Mario Gomez wechselte 2009 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München © getty

Der Bayern-Stürmer glaubt sich nach dem Torreigen im Testspiel auf einem guten Weg, mit Hoeneß gab es ein klärendes Gespräch.

Von Mathias Frohnapfel

München - Den Rasen in Markt Schwaben wird Mario Gomez nicht allzu lange in Erinnerung behalten.

Einmal trat der Bayern-Stürmer beim Kick gegen den Landesligisten in den weichen Untergrund, schmerzhaft war das, aber ohne Langzeitfolgen.

An seiner Rückkehr beim FC Bayern sollte das nichts ändern - genauso wenig wie die just beendete Verletzungspause.

"Ich werde wieder treffen, wie ich will", versprach Gomez am Tag nach dem 6:0-Testspielsieg (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Stürmer hatte gleich vier Tore in der Partie erzielt, die ja eigens dafür angesetzt war, um seine Wettbewerbsfähigkeit nach 101 Tagen ohne Spielpraxis zu überprüfen.

Konkurrenz lauert

Gomez bekam wie gewünscht zig Bälle aufgelegt, traf aus dem Lauf, aus kurzer Distanz und auch vom Elfmeterpunkt.

Dass dem Spielgerät kurz danach die Puste ausging, er den Ball quasi kaputt geschossen hatte, der "Torero" dürfte es als gutes Zeichen werten.

"Ich werde mich so in die Spur bringen, dass ich wieder wichtig für die Mannschaft bin", kündigte er an.

In Gomez' dreimonatiger Abwesenheit hat Neuzugang Mario Mandzukic mit acht Liga-Treffern seinen eigenen Anspruch unterstrichen, Claudio Pizarro knipste zudem in der Champions-League beim 6:1-Sieg gegen Lille dreifach.

[kaltura id="0_sona7ftv" class="full_size" title="Gomez nach Comeback zufrieden"]

Stürmer glaubt an sich

Gomez freut sich für den Lauf der Kollegen, zumal das ihm den Druck nimmt, sofort wieder funktionieren zu müssen. Jupp Heynckes dürfte ihn daher mit Bedacht aufbauen, während Gomez die Konkurrenzsituation selbstbewusst anspricht.

"Es wird immer so getan, als sei ich nicht konkurrenzfähig und dass ich mich dem nicht stellen kann. Ich konkurriere seit acht Jahren mit sehr guten Stürmern und ich habe mich immer durchgesetzt."

Bundesliga-Torschützenkönig 20110/2011, bester Bayern-Torschütze 2011/2012 mit 26 Liga-Toren und zwölf Champions-League-Treffern: An den Werten des Strafraumstürmers gibt es nichts zu mäkeln, wenn da nicht dieses vermaledeite Champions-League-Finale gewesen wäre.

Harte Hoeneß-Schelte

Gomez ließ drei Großchancen aus, weshalb Uli Hoeneß es noch Ende Juli als seine persönliche Aufgabe ansah, ihn anzustacheln.

"Mario Gomez ist gut, aber nicht sehr gut. Er kann noch besser werden", motzte der Bayern-Präsident.

"Wenn er sehr gut wäre, dann wären wir jetzt Champions-League-Sieger!"

Die heftigen Vorwürfe musste der sensible Stürmer ertragen, konnte sich nicht auf dem Platz wehren, da kurz danach seine Sprunggelenk-Operation folgte.

Also wurde wild spekuliert, wie Gomez denn mit der Hoeneß-Schelte zurecht kommen würde. Allem Anschein nach gut.

"Ich habe seine Message verstanden"

Denn der Offensivspezialist berichtete am Mittwochmittag an der Säbener Straße entspannt von einem "sehr guten Gespräch" mit dem Bayern-Boss.

"Ich habe seine Message verstanden - viele da draußen vielleicht nicht", meinte Gomez.

Der Nationalspieler hat sich mittlerweile einen Spaß daraus gemacht, auf seine Art damit umzugehen, dass er neben vielen Fans eben auch viele Kritiker im Schlepptau hat, die mit seinem Stil nichts anzufangen wissen.

"Das wird immer so bleiben, es wird immer ein Pro und ein Contra gesehen und am Ende habe ich trotzdem immer gespielt", berichtete Gomez.

Heynckes will nun auf die kommenden Trainingseinheiten schauen, ehe er entscheidet, ob Gomez bereits beim Spiel in Nürnberg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) wieder im Kader ist.

Badstuber meldet sich zurück

Die ersten Eindrücke in Markt Schwaben fand der FCB-Coach jedenfalls "prima", bewertete das gute Comeback beim Sechstligisten aber auch nicht über.

Für das Derby im Frankenland besitzt Heynckes wieder die große Auswahl in seinem Luxus-Kader.

Innenverteidiger Holger Badstuber hat seinen Muskelfaserriss im Oberschenkel auskuriert und ist am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Wie Badstuber trainierten auch Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos, die beide das Länderspiel gegen die Niederlande absagten mussten, nach überstandener Krankheit mit. Lediglich Jerome Boateng (Muskelfaserriss) fällt somit weiterhin aus.

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