Mats Hummels (r.) wechselte 2008 vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund © imago

Der BVB feiert nach der Gala von Madrid in Augsburg einen "dreckigen Arbeitssieg" und wertet das als großen Fortschritt.

Augsburg - Der Gala von Madrid folgte Dienst nach Vorschrift in Augsburg - der bei Borussia Dortmund große Zufriedenheit auslöste.

Das glanzlose 3:1 (1:0) bei Bundesliga-Schlusslicht FC Augsburg bringt den deutschen Meister dem großen Vorbild FC Bayern wieder einen Schritt näher. (SPIELBERICHT: Eiskalte Dortmunder feiern Pflichtsieg)

"Das ist das, was die Bayern in den letzten Jahren ausgemacht hat - dass sie in der Champions League 100 Prozent ihrer Leistung bringen und auch in der Bundesliga mal ein dreckiges Spiel gewinnnen", sagte Nationalspieler Marcel Schmelzer:

"Wir sind froh, dass wir diesen Schritt weiter sind als in den letzten zwei Jahren."

BVB pirscht sich ran

Der BVB, mit 19 Punkten wieder auf Kurs und bis auf einen Zähler an die drittplatzierten Frankfurter herangerückt, hat gelernt, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen und dabei auch international zu glänzen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben jetzt einen Punkt weniger als letztes Jahr - es sieht wieder ganz ordentlich aus. Wichtig ist, dass wir nachlegen", sagte Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke.

Besonders auffallend nach dem Erfolg in Augsburg: Beide Auswärtssiege der Borussia in dieser Saison (2:0 in Freiburg, 3:1 in Augsburg) folgten jeweils auf die bärenstarken Vorstellungen in der "Königsklasse" gegen Real Madrid.

Nationalspieler Mats Hummels nannte es treffend einen "dreckigen Arbeitssieg".

Reus und Lewandowski treffen

"In den letzten drei, vier Wochen", sagte daher Schmelzer, "haben wir es sehr gut hingekriegt, dass wir den Schalter umgelegt haben."

Und da störte es auch nicht weiter, dass der Schalter in Augsburg lange Zeit nicht so wollte. Denn der Sieg beim FCA nach einem herrlichen Freistoßtor von Nationalspieler Marco Reus (9.) und einem Doppelpack von Robert Lewandowski (51./70.) kam glücklich zustande.

Watzke sprach von "schwer verdaulicher Hausmannskost" und mahlte dabei genauso mühsam auf einem Kaugummi rum, wie es der BVB zuvor gegen einen zähen und angriffslustigen FCA auf dem Spielfeld getan hatte.

"Ein hartes Stück Arbeit"

"Wir haben die Augsburger leider manchmal zu Chancen eingeladen, sei es mit einem, Fehlpass oder einer schlechten Annahme", erklärte Hummels im Gespräch mit SPORT1.

"Das war ein ganz hartes Stück Arbeit. In der ersten Halbzeit war es sein sehr, sehr enges Spiel", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp:

"In der zweiten Halbzeit hat das deutlich besser ausgesehen. Wir haben zwei schöne Tore erzwungen. Danach haben wir das Spiel kontrolliert. Am Ende haben wir 3:1 gewonnen, das ist nicht unverdient."

Weinzierl hadert mit Chancenverwertung

Was Meister Dortmund und Schlusslicht Augsburg an diesem Nachmittag unterschied, war lediglich die Chancenverwertung. Der BVB eiskalt, Augsburg fahrlässig - wie fast immer in dieser Saison.

"Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen: Wie wir in den ersten 60 Minuten aufgetreten sind, kann ich ihr nur eine Kompliment machen - Spielanlage, Defensivverhalten, Laufbereitschaft war okay", sagte Trainer Markus Weinzierl zwar bei LIGA total!, wusste aber auch:

"Es geht aber um Punkte und Tore, und wenn du das Entscheidende versäumst, nämlich die Chancen in Tore umzumünzen, ist man nicht zufrieden."

Mölders Treffer letztlich wertlos

Das hört man seit Wochen bei den Schwaben. Der Tabellenletzte hält meist gut mit, Zählbares aber nimmt man nicht mit.

Der Anschlusstreffer gegen Dortmund durch den wiedergenesenen Sascha Mölders - das erste Tor für den FCA nach zuvor 369 Minuten ohne eigenen Treffer - kam zu spät (82.).

"Heute waren die Möglichkeiten wieder da, aber es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Vorne sind wir zu nachlässig, hinten machen wir es dem Gegner zu einfach", sagte Mittelfeldroutinier Andreas Ottl:

"So gewinnst du nichts."

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