Gladbachs Oscar Wendt (M.) erzielte in Fürth sein erstes Saisontor © getty

Die Borussia siegt trotz 1:2-Pausenrückstands in Fürth und bleibt im Aufwind. Die Franken warten weiter auf den ersten Heimsieg.

Fürth - Borussia Mönchengladbach ist in der Bundesliga auf dem Weg Richtung der Europapokal-Plätze.

Bei der SpVgg Greuther Fürth, die ab der zwölften Minute nach einem Platzverweis für Thomas Kleine in Unterzahl spielte, gelang den Gästen am elften Spieltag mit einem 4:2 (1:2) der zweite Auswärtssieg nacheinander (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Es war gleichzeitig der 600. Bundesliga-Erfolg der "Fohlen".

Die Borussen mussten dabei zweimal einem Rückstand hinterherlaufen, drehten das Spiel aber nach der Pause innerhalb weniger Minuten zu ihren Gunsten.

Der starke Patrick Herrmann erzielte den vorentscheidenden Treffer (57.), ehe Thorben Marx per Handelfmeter in der Nachspielzeit alles klar machte (90.+2).

Der Tabellenvorletzte Fürth wartet dagegen weiter auf den ersten Bundesliga-Heimsieg der 109-jährigen Vereinsgeschichte.

Kleine entschuldigt sich beim Team

"Es tut mir leid für die Mannschaft. Ohne die Rote Karte hätten wir sicher gewonnen", sagte Rot-Sünder Kleine: "Er kommt mit seiner Hacke vor mein Knie, ich war noch nicht mal der letzte Mann - für mich war das kein Elfmeter."

Gladbachs Torhüter Marc-Andre ter Stergen freute sich: "Wir haben Charakter bewiesen."

Zwei Platzverweise für Fürth

Fürth war in einer hektischen Anfangsphase vor 18.000 Zuschauern im ausverkauften Fürther Stadion zunächst in Führung gegangen: Bernd Nehrig verwandelte einen Foulelfmeter (10.).

Kurz darauf wurde der ehemalige Gladbacher Kleine nach einer Notbremse von Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) mit der Roten Karte vom Platz gestellt.

Den Gladbachern gelang nur wenig später der Ausgleich durch Oscar Wendt (22.), der zuvor den Fürther Strafstoß verursacht hatte.

Edgar Prib nutzte bei einem Konter die Schlafmützigkeit der Gladbacher (44.), die dann kurz nach Pause durch Martin Stranzl (51.) aber erneut zum Ausgleich kamen.

Milorad Pekovic sah in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte ( 636788 DIASHOW: Der 11. Spieltag ).

Nehrig trifft - Wendt schlägt zurück

Fürth hatte zunächst viel Betrieb gemacht, bereits in der vierten Minute verfehlte Prib nach einer schönen Hereingabe von Heinrich Schmidtgal nur knapp das Tor der etwas unsortierten Gladbacher.

Es waren keine zehn Minuten gespielt, da brachte Wendt im äußersten rechten Strafraumeck unmittelbar an der Torauslinie Gerald Asamoah zu Fall. Nach kurzem Zögern zeigte Schiedsrichter Gagelmann auf den Elfmeterpunkt: Nehrig verwandelte sicher.

Nur wenige Augenblicke später war Gagelmann erneut gefordert, diesmal handelte er schnell - und wieder lag er richtig. Nach dem Foul von Kleine an Patrick Herrmann kurz vor dem Strafraum musste der Abwehr-Routinier vom Platz.

Fürths Trainer Mike Büskens brachte umgehend Lasse Sobiech für Zoltan Stieber.

Auch die Gladbacher reagierten schnell, verstärken bei nasskaltem Wetter sofort ihre Angriffsbemühungen und kamen bald zum Ausgleich: Wendt köpfte nach Flanke von Herrmann ein.

Gladbach übernimmt das Ruder

Nach dem 1:1 beruhigte sich das Spielgeschehen.

Gladbach bestimmte wie nicht anders zu erwarten den Spielverlauf.

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre spielte geduldig nach vorne, kombinierte gefällig - kam aber kaum zu zwingenden Aktionen gegen leidenschaftlich verteidigende Fürther.

Die Franken wiederum kamen nur gelegentlich in die Nähe des Gladbacher Strafraums.

Dann aber nutzte bei einem Konter Prib die gute Vorarbeit von Gerald Asamoah und die kollektive Unaufmerksamkeit der Borussen-Abwehr zum 2:1.

Stranzl und Herrmann drehen Partie

Mit Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Gladbacher dann allerdings wesentlich energischer und zielstrebiger ans Werk.

Erst köpfte Stranzl nach einem Eckball von Havard Nordveidt ein - kurz darauf kombinierten Juan Arango und Martin Hanke gefällig durchs Mittelfeld, Hanke legte auf für Lukas Rupp, dessen elegante Flanke köpfte Herrmann im Fallen ein.

Der eingewechselte Peniel Mlapa hätte in der 85. Minute für Gladbach erhöhen können, scheiterte aber freistehend am Fürther Schlussmann Max Grün. Auf der Gegenseite verzog der ebenfalls neu in die Partie gekommene Tobias Mikkelsen (90.).

Beste Spieler bei Fürth waren Pekovic und Asamoah, bei Gladbach überzeugten Hanke und Herrmann.

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