Manuel Neuer spielt seit 2011 für den FC Bayern München © getty

Der Bayern-Keeper sieht die vielen Wechsel beim 1:1 in Nürnberg nicht als Problem. Nachfragen zum Gegentor bügelt Neuer ab.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

Nürnberg/München - 170 Kilometer sind es vom Stadion in Nürnberg nach München an die Säbener Straße.

Genug Zeit für die Stars des FC Bayern, auf der Busfahrt zurück in die Heimat über das Remis im Derby (Nachbericht: Bayern motzt nach Derby) nachzusinnen.

Jupp Heynckes hatte das Team des Spitzenreiters neu sortiert, die Viererkette stand in dieser Saison erstmals so auf dem Platz und auch für Anatoliy Tymoshchuk war es im defensiven Mittelfeld die Premiere an der Seite von Bastian Schweinsteiger.

Als Grund für das 1:1 wollte diese Umstellungen aber kein Bayern-Profi ausmachen.

Und dank Schalkes Pleite in Leverkusen ist Bayerns Vorsprung sogar auf acht Punkte gewachsen (DATENCENTER: Bundesliga).

Vertrauen in Bayern-Bank bleibt

Von zwei Gesichtern der Bayern-Defensive in Halbzeit eins und zwei wollte jedenfalls Manuel Neuer nichts wissen ( 640535 DIASHOW: Der 12. Spieltag ).

"Das sehe ich anders", sagte der FCB-Keeper auf SPORT1-Nachfrage. Letztlich sei Nürnberg - von Feulners Distanztreffer abgesehen - nur durch Standards gefährlich geworden.

"Ich denke, wir haben genug Gegenbeispiele gehabt in der Saison, als die Bank auch Spiele gewonnen hat", ergänzte Neuer.

"Es ist so, dass wir sehr viele Spiele in den vergangenen Wochen und Monaten hatten, der Trainer muss dann darüber nachdenken, wer wann und wie viel spielt."

Heynckes: "Das ist dann schon schwierig"

Heynckes verteidigte seine Wechsel mit Blick auf die angeschlagenen Mario Gomez, Franck Ribery, Arjen Robben und Jerome Boateng.

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Doch er räumte ein: "Natürlich spielen dann auch Spieler, die nicht so viel Spielpraxis haben, das ist dann schon schwierig. Nichtsdestotrotz: Die Jungs haben alles gegeben, ich kann niemanden einen Vorwurf machen."

Für das Champions-League-Spiel in Valencia werden Ribery und Gomez wieder im Kader stehen (NEWS: Ribery und Gomez zurück im Kader).

Helmer versteht Pause für Lahm

Sogar Dauerbrenner Philipp Lahm hatte Heynckes eine Verschnaufpause verordnet, brachte ihn erst in der 62. Minute, als Nürnberg schon ausgeglichen hatte.

SPORT1-Experte Thomas Helmer zeigte für Lahms Pause Verständnis. Schließlich habe der Bayern-Kapitän bisher fast alle Spiele gemacht, irgendwann müsse es ja das Ziel sein, auch ihn ersetzen zu können.

"Irgendwann wird er sich ja mal verletzen, was wir nicht hoffen wollen, oder hat eine schlechte Phase, dann muss ich jemanden dahinter haben", sagte Helmer im Volkswagen Doppelpass.

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"Wenn ich das nicht mache, ist das nicht gut für die Mannschaft."

Allerdings war es Lahms Vertreter Rafinha, der sich freistehend vor FCN-Keeper Raphael Schäfer die Chance auf das 2:0 entgehen ließ.

Bayern-Spiel "kaputtgefoult"?

Nach Nürnbergs Ausgleich wirkte Bayerns Offensive wie ein Geländewagen, der auf Glatteis erstmal keinen Halt findet.

"In der Schlussphase des Spiels hat uns eine Großchance gefehlt, wenn man die nicht hat, kann man auch das 2:1 nicht machen", grantelte Neuer.

Zugleich ärgerte er sich wie Bastian Schweinsteiger über die teilweise deftige Arbeitsweise der Franken. "Unser Spiel wurde in einigen Situationen quasi kaputtgefoult."

"Jeder Ball ist haltbar"

Doch vor allem nervte Neuer der verflixte Gegentreffer. Jener Ball von Feulner, der urplötzlich die Richtung änderte und den Nationalkeeper auf der Linie als Flattermann dastehen ließ.

Neuer sah jedenfalls darin keinen eigenen Fehler, nur so sind seine gereizten Reaktionen auf Nachfragen zu verstehen. In der Vorsaison hatte er Patzer wie die gegen Gladbach noch bereitwillig eingeräumt.

"Der Ball bekommt eine Flugkurve, die noch nie erlebt habe", kommentierte er die Situation.

Neuer angefressen

Von außen stellt sich aber die Frage, welche Rolle der neuen Konkurrenzsituation durch Rene Adler in der Nationalelf für Neuers Gemütszustand zukommt.

"Im Prinzip ist jeder Ball ist haltbar", ließ Neuer mit leichter Süffisanz die Reporter wissen, aus seiner Sicht und der von Trainer Heynckes war es dieses krumme Ding aber nicht.

"In der zweiten Hälfte gab es für mich zwei schwierige Bälle", berichtete der 26-Jährige.

"Der erste war sehr schwer, der zweite auch, den habe ich auf der Linie gerettet, aber da denkt ja keiner mehr dran."

Valencia wartet

Neuer selbst wird nun versuchen, die aus seiner Sicht unglückliche Situation rasch zu vergessen, bereits am Dienstag muss der FCB in Valencia bestehen.

"Das ist für uns Alltag", sagte Neuer zum strammen Programmwechsel Richtung Champions League. Einen Kräfteverschleiß befürchtet er nicht.

Zumindest diesen Zweck hat Heynckes' Rotation erfüllt.

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