Marcel Schmelzer (l.) absolvierte bisher 111 Bundesliga-Spiele für Borussia Dortmund © imago

Marcel Schmelzer lobt bei SPORT1 eine neue BVB-Qualität, kritisiert aber auch. Von Reus erwartet er weitere Traumtore.

Von Christian Paschwitz

Augsburg/München - Beim 3:1 (1:0)-Auswärtssieg gegen den FC Augsburg spielte Marcel Schmelzer mal wieder durch. (NACHBERICHT: Dortmund stolz auf die Hausmannskost)

Borussia Dortmunds Dauerbrenner auf der linken Abwehrseite ließ wenig zu - und freute sich hinterher nicht nur über das Traumtor von Marco Reus, sondern auch über eine neue Qualität seiner Mannschaft.

Im SPORT1-Interview spricht Schmelzer, der in Augsburg einen Schlag auf den Fuß bekam und das Länderspiel gegen die Niederlande deshalb absagen musste, über die guten Auftritte des BVB in den vergangenen Wochen und die anstehende Aufgabe gegen Fürth. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Herr Schmelzer, der BVB schlägt erst Real, ist dann auch erfolgreich im Pokal bei Underdog Aalen. Danach gibt es im Benabeu wieder ein starkes Unentschieden, und gegen Schlusslicht Augsburg auch keinen Ausrutscher. Wie stolz macht Sie das?

Marcel Schmelzer: Das ist das, was die Bayern in den letzten Jahren ausgemacht hat - dass sie in der Champions League 100 Prozent ihrer Leistung bringen und auch in der Bundesliga mal ein dreckiges Spiel gewinnnen.

SPORT1: Eine neue BVB-Qualität also?

Schmelzer: In den letzten drei, vier Wochen, haben wir es sehr gut hingekriegt, dass wir den Schalter umgelegt haben.

SPORT1: Hinten war der BVB aber manchmal ein bisschen flattrig. Lag es daran, dass Felipe Santana statt Neven Subotic in die Viererkette gerückt war, oder hat doch ein bisschen Konzentration und Kraft gefehlt nach dem Real-Spiel?

Schmelzer: Nein, und an der einen Umstellung hinten lag es sicher auch nicht, dass wir ein paar Probleme hatten. Man sieht ja jedesmal, dass Felipe seine Leistung abruft und seine Zweikämpfe gewinnt - auch wenn er davor mal länger nicht in der Startelf stand. Aber...

SPORT1: Aber?

Schmelzer: Wir haben als Mannschaft insgesamt in der Defensive manchmal zu lasch agiert. Dann bekommt man eben Chancen gegen sich, auch wenn unser Sieg letztlich souverän war.

SPORT1: Überragend war dabei das Freistoß-Tor von Marco Reus. Hat Sie das auch begeistert?

Schmelzer: So überraschend ist das für mich nicht, wir kennen Marcos überragende Schusstechnik ja schon ein bisschen länger. So ein Traumtor wird ihm noch öfters gelingen. Dafür muss er jetzt auch keinen ausgeben.

SPORT1:Jetzt steht gegen Aufsteiger Fürth das nächste Duell mit einem Außenseiter an. Hält auch da die BVB-Konzentration?

Schmelzer: Das wird wieder schwer, weil sie sich hinten reinstellen werden. Ich bin mir aber trotzdem sicher, dass wir uns ein bisschen leichter tun werden als in Freiburg oder zuletzt in Augsburg, weil wir schließlich zu Hause spielen. Wir sind wieder klarer Favorit, die drei Punkte sollten in Dortmund bleiben.

SPORT1: Stichwort Nationalmannschaft, auch wenn Sie diesmal nicht dabei sind: Ist bei Ihnen noch etwas hängengeblieben von der Kritik von Bundestrainer Joachim Löw?

Schmelzer: Nein, das ist gänzlich abgehakt, und mehr habe ich dazu auch nicht zu sagen.

Weiterlesen