Klaus Allofs (r.) und Thomas Schaaf sind beide Kandidaten beim VfL Wolfsburg © getty

Werders Geschäftsführer dementiert einen Wechsel zu den Wölfen nur halbherzig. Stevens freut sich über das späte Glück.

Gelsenkichen - Klaus Allofs hatte die Nase voll.

Sichtlich enttäuscht und genervt stand der Geschäftsführer von Werder Bremen im Presseraum der Arena von Schalke 04.

Die nicht enden wollenden Fragen zu seinem angeblich bevorstehenden Wechsel zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg gaben ihm nach der unglücklichen und unnötigen 1:2 (1:0)-Niederlage (Spielbericht) beim Tabellenzweiten den Rest.

"Im Moment stellt sich diese Frage eigentlich nicht, weil immer noch meine Erklärung vom Donnerstag Gültigkeit hat, in der ich gesagt habe, dass es kein Angebot gibt und dass es noch keine Gespräche gegeben hat", erklärte Allofs bei LIGA total!

Ein Fall fürs SPORT1-Phrasenschwein

Er begründete sein ausbleibendes Treuebekenntnis zu Werder erneut mit der Phrase, dass "alles im Fußball schnell gehen" könne - wohl wissend, dass er für diese Worte "normalerweise drei Euro zahlen" müsse ( 636788 DIASHOW: Der 11. Spieltag ).

"Aber auf die Frage, ob ich bis zum Ende meines Vertrages 2015 in Bremen bleiben werde, ist das die einzige Antwort, die ich seriöserweise geben kann."

So blieb Allofs dabei: Kein Kontakt nach Wolfsburg, kein Angebot, nichts Neues.

Doch das soll nach übereinstimmenden Medienberichten in Kürze ganz anders aussehen. Denn angeblich steht Allofs' Abgang aus Bremen Richtung VW-Klub kurz bevor.

Aufsichtsratssitzung soll Klarheit bringen

Nach Informationen der "Welt" soll schon am Sonntag oder Montag eine Aufsichtsratssitzung bei Werder mit Allofs und Thomas Schaaf Klarheit bringen - zumal sich auch die Gerüchte hartnäckig halten, dass Schaaf als Trainer mitgeht zu den "Wölfen".

Kein Wunder also, dass sich der Werder-Boss zig Nachfragen ausgesetzt sah - weil er sie nicht mit einem klaren Bekenntnis beendete.

Lange Zeit hatte es auf Schalke danach ausgesehen, als ob die Mannschaft Allofs' Laune nach zwei nervenaufreibenden Tagen seit Bekanntwerden der Wechselgerüchte nachhaltig verbessern könnte.

Werder durfte nach dem 1:0 durch Aaron Hunt (16.) lange vom zweiten Auswärtssieg der Saison träumen.

Schalker Siegeswillen verdirbt Werder den Nachmittag

Doch einige unglückliche Schiedsrichterentscheidungen, mangelnde Konsequenz, Pech und der unbedingte Siegeswille der Schalker machten den Gästen einen Strich durch die Rechnung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Roman Neustädter krönte seine perfekte Woche nach der Nationalmannschaftsnominierung durch Bundestrainer Joachim Löw mit einer starken Leistung und dem Treffer zum 1:1 (59.), Joker Julian Draxler (69.) erzielte das Siegtor der Königsblauen.

Schaaf unzufrieden

"Die Leistung war sehr gut, sie wäre perfekt gewesen, wenn wir aus unseren Möglichkeiten noch mehr Tore geschossen hätten", sagte Schaaf bei LIGA total!.

"Wir haben einen Fehler zu viel gemacht und es nicht geschafft, die Fehler des Gegners zu nutzen."

Mürrisch hatte sich Schaaf zuvor die strittigen Szenen am Bildschirm angeschaut.

Ein angebliches Stürmerfoul von Kevin de Bruyne, das Referee Florian Meyer unberechtigterweise abpfiff und das den Bremer Mittelfeldspieler beim Stand von 1:0 um eine hundertprozentige Torchance brachte

Oder das angebliche Foul von Marko Arnautovic am Schalker Jermaine Jones, dem ein Freistoß und das 1:1 Neustädters folgte.

Holtby rettet auf der Linie

Und Pech kam für Werder auch noch dazu:

In der letzten Szene des Spiels köpfte der zuvor schwache Lewis Holtby eine spektakuläre Hacken-Direktabnahme von Theodor Gebre Selassie von der Linie und rettete Schalke den Sieg.

"Das Glück in der letzten Sekunde haben wir uns erkämpft", sagte Schalkes Trainer Huub Stevens, der "stolz" auf den "Super-Charakter" seiner Mannschaft war.

Afellay muss Draxler weichen

Als seine Mannschaft die gelobte Moral bewies, stand Ibrahim Afellay schon nicht mehr auf dem Platz. Die namhafte Leihhabe vom FC Barcelona wurde nach einer schwachen Vorstellung zur zweiten Halbzeit von Matchwinner Draxler ersetzt.

"Die Situation ist nicht einfach zu handeln", sagte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt bei SPORT1 über die Qual der Wahl auf der linken Offensivseite.

"Es ist immer ein Balanceakt, aber der Trainer macht das gut und am Ende bekommt jeder seine Spielzeit."

In zwei Wochen nach Wolfsburg

Luxus-Probleme, die man an der Weser gern hätte.

Zumal es in zwei Wochen mit dem Auftritt beim VfL Wolfsburg richtig pikant wird.

"Ein schweres Spiel", sagte Allofs, "ein kleines Nordderby".

Mehr nicht? "Dazu will ich jetzt gar nichts mehr sagen."

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