Höwedes (l.) und Elia lieferten sich einige harte Zweikämpfe © getty

Nach einem frühen Rückstand kommen die Königsblauen zurück und machen in neun Minuten zwei Tore. Holtby rettet auf der Linie.

Gelsenkichen - Nach den Wechselgerüchten um Manager Klaus Allofs ist Werder Bremen in der Bundesliga aus der Erfolgsspur geraten.

Die Hanseaten verloren bei Schalke 04 etwas unglücklich 1:2 (1:0) und kassierten damit nach drei Spielen erstmals wieder eine Niederlage.

Die Königsblauen bleiben dank Siegtorschütze Julian Draxler (69.) als Tabellenzweiter Spitzenreiter Bayern München auf den Fersen ( 636788 DIASHOW: Der 11. Spieltag ).

"Wenn man gegen eine so starke Mannschaft wie Werder Bremen in Rückstand gerät, wird es natürlich sehr schwierig. Aber wie schon gegen Arsenal sind wir zurückgekommen, der Charakter der Mannschaft ist einfach super. Das Glück in der letzten Situation des Spiels haben wir uns erarbeitet", sagte Schalkes Trainer Huub Stevens.

Schaaf hadert mit Chancenverwertung

Werder-Trainer Thomas Schaaf haderte indes mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft: "Wir haben den Gegner 60 Minuten lang total kontrolliert, aber leider aus den guten Situationen zu wenig gemacht. Mit der Leistung können wir sehr zufrieden sein, mit dem Ergebnis nicht."

Der erneut starke Aaron Hunt, der bereits beim 2:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 beide Treffer seiner Mannschaft erzielt hatte, hatte die starken Bremer in der 16. Minute in Führung geschossen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Neustädter mit dem Ausgleich

Roman Neustädter, der unter der Woche von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in die Nationalmannschaft berufen worden war, glich in der 59. Minute für die Gastgeber aus.

Schalke zeigte bis Mitte der zweiten Halbzeit eine der schwächsten Saisonleistungen und war im Vergleich zur tollen Aufholjagd beim 2:2 gegen den FC Arsenal in der Champions League auch wegen des starken Gegners zunächst kaum wiederzuerkennen.

Ausverkaufte Arena

Dabei hatten die Gastgeber vor 61.673 Zuschauern in der ausverkaufen Arena einen Blitzstart erwischt und eine frühe Führung nur knapp verpasst. Nach nur 38 Sekunden zwang der in der Folgezeit enttäuschende Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach einem Pass von Lewis Holtby mit der Hacke Werder-Schlussmann Sebastian Mielitz zu einer Parade.

Danach ging es langatmig weiter. Schalke tat sich mit flüssigem Kombinationsspiel schwer, weil es den kompakten Bremern zumeist gelang, mit einer dicht gestaffelten Mittelfeldkette die Angriffe der Königsblauen zu stören.

Werder selbst kam erst nach einer Viertelstunde zu ersten Entlastungsangriffen - und war gleich gefährlich.

Hunt bedient Arnautovic

Zunächst bediente Hunt mit einem Flachpass von links Marko Arnautovic, der in aussichtsreicher Position von seinem österreichischen Landsmann Christian Fuchs bedrängt zu Fall kam. Er forderte vergeblich Strafstoß (16.).

Nur eine Minute später schloss Hunt vom linken Strafraumeck selbst ab und überwand Schalkes Torwart Lars Unnerstall mit einem Flachschuss. Auch danach blieb Bremen konzentriert und gefährlicher: Sokratis (30.) traf per Kopf nur die Latte, ebenso Kevin de Bruyne mit seinem Eckstoß zwei Minuten später.

Schalke hatte im Vergleich zum Spiel gegen Arsenal mit Kapitän Benedikt Höwedes für den verletzten Atsuto Uchida auf rechts begonnen, Kyriakos Papadopoulos gab nach auskurierter Kopfverletzung in der Innenverteidigung sein Startelf-Comeback.

Lukimya für Prödl

Bei den Bremern erhielt in der Abwehrzentrale Assani Lukimya den Vorzug vor Sebastian Prödl.

Nach der Pause bissen sich die umständlich agierenden Schalker weiter die Zähne an den Bremern aus, die ihrerseits bei Kontern gefährlich blieben. Nur am zwingenden Torabschluss fehlte es. Schalke brauchte eine Standardsituation zum Ausgleich.

Keine Chance für Mielitz

Einen Freistoß von Fuchs köpfte Neustädter unhaltbar für Mielitz ein. Erst danach ließen die Bremer nach, und Schalke legte zu. Draxler, zur Halbzeit für Ibrahim Afellay eingewchelt, kam nach einer Unachtsamkeit der Werder-Deckung frei auf halblinks zum Schuss un erzielte das 2:1.

In der allerletzten Sekunde rettete Holtby auf der Linie den knappen Sieg, nachdem Gebre Selassi im Anschluss an eine Ecke mit der Hacke an den Ball gekommen war.

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