Der DFL-Vorsitzende Christian Seifert will über die Kosten der Torlinientechnik vorab informieren
Die Torlinientechnik ist für die Deutsche Fußball Liga nicht genau genug © imago

In der Bundesliga wird die technische Neuerung vorerst nicht eingesetzt. Das GoalRef-System ist zu ungenau, das Hawk-Eye teuer.

Frankfurt/Main - Die Torlinien-Technik wird in der Bundesliga und Zweiten Liga vorerst nicht eingeführt.

Das teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch mit.

Einen Tag zuvor war der Ligavorstand wegen "der gegensätzlichen Positionen von FIFA und UEFA sowie ungeklärter Fragen in Bezug auf die Genauigkeit der Messungen" zu dieser Entscheidung gekommen.

Eine Einführung für die Saison 2013/2014 sei daher ausgeschlossen, erklärte die DFL. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zu hohe Fehlertoleranz

Im Rahmen seiner Beratungen hatte das Gremium zuvor eine Umfrage unter den Klubs analysiert, die ein "unentschiedenes Meinungsbild" ergeben hatte.

Der Weltverband FIFA räumt den diskutierten Systemen "GoalRef" und "Cairos" (Chip im Ball) offenbar eine Fehlertoleranz von zwei bis drei Zentimetern ein.

Die seit Jahren im Profi-Tennis eingesetze Hawk-Eye-Technik (Torkamera) weist hingegen nur eine Fehlertoleranz von 0,5 Zentimeter auf, ist aber die deutlich teurere Variante.

DFL wartet ab

Ausgeschlossen ist eine mittelfristige Einführung der Torlinien-Technik in der Bundesliga und Zweiten Liga aber nicht.

Die DFL wies darauf hin, dass vor einer endgültigen Entscheidung zunächst die Ergebnisse der von der FIFA geplanten Tests bei der Klub-WM im Dezember in Tokio und beim Confed-Cup im Sommer 2013 in Brasilien abgewartet und bewertet würden.

"GoalRef" und "Hawk-Eye" sind laut Auskunft des Fußball-Weltverbandes FIFA seit 23. Oktober offiziell berechtigt, ihre Systeme "weltweit zu installieren".

Die Unternehmen hatten an diesem Tage ihre Lizenzverträge unterzeichnet, was die FIFA als "Meilenstein im Torlinien-Technik-Verfahren" bezeichnete.

Ausführliche Tests

Um Lizenznehmer der FIFA zu werden, hatten sich "GoalRef" und "Hawk-Eye" ausführlichen Tests gestellt.

Zudem mussten die Unternehmen genau definierte Standards und Bedingungen erfüllen.

Weiterlesen