Tim Wiese spielte in der Bundesliga für den 1. FC Kaiserslautern und Werder Bremen © getty

Hoffenheim tritt nach dem Remis in Düsseldorf weiter auf der Stelle. Der Ex-Nationalkeeper patzt erneut, wird aber unterstützt.

Düsseldorf - Seinen Humor hat Tim Wiese trotz des erneuten Patzers immerhin noch behalten.

"Wir haben lange nicht verloren", stellte der ehemalige Nationaltorhüter nach dem mageren 1:1 von 1899 Hoffenheim bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (Bericht) fest, um nach einer kurzen Denkpause anzufügen: "Zwei Spiele." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dabei hätte Wiese allen Grund gehabt, mächtig sauer zu sein. Zunächst auf sich selbst.

Der 30-Jährige leistete sich beim Düsseldorfer Führungstor durch Robbie Kruse (4.) einen dicken Patzer. ( 636788 DIASHOW: Der 11. Spieltag )

Erst verschätzte sich Wiese bei der Freistoßflanke von Ronny Garbuschewski kapital, dann rutschte er auch noch weg. "Das passiert halt auf schlammigem Boden", kommentierte Wiese die Szene einsilbig.

Rückendeckung von Babbel

Rückendeckung erhielt die Hoffenheimer Nummer eins von seinem Trainer Markus Babbel. "Wenn der Torwart mal keine gute Figur abgibt, dann heißt das noch lange nicht, dass ein Spieler unbedrängt den Ball über die Linie drücken kann", meinte Babbel.

Damit sprach er den zweiten Punkt an, warum Wiese Grund zum Ärger hatte. Die Hoffenheimer lieferten über weite Strecken eine ganz schwache Begegnung ab.

Wiese, der mit hohen Ansprüchen im Sommer von Werder Bremen zu den Kraichgauern gewechselt war, muss immer mehr feststellen, dass der Traum vom internationalen Geschäft sich in dieser Saison nicht erfüllen wird.

Hoffenheim bietet nur Magerkost

Mit zwölf Punkten aus elf Spielen dümpeln die ambitionierten Hoffenheimer im unteren Tabellendrittel herum. In Düsseldorf boten sie Magerkost, einzig die kämpferische Einstellung nach der Gelb-Roten Karten gegen Innenverteidiger Marvin Compper nach zwei Foulspielen binnen vier Minuten (51.) stimmte.

"In der ersten Halbzeit haben wir sehr lange gebraucht, bis wir Zugriff auf das Spiel bekommen haben. Nach dem Platzverweis ging ein Ruck durch die Mannschaft", sagte Babbel. Wiese wollte derweil von einer Hoffenheimer Herbstdepression nichts wissen. Es sei ein "Punkt der Moral" gewesen. Es sei auf jeden Fall ein Aufwärtstrend erkennbar.

Fortuna stoppt Talfahrt

Eine Sichtweise, die nach den niveauarmen 90 Minuten in der Düsseldorfer Arena trotz des Ausgleichtreffers von Joselu (39.) nicht viele teilten.

Die Gastgeber stoppten zwar ihre Talfahrt nach vier Niederlagen in Folge, doch die Begeisterung über den Punkt hielt sich in Grenzen. "Wir haben zwei Punkte verschenkt", stellte Torschütze Kruse fest.

Die Rheinländer kämpften zwar vorbildlich, doch besonders in Überzahl wurde deutlich, dass die spielerischen Mittel beschränkt sind. "Da hätten wir es ein bisschen mutiger spielen können", räumte Außenverteidiger Tobias Levels ein.

Meier freut sich über Teilerfolg

Trainer Norbert Meier freute sich immerhin darüber, "dass die Mannschaft nach vier Niederlagen wieder einen Teilerfolg verbucht hat." Das Engagement und die Laufleistung stimmten beim Aufsteiger.

"Das Auftreten der Mannschaft macht Hoffnung, dass wir uns nicht nur als Schlachtvieh der Bundesliga sehen müssen", meinte Meier, der allerdings immer noch auf den ersten Heimsieg der Saison wartet.

Schwere Aufgaben für Fortuna

Beim Vorstandsvorsitzenden Peter Frymuth löste das Unentschieden "Zuversicht für die nächsten Spiele aus."

Allerdings warten schwierige Aufgaben auf die Fortuna: In Bremen, gegen Hamburg, in Dortmund - da drohen weitere Wochen ohne Sieg.

Der war gegen Hoffenheim möglich.

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