demonstrativ ihre Werder-Mannschaft.

Am Ende von Spiel eins nach dem Abschied von Geschäftsführer Klaus Allofs in Richtung VfL Wolfsburg gelang den Hanseaten mit dem 2:1 (0:1) gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (Bericht) der ersehnte Befreiungsschlag und Sprung auf Tabellenplatz sieben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Erleichterung war allerorten spürbar. ( 640535 DIASHOW: Der 12. Spieltag )

Chefetage sucht Allofs-Nachfolger

Unterdessen arbeiten die Verantwortlichen an einer Lösung in der Allofs-Nachfolge.

"Wir hatten eine Shortlist, wo wir eine handvoll von Namen der Kandidaten drauf haben, auf die wir uns geeinigt haben im Aufsichtsrat, im Laufe der Woche, mit einem klaren Profil dass wir erstellt haben. Einen gestandenen erfahrenen Manager in der Bundesliga erfahrenen zu holen, dass ist sehr sehr schwer, weil die meisten von den Guten unter Vertrag sind. Wir wollen eigentlich niemanden aus einem laufenden Vertrag rauskaufen", sagte Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke bei "sky".

Beiersdorfer kommt nicht

Eine Absage ereilte die Hanseaten von Dietmar Beiersdorfer.

"Er hat uns leider gestern Nacht mitgeteilt, dass er leider nicht zur Verfügung steht", so Lemke, der allerdings bestätigte, dass Marco Bode und Frank Baumann in den Plänen eine Rolle spielen.

Werder unbeeindruckt

Scheinbar unbeirrt von den Ereignissen in den Chaostagen während der vergangenen Woche und hochmotiviert erledigte Werder seine Hausaufgabe.

"Es war mir vorher klar, dass die Ereignisse während der vergangenen Woche keinen Einfluss auf die Mannschaft haben würden. Das zeigt auch, wie sie sich heute eingebracht und gekämpft hat. Sie hat Ballbesitz gehabt bis ins Unendliche, aber dennoch zu wenig daraus gemacht", meinte Werder-Coach Thomas Schaaf.

22:4 Torschüsse wies die Statistik für die Grün-Weißen aus.

Allerdings war es der Aufsteiger aus Düsseldorf, der in der zehnten Minute zunächst in Führung ging. Innenverteidiger Jens Langeneke verwandelte nach Sokratis-Foul einen Strafstoß.

Kopfstoß von Arnautovic

Und für die Bremer hätte es noch schlimmer kommen können. Denn im ersten Spielabschnitt hatte Bremens Arnautovic Glück, dass ein versuchter Kopfstoß gegen Langeneke vom Schiedsrichter lediglich mit Gelb und nicht als Tätlichkeit geahndet wurde.

"Natürlich trifft er mich an der Stirn mit einer deutlichen Kopfstoßbewegung. Wenn das nicht Rot ist und der Schiedsrichter, der direkt daneben steht, das nicht sieht, weiß ich auch nicht", sagte Langeneke hinterher bei LIGA total!: "Muss ich mich beim nächsten mal hinwerfen und auf dem Boden wälzen, damit das geahndet wird?"

Lukimya fliegt vom Platz

Die Bremer ließen sich dadurch aber nicht beeindrucken. Sechs Minuten nach Wiederbeginn erzwangen die Gastgeber den Ausgleich durch Petersen.

Den Platzverweis gegen die Bremer gab es dann aber doch. Die Schlussphase mussten Werder ohne Assani Lukimya bestreiten.

Der Ex-Düsselorfer sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (77.).

De Bruyne trifft zum Sieg

Aber auch in Unterzahl spielte Bremen weiter couragiert auf den Siegtreffer. Kevin de Bruyne (82.) sorgte mit seinem Treffer schließlich für das grün-weiße Happy End.

"Das war ganz wichtig und zeigt, dass unsere Moral intakt ist", meinte Werder-Keeper Sebastian Mielitz zum Sieg in Unterzahl.

Durch den Dreier gelang den Bremern der größte Sprung in der Tabelle, machte fünf Plätze gut. "Wir sind jetzt oben dabei und da wollen wir auch bleiben."

Meier gibt sich zufrieden

Zu einem der ersten Gratulanten nach dem Abpfiff gehörte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier, der neben Schaaf Ende der 80er Jahre 157-mal zusammen für Werder gespielt hatte.

"Ich habe eine gute Fortuna-Mannschaft gesehen, die alles in die Waagschale geworfen hat. Aber wir haben zwei entscheidende Fehler gemacht. Auf dieser Leistung können wir dennoch aufbauen. Wir haben uns hier weder versteckt, noch abschlachten lassen."

Aussagen erinnern an Durchhalteparolen

Seine Worte klingen wie Durchhalteparolen, denn immerhin wartet die Fortuna seit nunmehr sieben Begegnungen auf ein Erfolgserlebnis. Düsseldorf kassierte in Bremen bereits die sechste Pleite in den letzten sieben Spielen.

"Wir sind einfach nicht clever genug, wir hauen uns die Dinger im Prinzip selbst rein. Das wird langsam nervig", klagte Kapitän Andreas Lambertz.

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