Vor dem FCA trainierte Weinzierl (M.) vier Jahre Drittligist Jahn Regensburg © getty

Schlusslicht Augsburg empfängt Dortmund. FCA-Coach Markus Weinzierl rechnet sich gegen den Meister bei SPORT1 etwas aus.

Von Reinhard Franke

München - Der FC Augsburg will die Kurve kriegen. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Beim Blick auf die Tabelle wird der geneigte FCA-Fan jedenfalls leicht missmutig.

Platz 18, nur ein Saisonsieg aus den bisherigen zehn Spielen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Grund zur Zuversicht gibt es eigentlich wenig. Zumal am Samstag auch noch Borussia Dortmund (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) nach Augsburg kommt.

Eigentlich eine klare Sache für den Deutschen Meister.

Die fabelhafte Vorstellung der Dortmunder beim 2:2 in der Champions League bei Real Madrid sollte eigentlich jeden Augsburg-Fan und die Verantwortlichen vor Schreck zusammenzucken lassen.

"Kein Grund zur Resignation"

Doch zumindest bei Markus Weinzierl ist das Gegenteil der Fall.

"Es gibt gar keinen Grund zur Resignation. Wir freuen uns sehr auf das Spiel, weil mit Borussia Dortmund der Deutsche Meister zu uns kommt, mit all seinen guten Einzelspielern", sagt der FCA-Chefcoach im Gespräch mit SPORT1.

"Wir haben in 90 Minuten die Chance, das Ganze positiv zu gestalten. Natürlich wissen wir, dass wir der krasse Außenseiter sind und der Gegner unglaublich gut drauf ist."

Das Ganze, damit meint Weinzierl nicht nur das Duell mit dem BVB, sondern die sportliche Ausgangslage.

Wieder Zählbares verbuchen

Die Fuggerstädter wollen nach einem schlechten Saisonstart und einem kurzen Zwischenhoch wieder Zählbares verbuchen.

"Wir haben den Start mit nur einem Punkt aus fünf Spielen nicht gut hinbekommen, haben darauf reagiert und Dinge verändert", sagt Weinzierl: "Dann haben wir fünf Punkte aus drei Spielen geholt und zuletzt ist diese positive Serie leider gerissen."

Zuletzt wurde zu Hause gegen Hamburg und in Hannover verloren. Natürlich sei man unzufrieden, erklärt der FCA-Coach, "wir haben aber im Spiel gegen den BVB die nächste Möglichkeit zu punkten und wir müssen auch mal punkten, wo uns keiner etwas zutraut."

Weinzierl setzt auf Außenseiterrolle

Weinzierl weiß natürlich um die Schwere der Aufgabe gegen die Elf von Trainer Jürgen Klopp.

Doch der 38-Jährige betont, dass "im Fußball alles möglich ist."

Und er fügt hinzu: "Wir glauben daran und fühlen uns in der Außenseiterrolle wohl. Wir wollen den großen Favoriten ärgern, dass sie gut sind, das hat man im Fernsehen gesehen."

Mölders wieder im Kader

Hoffnung macht, dass Sascha Mölder nach langer Verletzungspause (Knöchelbruch) wieder zur Verfügung steht.

Mit vier Toren in drei Spielen für die U 23 des FCA hat der 27-Jährige zuletzt seine gute Form unter Beweis gestellt.

Weinzierl ist froh, mit Mölders eine weitere Alternative im Sturmzentrum zu haben.

"Sascha hat eine lange Verletzungsphase hinter sich und da ist es ganz normal, dass man nicht von null auf 100 der Alte ist. Man braucht eine gewisse Zeit und er hat in der zweiten Mannschaft Spielpraxis gesammelt und Tore erzielt. Er ist auf jeden Fall eine Alternative für Dortmund."

"Wir sind heiß"

Und so hoffen die Augsburger, dass zu schaffen, was Real Madrid unter der Woche erst in letzter Minute gelang: Gegen den BVB zu punkten.

"Wir sind heiß", sagt Weinzierl: "Wir haben drei Punkte zu wenig auf dem Konto. Dem laufen wir hinterher, aber wir sind gewillt, das wieder gut zu machen, sehen uns gefordert endlich zu punkten."

Der Trainer setzt dafür auf die Grundtugenden des Fußballs.

"Die Aufgabe wird sehr schwer", sagt Weinzierl: "Unsere Pflicht ist es, das sich jeder Spieler den Arsch aufreißt und für die Mannschaft rennt und kämpft. Am Ende müssen wir uns in die Augen schauen können und sagen, dass wir alles füreinander gegeben haben. Wenn der Gegner am Ende besser ist, dann ist es ebenso."

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