Klaus Allofs war seit 1999 Geschäftsführer bei Werder Bremen © getty

Die Hängepartie ist beendet. Der Wechsel von Werder-Manager Klaus Allofs zu den "Wölfen" ist nach SPORT1-Informationen fix.

WolfsburgMünchen - Die Hängepartie ist beendet. Der Wechsel von Werder-Manager Klaus Allofs zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg ist perfekt.

Dies bestätigte der 55-Jährige am Mittwochmittag.

"Mit diesem Schritt nach Wolfsburg gehen für mich 13 wichtige Jahre zu Ende. In dieser Zeit hat es immer wieder Angebote anderer Vereine gegeben, die für mich aber nie eine Rolle spielten. Jetzt aber ist der Punkt gekommen, an dem ich noch einmal eine neue Herausforderung suchen möchte", begründete Allofs seine Entscheidung.

Zuvor hatte bereits Wolfsburgs Geschäftsführer Thomas Röttgermann gegenüber SPORT1 bestätigt, dass der 55-Jährige Bremen mit sofortiger Wirkung verlässt.

Allofs soll am Donnerstag in Wolfsburg vorgestellt werden.

Vertrag bis 2016

Wolfsburg und Werder sollen sich in der Nacht geeinigt haben.

Klaus Allofs hat mehr als ein Jahrzehnt lang die Entwicklung von Werder Bremen entscheidend mit geprägt und große sportliche Erfolge gefeiert. Daher war es für uns selbstverständlich, dass wir der Bitte von Klaus Allofs nachgekommen sind, über diesen Wechsel mit dem VfL Wolfsburg zu verhandeln", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Willi Lemke.

Allofs wird bei den Niedersachsen Geschäftsführer Sport und soll dort einen Vertrag bis 2016 erhalten.

Am Sonntag beim Auswärtsspiel in Hoffenheim hat er seinen ersten Liga-Einsatz für den VW-Klub.

Höhe der Ablösesumme unklar

Der Wechsel zahlt sich für den langjährigen Werder-Manager aus. Allofs wird angeblich drei Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Bei Werder kam er trotz vieler Dienstjahre gerade mal auf 1,5 Millionen Euro. Unklar blieb zunächst noch, ob Wolfsburg eine Ablösesumme zahlt.

Angeblich sei der VW-Klub bereit gewesen sein, für Allofs die Rekordsumme von vier bis fünf Millionen hinzublättern, um ihn aus seinem bis 2015 laufenden Vertrag an der Weser loszueisen.

Vorfreude bei Diego und Naldo

Der frühere Bundesliga-Profi tritt beim aktuellen Tabellen-16. der Bundesliga die Nachfolge von Felix Magath an, der am 25. Oktober als Trainer-Manager wegen Erfolgslosigkeit entlassen worden war.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

[kaltura id="0_186nnujl" class="full_size" title="Ganz Wolfsburg freut sich auf Allofs"]

Wolfsburgs Spielmacher freut sich auf fas Wiedersehen mit Allofs: "Es ist eine Freude, mit Klaus Allofs zusammenzuarbeiten. Er ist gut für das Team, versteht viel von Fußball und ist einer der besten Manager der Liga", sagte Diego, den Allofs im Jahre 2006 in die Bundesliga geholt hatte.

Ähnlich positiv äußerte sich der zweite Ex-Bremer im Team der "Wölfe", Abwehrspieler Naldo: "Ich bin mit der Entscheidung sehr zufrieden. Er hat gut in Bremen gearbeitet und viele Top-Spieler wie Diego, Johan Micoud, Per Mertesacker, Mesut Özil oder Miro Klose nach Bremen geholt."

Schwierige Aufgabe für Allofs

Dennoch erwartet Allofs am Mittellandkanal eine schwierige Aufgabe.

Der 56-malige Nationalspieler muss in kurzer Zeit aus einem aufgeblähten Kader ein starkes Team formen - schließlich lautet das Saisonziel des ambitionierten Werksklubs trotz des verpatzten Saisonstarts weiterhin Europa.

Wiedersehen mit Diego

Allofs wird nun auch darüber entscheiden, welcher Coach die "Wölfe" wieder in die oberen Tabellenregionen führen soll.

Interimscoach Lorenz-Günther Könster gibt derzeit ein gutes Bild ab und brachte sich schon als Langzeit-Lösung ins Gespräch.

Durch das Verpassen des internationalen Wettbewerbs schrieben die Bremer im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 13,9 Millionen Euro.

Zwist mit Lemke

Wegen der Finanzpolitik gab es auch Unstimmigkeiten mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke, der Allofs 2011 sogar zwischenzeitlich kein Geld für Neuzugänge bewilligt hatte.

In Wolfsburg ergeben sich für neuen Geschäftsführer aufgrund des potenten Hauptsponsors im Rücken deutlich bessere finanzielle Rahmenbedingungen.

Anfänge in Düsseldorf

Allofs war als Spieler von 1975 bis 1993 für die Vereine Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln, Olympique Marseille, Girondins Bordeaux und Werder Bremen aktiv.

In der deutschen Nationalmannschaft spielte er zwischen 1978 und 1988, erzielte dabei 17 Tore und gewann 1980 dem EM-Titel.

Nach seiner aktiven Karriere war er zunächst für ein Jahr Trainer bei Fortuna Düsseldorf, ehe er als Manager bei Werder anheuerte.

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