Mo Abdellaoue (M.) erzielte gegen Stuttgart seine Saisontore zwei und drei für Hannover © imago

Mirko Slomkas Schachzüge gegen Stuttgart sitzen und sorgen für die 96-Aufholjagd. Bayern-Gerüchte wischt der Trainer weg.

Von Jakob Gajdzik

München - Nach 36 Minuten stand Mirko Slomka mit versteinerter Miene am Spielfeldrand und wirkte ratlos.

Hannovers Trainer sah einen fahrigen und uninspirierten Auftritt seiner Mannschaft, die nach Toren von Christian Gentner (21.) und Vedad Ibisevic (36., Elfmeter) vollkommen verdient zurücklag.

Dass Slomka am Ende nach einem 4:2-Sieg (Bericht) über beide Ohren strahlte, hatte er am meisten sich selbst zu verdanken.

Nach dem Anschlusstreffer von Artur Sobiech (57.) begann die spektakuläre Aufholjagd mit vier Treffern in 17 Minuten. ( 636788 DIASHOW: Der 11. Spieltag )

Drei Joker-Tore für Hannover

Drei der Tore gingen dabei auf das Konto seiner Joker, die auch von Slomkas taktischer Umstellung profitierten.

"Wir haben uns in der Halbzeitpause noch einmal eingeschworen und taktisch eine Menge verändert - sehr offensiv mit einer Raute. Das hat der Mannschaft sehr gut getan", sagte der Trainer zu seinem Schachzug.

Zweiter Auswärtssieg

Schlaudraff per Elfmeter (65.) und Abdellaoue mit einem Doppelpack (68.,/73., Elfmeter) machten Hannovers zweiten Auswärtssieg in dieser Saison perfekt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir hatten in den letzten Wochen ähnliche Erlebnisse gehabt in der Bundesliga und in Europa League. Deshalb wussten wir, dass uns vielleicht eine Situation helfen kann, wieder ins Spiel zurückzukehren", sagte der glücklicher 96-Trainer.

Nebengeräusche um ausstehende Vertragsverlängerung

Der Sieg und der damit verbundene Sprung auf Platz sechs konnte die Nebengeräusche um die weiterhin ausstehende Vertragsverlängerung mit dem Erfolgscoach aber nicht komplett überdecken

"Es geht nur noch um Details, aber es gibt nach wie vor noch keinen unterschriftsreifen Vertrag. Wir müssen da auch ein bisschen Gas rausnehmen", erklärte Slomka, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft.

Slomka erteilt Bayern-Gerüchten Absage

Den im Raum stehenden Gerüchten, er könnte die Niedersachsen danach verlassen, um zu einem Verein wie Bayern oder Schalke zu wechseln, oder sich zumindest eine Option sichern, widersprach der 45-Jährige.

"Es geht nicht um Sachen wie eine Ausstiegsklausel für den FC Bayern. Es geht darum, wie die Mannschaft in der neuen Saison aussieht. Können wir mit den Spielern wie Rausch die Verträge verlängern. Wir müssen schauen, dass wir eine gute Mannschaft haben, die uns dort oben mitspielen lässt", sagte Slomka und stellte klar:

"Ich warte auf keinen anderen Verein. Ich bin glücklich, bei Hannover 96 zu sein."

Auftritte wie in Stuttgart schaden einer schnellen Einigung mit dem Trainer sicherlich nicht.

Labbadia: "Brutale Niederlage"

Beim VfB herrschte nach zuletzt sieben Spielen ohne Niederlage dagegen Ernüchterung.

Trainer Bruno Labbadia sprach von einer "brutalen Niederlage", die nur "schwer zu fassen" sei.

"Es tut extrem weh. Wir müssen uns absolut in den Hintern beißen. Wir sind extrem enttäuscht", sagte er.

Nach einer souveränen ersten Halbzeit und Zwei-Tore-Führung zur Halbzeit, gab die Mannschaft das Spiel im zweiten Durchgang völlig unnötig komplett aus der Hand.

Agierte der VfB anfangs dynamisch und variantenreich, stelle das Labbadia-Team in den zweiten 45 Minuten das Spiel komplett ein.

"Das ist so nicht zu erklären"

"Wir haben nicht konsequent genug auf das dritte Tor gespielt und waren viel zu fahrlässig in unseren Offensivaktionen", beschrieb der Schütze des ersten Tores, Christian Gentner, das Manko und ergänzte:

"Dadurch haben wir Hannover dann eingeladen. Innerhalb kürzester Zeit vier Gegentore zu bekommen - das ist so nicht zu erklären.?

Mit der Niederlage bleibt der VfB auf Platz zwölf im Niemandsland der Tabelle stecken und muss den Blick eher nach unten richten. Auf den Relegationsplatz 16 beträgt der Abstand magere zwei Zähler.

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