Franck Ribery (l.) wechselte 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern © getty

Der FCB lässt sich von hoher Belastung und Erkältungswelle nicht aufhalten. Eintracht Frankfurt will von Krise nichts wissen.

Von Jakob Gajdzik und Christian Stüwe

München - Die nächste Gala blieb zwar aus, doch das störte beim FC Bayern München niemanden.

Das 2:0 (1:0) im Spitzenspiel gegen den starken Aufsteiger aus Frankfurt (Bericht) war der Kategorie "Arbeitssieg " zuzuordnen, zeigte aber die andere Qualität der Münchner.

"Wenn es mal nicht so frei von der Leber weg funktioniert, dann muss man clever und intelligent spielen", fasste Bayern-Trainer Jupp Heynckes die Partie treffend zusammen. ( 636788 DIASHOW: Der 11. Spieltag )

"Es war ein hartes Stück Arbeit", sagte auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

"Nicht immer leicht, den Schalter umzulegen"

Der furiose Auftritt beim 6:1 gegen den OSC Lille steckte den Bayern-Profis noch in die Knochen, die aggressive Spielweise der Gäste tat ihr Übriges.

"Es ist nicht immer leicht, den Schalter von der Champions League auf die Bundesliga umzulegen", gestand Heynckes und ergänzte:

"Wir haben nicht so entschlossen gewirkt wie gewohnt."

Grippe grassiert in München

Ein weiterer Faktor war eine Grippe, die in der Mannschaft grassiert und Franck Ribery, Dante, Thomas Müller, Mario Mandzukic und Kapitän Philipp Lahm schwächte.

"Das soll keine Entschuldigung sein, aber das geht schon an die Physis", sagte Heynckes.

Abwehrspieler Dante bezeichnete den Auftritt des Rekordmeisters im Gespräch mit SPORT1 ebenfalls als "clever" zollte allerdings auch dem Gegner Respekt.

"Frankfurt hat sehr aggressiv und gut nach vorne gespielt", sagte der Brasilianer.

Boateng droht Pause

Der Neuzugang und seine Nebenleute in der Defensive, von denen Jerome Boateng mit Verdacht auf Muskelfaserriss im Adduktorenbereich nach 32 Minuten raus musste, waren mehr gefordert als erwartet.

Fehlende Frankfurter Kaltschnäuzigkeit bei Chancen von Stefan Aigner (18.) und Alex Meier (35.) verhinderte allerdings ein Gegentor und bescherte dem FCB das achte Ligaspiel ohne Gegentor.

Vorne wirbelte erneut Ribery und war der Schlüssel zum Bayern-Sieg.

Der Franzose erzielte sein drittes Saisontor nach Vorlage von Rekordtransfer Javi Martinez (44.), bevor David Alaba per Strafstoß alles klar machte (77.).

Ribery unterstreicht Wohlfühlfaktor

"Die Eintracht war vielleicht etwas frischer, aber manchmal muss man auch solche Spiele gewinnen", sagte Ribery.

Der Mittelfelddribbler unterstrich nach seiner einmal mehr überragenden Leistung den Wohlfühlfaktor in München.

"Ich bin seit sechs Jahren bei Bayern. Hier ist es immer gut, hier bin ich glücklich und hier macht es Spaß", sagte der 29-Jährige, der nach elf Spielen nun schon neun Scorerpunkte gesammelt hat.

Neue Bestmarke

Ribery hat großen Anteil an der Münchner Rekordserie.

30 Punkte nach elf Spielen, dazu ein Torverhältnis von plus 28 - besser war zu diesem Zeitpunkt noch niemand in der Bundesliga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und mit nun zehn Punkten auf die Frankfurter ist ein weiterer Verein, der zumindest tabellarisch in Schlagdistanz war, abgehängt.

Und die Hessen ärgerten sich nach dem couragierten Auftritt auch zu Recht über ihre dritte Saisonniederlage.

Bruchhagen: "Bin nicht zufrieden"

"Ich kann mich schlecht hinstellen und sagen, ich bin zufrieden. Das ist nicht der Fall", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Auch Mittelfeld-Motor Sebastian Rode bezeichnete die Niederlage im Gespräch mit SPORT1 als "ärgerlich".

"Bis zum Gegentor haben wir gut mitgespielt. Wir hatten einige gute Chancen, doch wenn man die nicht nutzt, wird es besonders in München schwer", strich der 22-Jährige das Manko der Gäste heraus.

Veh ärgert Elfmeter

Trainer Armin Veh ärgerten vor allem die beiden entscheidenden Szenen des Spiels.

"Ein paar Minuten vor der Halbzeit laufen wir aus einer Standardsituation in einen Konter. Aber entschieden hat's der Elfmeter, der keiner war. Das hat uns ein bisschen das Genick gebrochen", sagte Veh über den Faller von Bastian Schweinsteiger gegen Vadim Demidov, bei dem selbst der Bayern-Spieler zugab, dass man den Strafstoß nicht hätte pfeifen müssen.

Krise? "Weit weg"

Das Glück war an diesem Tag aber nicht auf der Seite der Eintracht, die nach dem sensationellen Start in den vergangenen fünf Spielen nur einen Sieg feiern konnten.

"Wir wussten, dass schwierige Zeiten mal kommen würden", sagte Frankfurts Top-Torjäger Meier.

Das Wort "Krise" wollte er aber nicht in den Mund nehmen: "Davon sind wir noch weit weg."

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