Naldo spielte von 2005 bis 2012 für Werder, ehe er nach Wolfsburg wechselte © getty

Wolfsburgs Innenverteidiger Naldo spricht vor der Partie in Hoffenheim bei SPORT1 über den neuen VfL-Manager und das Klub-Image.

Von Christian Paschwitz

München - Er ist eines der Paradebeispiele für Klaus Allofs' untrügliches Gespür auf dem Transfermarkt.

2005 holte Allofs den Brasilianer Naldo von Esporte Clube Juventude nach Europa und der Innenverteidiger funktionierte sofort, wurde gleich in der ersten Saison Stammspieler bei Werder Bremen.

Mit Allofs verhandelte Naldo über neue Verträge, maß sich sogar mit dem Europameister von 1980 gelegentlich bei Trainingsspielen.

Und als Mitte der Woche Allofs bei Naldos neuem Klub VfL Wolfsburg angeheuert hat, freut sich der Brasilianer ganz besonders.

Nach einer für den Defensivspezialisten bisher allenfalls mäßigen Saison hofft der 30-Jährige jetzt auch mit dem neuen VfL-Manager Allofs auf den Umschwung.

Im SPORT1-Interview spricht Naldo über die Partie in Hoffenheim (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER), Allofs' Arbeitsweise und das Wiedersehen mit Ex-Werder-Keeper Tim Wiese.

SPORT1: Naldo, erst mal vorweg gefragt: Wie geht es Ihnen eigentlich persönlich nach dem ganzen Rummel beim VfL in den letzten Tagen?

Naldo: Mir geht es gut. So ist das eben im Fußball. Aber jetzt ist der Wechsel von Klaus Allofs fix, die Debatte beendet und wir können wieder ganz normal auf dem Platz arbeiten.

SPORT1: Wie groß ist denn die Freude, dass Klaus Allofs jetzt wirklich da ist?

Naldo: Ich bin superglücklich und zufrieden. Ich habe schon in Bremen sieben Jahre mit Klaus Allofs zusammengearbeitet und er ist ein wirklich guter Manager. Er hat ja auch Diego und mich damals zu Werder geholt. Und deswegen hoffe ich, dass er uns auch hier entscheidend weiterhelfen kann.

SPORT1: Was hat Allofs zu Ihnen persönlich gesagt und was für einen Eindruck macht er auf Sie so kurz nach seiner Ankunft?

Naldo: Klaus Allofs ist froh, dass ich hier bin und hat mir gesagt, dass ich - wie schon in Bremen - meine Leistung zeigen soll. Auch ich selbst weiß, dass ich inzwischen ein erfahrener Mann bin und nicht nur in jedem Spiel meine Leistung bringen, sondern auch die Mannschaft mit führen muss.

SPORT1: Sie betonen immer wieder, was für ein guter Manager Klaus Allofs sei und was für ein gutes Näschen für neue Spieler er habe. Wo genau liegen seine Stärken noch?

Naldo: Wenn es einem Spieler zum Beispiel mal schlecht geht, kann er immer mit Klaus reden. Er ist jeden Tag auf dem Platz beim Training, auch jetzt hier in Wolfsburg. Gerade für so einen großen Kader, wie wir ihn in Wolfsburg haben, in dem nicht alle Spieler spielen können und deshalb auch nicht alle zufrieden sind, kann er sehr wichtig sein. Und wie schon gesagt hat er ein gutes Näschen für neue Spieler. Auch wenn wir schon einen großen und guten Kader haben, kann ein guter Neuzugang nie schaden.

[kaltura id="0_29mp052l" class="full_size" title="Allofs hat eine neue Liebe"]

SPORT1: Hat sich Allofs seit seiner Zeit bei Werder vielleicht trotzdem etwas verändert?

Naldo: Nein, er ist derselbe gute Typ wie immer. Natürlich ist es für ihn nicht einfach, nach 13 Jahren von Werder wegzugehen. Aber wir sind ja auch noch da und werden ihn so gut es geht unterstützen.

SPORT1: Allofs hat bereits angekündigt, den großen Wolfsburger Kader mit immerhin 35 Spielern - ohne die derzeit Verliehenen - etwas schlanker machen zu wollen. Haben Sie Sorge, dass es dabei auch Sie treffen könnte?

Naldo: Klaus Allofs hat gesagt, dass er sich in Wolfsburg erst Mal einen Überblick verschaffen will. Ich gehe davon aus, dass ich hier sehr gute Arbeit leiste und mich in den drei Monaten, die ich inzwischen hier bin, auch verbessert habe. Ich bin Stammspieler hier und will genauso weitermachen.

SPORT1: Der VfL hat in der Bundesliga nach wie vor ein etwas graues Image, obwohl in den Verein viel Geld hinein gepumpt wurde. Kann Allofs Wolfsburg dieses Image verändern?

Naldo: Natürlich wird er seinen Teil dazu beitragen, den VfL noch sympathischer zu machen. Aber erst mal ist es wichtig, in der Tabelle wieder Schritt für Schritt nach oben zu kommen. Gegen Hoffenheim wollen wir wieder eine gute Leistung zeigen und möglichst die drei Punkte holen. Die Tabelle ist außerdem recht eng, da kann es mit drei Siegen hintereinander ganz schnell gehen.

SPORT1: Beim Spiel gegen Hoffenheim treffen Sie auch auf Ihren ehemaligen Kollegen Tim Wiese. Ist das ein besonderes Duell für Sie?

Naldo: Ja, denn auch mit Tim habe ich sieben Jahre lang in Bremen zusammen gespielt. In dieser Zeit haben wir viel erlebt, und er ist ein guter Freund geworden. Deswegen wird dieses Spiel bestimmt etwas komisch. Aber wir sind beide Profis und wollen beide gewinnen. Wir erwarten ein sehr schweres Spiel, schließlich steht Hoffenheim in der Tabelle vor uns. Wir müssen alles geben.

SPORT1: Wird das Duell mit Werder am nächsten Wochenende dann auch komisch und für Allofs vielleicht ganz besonders schwer?

Naldo: Ich denke schon, dass es für Klaus Allofs gegen Werder schwierig wird - vor ein paar Tagen war er ja noch Manager bei Werder, und jetzt ist er in Wolfsburg. Aber so ist das eben manchmal im Fußball. Klaus braucht sich aber keine Sorgen machen, denn er hat alles für Werder gemacht.

SPORT1: Welche Rolle spielt momentan Lorenz-Günther Köstner für die Entwicklung in Wolfsburg?

Naldo: Er ist ein sehr guter Trainer und redet viel mit den Spielern. Vor allem hört er sich auch ihre Meinung an und hat der Mannschaft damit schon viel geholfen.

SPORT1: Es wird momentan natürlich viel über den Trainerposten beim VfL spekuliert. Oft heißt es auch, dass Allofs einen neuen Trainer sucht. Wie sehen Sie das? Würden Sie sich freuen, wenn zum Beispiel Thomas Schaaf nach Wolfsburg kommen würde?

Naldo: Das ist Aufgabe von Klaus, nicht von uns. Im Moment ist Lorenz-Günther Köstner meiner Meinung nach der beste Trainer für Wolfsburg. Aber wie gesagt: Das ist Klaus' Entscheidung und nicht meine.

SPORT1: Wie sehen Sie es, dass Allofs auf der Bank Platz nehmen will?

Naldo: Das finde ich gut. Das hat er in Bremen auch schon gemacht, warum also auch nicht hier?

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