MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Diego (r., mit Trainer Köstner) hat in Wolfsburg noch einen Vertrag bis 2014 © getty

Beim überzeugenden Sieg gegen Leverkusen dreht der Brasilianer auf und wünscht sich anschließend, dass Trainer Köstner bleibt.

Von Reinhard Franke und Jürgen Blöhs

München/Wolfsburg - Erst genoss Diego die Standing Ovations der Fans, dann nahm er nach seiner Gala Söhnchen Davi auf den Arm und genoss den Moment.

"Wir haben zusammen einen guten Job gemacht. Ich bin stolz auf meine beiden Tore und auf das komplette Team", sagte der Spielmacher des VfL Wolfsburg, nachdem er seinem Team mit zwei Treffern und einer Vorlage beim 3:1 gegen Bayer Leverkusen (Bericht) fast im Alleingang den ersten Heimsieg der Saison beschert hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wenn ich Lehrer wäre", sagte auch sein Teamkollege Marcel Schäfer beeindruckt, "würde ich ihm eine Eins mit Sternchen geben". ( 636788 DIASHOW: Der 11. Spieltag )

Der Brasilianer wollte weniger über seine außergewöhnliche Leistung sprechen, vielmehr nutzte er erneut die Gelegenheit, um sich für Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner einzusetzen.

Diego schwärmt von Köstner

"Er ist sehr wichtig für uns. Mit ihm sind wir auf dem besten Weg", meinte Diego: "Wir haben großes Vertrauen in ihn. Heute vor dem Spiel sagte er mir, ich solle mich bei den Freistößen konzentrieren - ich würde ein Tor schießen. Und die guten Trainer sehen diese Details voraus und das macht den Unterschied aus."

Zum Sieg meinte der Ex-Bremer nur: "Wir haben einen guten Job gemacht ? alle zusammen. Der Sieg war sehr wichtig und ich bin sehr stolz auf mein Team und auch auf meine zwei Tore."

Mit seinem Traum-Freistoß zum 1:0 in der vierten Minute sei von Diego "eine Last gefallen", sagte Köstner, "danach hat er richtig aufgedreht". Es folgte Diegos 2:0 (16.), in der 33. Minute leitete der kleine Brasilianer mit einem sehenswerten Pass das 3:0 durch Bas Dost ein.

"Ich genieße das, natürlich"

"Er hat schon in den letzten Wochen gefightet und Kilometer gemacht. Er hat auch spielerischer überzeugt", lobte Köstner bei SPORT1.

"Mein Ziel war es, die Durchschlagskraft herauszukitzeln. Diego braucht die absolute Spielfreude. Wenn er alles in die Waagschale wirft, bekommt er auch seine Freiheiten", sagte Köstner, der für jede Minute, die er mit dem Team arbeiten darf, dankbar ist: "Ich genieße das, natürlich."

Wie lange er noch weitermachen darf, ist nicht zuletzt auch wegen der anhaltenden Gerüchte über einen Wechsel des Bremer Managers Klaus Allofs in die VW-Stadt völlig offen.

Während die Wolfsburger den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze schafften, rutschte Leverkusen durch die erste Pflichtspielniederlage nach zuletzt fünf Siegen und fast zwei Monaten ohne Pleite aus den Champion-League-Rängen und musste den anstrengenden englischen Wochen Tribut zollen.

Ergebniskosmetik durch Kießling

Torjäger Stefan Kießling gelang mit seinem siebten Saisontor in der Nachspielzeit für Bayer nur noch Ergebniskosmetik.

Sportdirektor Rudi Völler ging nachsichtig mit den Verlierern um: "Es war klar, dass uns so ein Spiel mal passieren musste. Wir verbuchen das nach den anstrengen letzten Wochen als Ausrutscher. Klar ist aber, dass man es hätte besser machen können."

Für Wollscheid ist es eine "Katastrophe"

"Wir waren zu weit von den Gegenspielern weg, haben die Zweikämpfe nicht angenommen. Wir werden das Spiel analysieren und dann da weitermachen, wo wir vor diesem Spiel aufgehört haben", sagte Torwart Michael Rensing zu SPORT1 und spielte auf die gerissene Serie der Werkself an.

Leverkusens Abwehrspieler Philipp Wollscheid wurde schon wesentlich deutlicher:

"Das war eine Katastrophe in der ersten Halbzeit, das muss man ganz klar so sagen: Zur Halbzeit 3:0 zurückzuliegen - das geht gar nicht. Wir haben bei einzelnen Situationen im Kollektiv gepennt. So kann man ein Spiel nicht gewinnen. Wir haben heute das Spiel einfach versaut."

Trainer Sascha Lewandowski nahm sein Team intensiver ins Gebet: "Wir waren in der ersten Halbzeit in allen Belangen schwach, komplett neben der Spur. Wir haben gar nichts von dem gezeigt, was die Mannschaft zuletzt ausgezeichnet hat."

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