Klaus Allofs verließ Werder Bremen nach 13 Jahren in Richtung VfL Wolfsburg © imago

Vor der Partie in Hoffenheim kann der neue VfL-Manager das Potenzial des Teams noch nicht einschätzen. Von Köstner gibt es Lob.

Wolfsburg - Vieles wird sich für Klaus Allofs in Wolfsburg ändern, aber eines bleibt im Vergleich mit seiner Bremer Zeit gleich.

"Ich sitze mit auf der Bank", kündigte Allofs vor seinem ersten Spiel als VfL-Manager am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) bei 1899 Hoffenheim an.

Was er dort erleben wird, weiß der neue starke Mann der Wölfe selbst nicht so genau.

Die von seinem Vorgänger Felix Magath teuer zusammengekaufte Mannschaft ist auch für Allofs noch eine Wundertüte.

Allofs ist optimistisch

"Ich bin selbst gespannt. Ich kann noch nicht sagen, was sie leisten kann oder wie sie im Ernstfall reagiert", sagte der 55-Jährige.

Angesichts der ersten Trainingseindrücke sei er jedoch optimistisch: "Mein Gefühl sagt mir: Das sieht gut aus."

Bevor er es sich aber auf der Bank neben Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner gemütlich macht, wird Allofs sicher mit viel Interesse das zweite Sonntagsspiel verfolgt haben.

Zwei Stunden vor dem Anpfiff in Hoffenheim kämpft sein Ex-Klub Werder Bremen gegen seinen zweiten Ex-Klub Fortuna Düsseldorf (So., ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) um Bundesligapunkte.

Keine Zeit für Sentimentalitäten

Für Allofs wird es ein seltsames Gefühl sein, Werder-Trainer Thomas Schaaf, mit dem er mehr als ein Jahrzehnt Seite an Seite gearbeitet hat, von der Ferne aus zu beobachten.

"Auch mir tut es leid, dass nach 13 Jahren die Zusammenarbeit nicht mehr Bestand hat", sagte Allofs, der beim bislang letzten Sieg der Düsseldorfer in Bremen vor 35 Jahren in der Fortuna-Startelf gestanden hatte.

Für Sentimentalitäten hat der ehemalige Nationalspieler seit seinem spektakulären Wechsel nach Wolfsburg aber kaum Zeit.

"Ich habe sehr viele Gespräche geführt, über die Mannschaft, über die Situation", sagte Allofs.

Trotz der vielen Arbeit fühle er sich nach dem Ende der Spekulationen von einer Last befreit: "Die Erleichterung hat die Erschöpfung verdrängt."

[kaltura id="0_29mp052l" class="full_size" title="Allofs hat eine neue Liebe"]

Lob von Köstner

Interimscoach Köstner ist voll des Lobes über den neuen Manager. "Seriös, ruhig, sachlich - sein Auftreten passt sehr gut zu unserem Klub", sagte der 60-Jährige:

"Er kommt mit einem ganz, ganz großen Fachwissen, das uns alle befruchten kann."

Das Lob gab Allofs postwendend zurück: "Der positive Eindruck, den ich vom Zustand der Mannschaft habe, ist sicher auch ein Verdienst von Lorenz."

Kommt Slomka für Köstner?

Es ist jedoch fraglich, ob Köstner auch in der Rückrunde noch Cheftrainer in Wolfsburg ist.

Hartnäckig halten sich am Mittellandkanal die Gerüchte um Hannovers Coach Mirko Slomka, der seinen auslaufenden Vertrag noch immer nicht verlängert hat.

Und obwohl es beide Parteien vehement bestreiten, wird auch der Name Thomas Schaaf nach wie vor gehandelt.

Bremens schwere Vorbereitung

Schaaf gab zu, dass der Wirbel um den Allofs-Wechsel die Vorbereitung auf das Spiel gegen Düsseldorf erheblich erschwert habe.

"Es ist normal, dass das keine Woche wie jede andere war", sagte der 51-Jährige: "Deshalb ist es vielleicht ganz gut, dass wir erst am Sonntag spielen."

Vor der Fortuna warnte der Werder-Trainer: "Man muss festhalten, dass Düsseldorf in dieser Saison schon viele Ausrufezeichen gesetzt hat. Man merkt, welcher Elan in dieser Truppe steckt".

Strafe für Voronin

Auch bei den Düsseldorfern lief die Vorbereitung nicht optimal, weil der krankgeschriebene Stürmer Andrej Voronin mit seiner Feier in einem Club für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Fortuna sprach eine Abmahnung und eine Geldstrafe für den ukrainischen Edelreservisten aus.

"Wir müssen hier aufpassen, dass sich meine ganze Herde nicht hinter dem Thema Voronin verschanzt", erklärte der Fortuna-Coach und ehemalige Werder-Profi Norbert Meier, der auf Mittelfeldspieler Oliver Fink (muskuläre Probleme) verzichten muss.

Kapitän Andreas Lambertz wird dafür wieder in die Startelf zurückkehren.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf

(So., ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Schmitz - Junuzovic - Arnautovic, Hunt, de Bruyne, Elia - Petersen

Düsseldorf: Giefer - Levels, Langeneke, Juanan, van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Garbuschewski, Ilsö (Rafael), Bellinghausen - Kruse

Schiedsrichter: Sippel (München)

1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg

(So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Hoffenheim: Wiese - Beck, Jensen, Delpierre, Johnson - Williams, Rudy - Roberto Firmino, Volland, Usami (Grifo) - Joselu

Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Kjaer, Marcel Schäfer - Polak, Josue - Hasebe, Diego, Olic - Dost

Schiedsrichter: Perl (Pullach)

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