Max Grüns Fürther und Koos Augsburger haben erst einmal gewonnen © getty

Fürth und Augsburg verlieren am Tabellenende den Anschluss. Kleeblatt-Boss Hack sucht die Schuld bei den Schiedsrichtern.

Von Andreas Kloo

München - Die Zahlen klingen wie bei einem Absteiger und sie gleichen sich bei Greuther Fürth und dem FC Augsburg äußerst auffällig.

Beide Klubs haben erst einen Saisonsieg auf dem Konto, der FCA hat vier von sechs Heimspielen verloren, die Kleeblättler gar fünf von sechs.

Und beide haben keinen Goalgetter.

Keiner der Augsburger Stürmer erzielte bislang mehr als einen Treffer, bei Fürth feierte bislang überhaupt nur Edu als einziger Angreifer einen Torerfolg.

Nach aktuellem Stand steuert das bayerische Duo zielsicher Richtung Zweite Liga, Fürth belegt Rang 17, Augsburg bildet das Schlusslicht der Bundesliga.

Das rettende Ufer ist vier beziehungsweise fünf Punkte entfernt.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schiri-Frust bei Fürth

Bei anderen Bundesligisten würde sich in solchen Situationen Panik breit machen, der Trainerstuhl würde wackeln.

Nicht so bei den Franken und Schwaben. Die Fürther lassen den Frust über die eigene schwierige Situation lieber an den Schiedsrichtern aus.

Präsident Helmut Hack spricht gar von einer dauerhaften Benachteiligung durch die Referees.

Dabei geht es ihm nicht nur um angebliche Fehlentscheidungen wie den frühen Platzverweis gegen Thomas Kleine bei der Heimniederlage gegen Gladbach am Sonntag. (SPIELBERICHT: Fürth - Gladbach 2:4)

"Wie kleine, dumme Jungs"

Hack stört auch der Umgangston der Unparteiischen gegenüber seinen Spielern.

"Wir werden wie kleine, dumme Jungs behandelt. Nicht immer, aber sehr häufig. Der Umgangston ist rüde. 'Was willste denn, Du Kasper' müssen sich die Spieler anhören", beschwerte sich Hack in der "Nürnberger Zeitung".

"Wir wollen keine Menschen zweiter Klasse sein. So eine Behandlung kenne ich in meinem Leben nicht. Ich habe vor unseren Arbeitern genauso viel Respekt wie vor dem Bundeskanzler. So eine Behandlung erwarte ich auch von den Schiedsrichtern", fügte der Klub-Boss hinzu.

Unbewusste Benachteiligung

Hack zufolge macht sich der mangelnde Respekt gegenüber seinen Spielern auch bei den Entscheidungen der Schiedsrichter bemerkbar. (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner)

Auch die Fürther Profis fühlen sich ungerecht behandelt. "Wenn ein Badstuber das beim FC Bayern macht, hätte es eine Gelbe Karte getan, aber Thomas Kleine ist halt ein Fürther und spielt nicht beim FC Bayern. Gegen die wird nicht so gepfiffen", schimpfte Gerald Asamoah nach der 2:3-Niederlage gegen Gladbach.

Hack glaubt, sein Team hätte die Begegnung am Sonntag unter normalen Umständen gewonnen: "Wir hätten Gladbach an diesem Tag vom Platz gejagt."

Kämpferischer Präsident

So aber muss Fürth weiter auf den ersehnten ersten Bundesliga-Heimsieg warten. Doch das Erstaunliche ist: die Euphorie beim Aufsteiger ebbt nicht ab.

Auch gegen Mönchengladbach war die Trolli-Arena mit 18.000 Zuschauern ausverkauft.

Und Hack gibt sich weiter kämpferisch: Die Ungerechtigkeiten würden die Mannschaft "nur noch mehr zusammenschweißen", prophezeite er im "Bayerischen Rundfunk".

Rollmann steht hinter Weinzierl

Das Schlusslicht aus Augsburg wirft ebenfalls keineswegs die Flinte ins Korn. Trainer Markus Weinzierl sah bei der 1:3-Pleite gegen Dortmund deutliche Fortschritte. "Wir waren besser als die Dortmunder", sagte er sogar im Brustton der Überzeugung. (SPIELBERICHT: Augsburg - Dortmund 1:3)

Den Lohn für die ordentliche Leistung fuhr Weinzierls Team allerdings nicht ein.

Der Klub steht dennoch weiter hinter dem jüngsten Trainer der Bundesliga. "Die Truppe lebt, sie war nicht ängstlich, hat nach vorne gespielt. Ich habe trotz der Niederlage viele Aspekte gesehen, die mich positiv stimmen. Die Frage nach dem Trainer stellt sich nicht", erklärte Manager Jürgen Rollmann.

Hoffnungsträger Mölders

Weniger positiv ist allerdings die Offensivschwäche des FCA. Sechs mickrige Törchen gelangen den Schwaben bislang. Der frühere Mainzer Aristide Bance hat (noch) nicht eingeschlagen.

Hoffnung macht allein Sascha Mölders, der nach seinem Knöchelbruch wieder auf dem Weg zu alter Stärke scheint.

Gegen den BVB traf er kurz nach seiner Einwechslung. Zuvor erzielte er in drei Regionalliga-Spielen für das U-23-Team vier Tore, unter anderem mit einem spektakulären Fallrückzieher.

Jentzsch fällt bis Jahresende aus

Eine weitere Personalie macht dagegen Sorgen.

Stammtorhüter Simon Jentzsch fällt für den Rest des Jahres aus. Er hat sich gegen Dortmund erneut am kürzlich operierten rechten Ringfinger verletzt.

"Es liegt wieder eine Beschädigung des Gelenks vor", teilte Jentzsch mit.

Für den 36-Jährigen wird in den nächsten Spielen Mohamed Amsif im Tor stehen.

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