Jupp Heynckes begann seine Trainerkarriere 1979 bei Borussia Mönchengladbach © getty

Münchens Coach sieht keine Euphorie aufkommen und warnt vor der Eintracht. Er diskutiert mit den Bossen, wie es weitergeht.

München - Alltag statt Festtag:

Bayern München will seiner 6:1-Gala in der Champions League gegen den OSC Lille (Bericht) auch in der Bundesliga eine weitere Machtdemonstration folgen lassen und durch einen Sieg im Spitzenspiel am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Eintracht Frankfurt seinen beeindruckenden Sieben-Punkte-Vorsprung ausbauen.

"Natürlich wollen wir auch dieses Spiel gewinnen. Wenn wir in Fluss kommen, wird es für jede Mannschaft schwer", sagte Trainer Jupp Heynckes mit Bestimmheit.

Er warnte aber gleichzeitig "vor der Überraschungsmannschaft der Liga. Sie haben den Aufstiegsschwung mitgebracht. Deshalb ist es wichtig, dass wir schnell den Schalter von Champions League wieder auf Bundesliga umlegen". (DATENCENTER Ergebnisse und Tabellen)

Heynckes fordert nächste Topleistung

Dass seinen Stars dies gelingt, davon ist der 67-Jährige auch nach den anhaltenden Lobeshymnen überzeugt.

"Es kommt keine Euphorie auf, im Gegenteil. Wir haben eine schwierige Aufgabe. Wir werden noch mehr gefordert sein. Wir müssen wieder eine Topleistung abrufen", sagte der Bayern-Coach.

Die Kommentare seiner Spieler seien "besonnen und moderat. Sie sind so: Das ist eine Momentaufnahme, die Arbeit ist noch nicht getan. Deswegen lassen wir uns auch nicht unnötig anstecken. Die Fans können das vielmehr genießen als wir selbst."

Auch Präsident Uli Hoeneß hatte zuvor bereits betont, dass die Höhenluft "sehr dünn" sei.

[kaltura id="0_h42f20yb" class="full_size" title="Bayern erwarten das Überraschungsteam"]

Lektion gelernt

Die Mannschaft hat nach zwei titellosen Jahren aber offenbar ihre Lektion gelernt, wie auch Superstar Arjen Robben verdeutlichte: "Wir müssen uns in jedem Spiel neu beweisen. Am Samstag fängt's bei Null an."

Bis auf Mario Gomez, der am Dienstag sein Comeback in einem Testspiel feiern soll, und den verletzten Holger Badstuber kann Heynckes ("Wir sind physisch voll auf der Höhe") aus dem Vollen schöpfen.

Fraglich ist nur noch der Einsatz von Luiz Gustavo (Adduktorenprobleme). Dafür kehrt Torjäger Mario Mandzukic nach überstandener Erkältung zurück.

Heynckes ganz unaufgeregt

Über seine eigene Zukunft wollte sich Heynckes, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, indes auch weiter nicht äußern.

Es bedeute ihm zwar schon etwas, wenn ihn Spieler wie Robben oder Franck Ribery loben würden, "aber auch damit gehe ich ganz unaufgeregt um. Man soll sich da so nicht so sehr beeinflussen lassen, das mache ich auch nicht." (BERICHT: Ribery und Robben hoffen auf Heynckes)

Erst im Frühjahr wolle er wie vereinbart mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über einen neuen Vertrag sprechen.

Martinez "im Aufwind"

Immerhin verriet Heynckes am Freitag nach einer Sitzung mit Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer am Abend zuvor, dass man sich dabei "natürlich auch Gedanken über die Zukunft des Klubs" gemacht habe.

Möglicherweise werde man den Kader noch weiter verbessern, erzählte Heynckes.

Dies kann man durchaus als Drohung an die Konkurrenz verstehen - ebenso wie die Worte des 67-Jährigen über Rekordeinkauf Javier Martinez: (BERICHT: Martinez sucht Anschluss)

"Er ist im Aufwind. Wenn ich so andere Einkäufe sehe, von anderen Spitzenklubs in Europa, dann war das ein Volltreffer. Er wird noch viel, viel besser."

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