Patrick Herrmann (l., mit Marco Reus) kam 2008 vom 1. FC Saarbrücken nach Gladbach © getty

Gladbachs Patrick Herrmann spricht bei SPORT1 über seine neue Rolle, das Duell mit Stuttgart und Arangos Freistoß-Geheimnis.

Von Thorsten Langenbahn

Mönchengladbach - Seit Patrick Herrmann die Rolle von Marco Reus übernommen hat, läuft es wieder besser bei Borussia Mönchengladbach.

Als zweite Spitze kann der 21-Jährige seine Schnelligkeit noch effektiver ausspielen und ist für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre umso wertvoller.

Gladbachs Nummer 7 tritt dabei in große Fußstapfen: Reus schaffte es vergangene Saison in der Rolle als hängende Spitze zum Fußballer des Jahres.

Im SPORT1-Interview blickt der U-21-Nationalspieler auf das Duell mit dem VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER), spricht über das veränderte Spielsystem der Borussia und rätselt über die Freistoßtechniken von Marco Reus und Juan Arango (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1: Herr Herrmann, Ihr Trainer Lucien Favre hat nach dem jüngsten Sieg in Fürth gesagt, es gebe keinen Grund abzuheben. Muss die Euphorie bei der Borussia gebremst werden?

Patrick Herrmann: Nein. Es gibt auch keinen Grund abzuheben. Wir haben ein gutes Spiel in Fürth gemacht. Aber Stuttgart hat auch eine sehr gute Mannschaft, wie sie in letzter Zeit oft gezeigt haben. Da starten wir wieder bei Null und müssen versuchen, drei Punkte zu holen.

SPORT1: Was funktioniert nach dem holprigen Saisonstart inzwischen besser bei Mönchengladbach?

Herrmann: Es läuft im Moment einiges besser als am Anfang. Wir haben uns besser als Mannschaft zusammengefunden, spielen besseren Fußball und kreieren dadurch mehr Torchancen. Wenn wir die nutzen, wie zuletzt beim 4:2 in Fürth (Bericht), können wir jedes Spiel gewinnen.

SPORT1: Ist Ihre Versetzung vom rechten Flügel ins Zentrum ein Faktor für den Aufschwung?

Herrmann: Vielleicht schon. Seit ich in der Mitte spiele, läuft es ganz gut. Am Anfang war es ein bisschen ungewohnt, weil es ganz andere Laufwege sind als auf dem Flügel. Aber ich fühle mich auch in der Mitte wohl und gewöhne mich von Spiel zu Spiel mehr daran. Ich finde, es klappt schon ganz gut.

SPORT1: Ist das die Rolle, die vergangene Saison Marco Reus eingenommen hat?

Herrmann: Ja, in der vergangenen Saison haben wir mit Marco hinter den Spitzen gespielt. Den Part von Marco kann ich natürlich nicht eins zu eins nachspielen, aber es ist schon ähnlich. Im Moment tauschen wir auch ziemlich oft, so dass Mike Hanke mal hinter den Spitzen spielt und ich dann vorne. Mike hat die letzten zwei Spiele in Marseille und Fürth von Anfang an gespielt und das hat gut funktioniert. Ich komme gut klar mit ihm.

SPORT1: Wenn es heißt: "Herrmann in der Reus-Rolle". Stören Sie diese Vergleiche?

Herrmann: Mittlerweile habe ich das schon oft genug gehört. Aber an Marco kommt man im Moment nicht heran. Das ist schon Weltklasse, was er spielt. Ich will mir schon noch das eine oder andere von ihm abgucken, aber dabei meinen eigenen Spielstil durchziehen.

SPORT1: Sie haben drei Jahre mit Marco Reus zusammengespielt. Können Sie vielleicht verraten, wie man so einen Freistoß wie das 1:0 gegen Augsburg ins lange Eck hinbekommt?

Herrmann: (lacht) Ich komme auch noch nicht ganz dahinter, wenn ich ehrlich bin. Die Schusstechnik nachzumachen, ist für mich fast unmöglich. Im Training hat er auch schon so Dinger reingehauen - einfach faszinierend.

SPORT1: Rätseln Sie auch noch über das Freistoß-Geheimnis von Juan Arango?

Herrmann: Juan schießt einfach überragende Freistöße. Er hat zwar eine andere Schusstechnik, aber ansonsten verhält es sich für mich so ähnlich wie bei Marco: Dass ich das mal nachmache, liegt in weiter Ferne.

SPORT1: Sie haben gegen Fürth Ihren zweiten Saisontreffer erzielt, dazu ein Tor vorgelegt. In der vergangenen Spielzeit waren es sechs Treffer und neun Assists ? ist das zu toppen?

Herrmann: Mal sehen. Letzte Saison ist es schon ganz gut gelaufen, aber ich möchte immer einen Schritt nach vorne machen. Als persönliches Saisonziel würde ich schon gerne wieder an genauso vielen Toren beteiligt sein. Wenn es geht, natürlich an mehr. Aber das wird schwierig, denn für uns ist es als Mannschaft wieder bei null losgegangen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.

SPORT1: Der nächste Gegner Stuttgart liegt als Zwölfter nur drei Punkte hinter Gladbach. Wie schätzen Sie den VfB ein?

Herrmann: Gerade offensiv habe ich schon sehr gute Spiele von ihnen gesehen. Da müssen wir versuchen, das zu unterbinden und unsere Torchancen wieder effizient zu nutzen.

SPORT1: Was tippen Sie?

Herrmann: Im Moment nutzen wir unsere Torchancen. Ich denke, wir gewinnen 2:0.

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