Adam Szalai (l.) spielt seit 2010 beim 1. FSV Mainz 05 unter Thomas Tuchel © getty

Auch ohne Holtby und Schürrle trumpft Adam Szalai in Mainz groß auf. Gegen Nürnberg will er seine Erfolgsserie fortsetzen.

Von Rainer Nachtwey

München - Acht Tore in zehn Spielen, unlängst der erste Dreierpack gegen Hoffenheim, Platz eins bei den Torjägern gemeinsam mit Mario Mandzukic:

Bei Adam Szalai könnte es persönlich kaum besser laufen.

Doch der Stürmer des FSV Mainz ist nicht ganz zufrieden. Denn auswärts hakt es bei den Mainzern noch, wie zuletzt beim 1:2 in Bremen.

"Wenn ein Stürmer trifft, ist das immer schön", sagt Szalai bei "bundesliga.de". "In Bremen haben wir zuletzt auch ein super Spiel gemacht, aber wir wollen uns auswärts auch mit Punkten belohnen."

Mehr als die Hälfte aller Mainzer Tore

Die 05er können sich also freuen, dass es am 11. Spieltag zu einem Heimspiel gegen Nürnberg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) kommt. Drei Siege und 6:0 Tore gelangen den Mainzern in den letzten drei Heimspielen.

"Wir wollen unsere Stärke zeigen und die Punkte dabehalten", gibt Szalai das Ziel aus.

Dann ist allerdings Voraussetzung, dass der Ungar auch wieder trifft. Denn außer Szalai, so scheint es, trifft in Mainz keiner. Acht der 13 Mainzer Tore erzielte der 1,92-Meter-Riese.

Bei keinem anderen Bundesliga-Klub ist der Anteil eines Spielers an den Toren der Mannschaft so hoch (DATENCENTER: Die Torjäger).

Ähnliche Rolle wie Lewandowski

Doch Szalai allein auf die Tore zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Im System von Trainer Thomas Tuchel spielt er eine gewichtige Rolle.

"Adam ist mit seinen spielerischen Fähigkeiten, seiner physischen Präsenz und ganz besonders auch mit seinem positiven Charakter ein wichtiger Baustein", lobt ihn der Coach im "kicker".

Szalai kommt eine ähnliche Rolle zu wie Robert Lewandowski in Dortmund: Im Angriffszentrum den Ball halten, auf die Außenstürmer wie Nicolai Müller oder Nikita Rukavytsya ablegen und den Weg zum Tor suchen.

So erzielte er zwei seiner drei Tore gegen Hoffenheim.

Einzige Sturmspitze in Mainz

Und der 24-Jährige ergänzt: "Ich habe viele andere, auch defensive Aufgaben in einem Spiel. Nur wenn ich die erledige, dann treffe ich auch vorne."

Szalai ist sich seiner Bedeutung im Team bewusst, weiß aber auch, dass er nur ein Teil in der Mainzer Offensive ist. "Ich habe gelernt, dass es mir nicht hilft, wenn ich mich auf Tore fixiere", sagt er der "FAZ".

Szalai ist auch deshalb für die Mainzer enorm wichtig, weil er der einzige echte Stürmer ist. Nach den Abgängen von Sami Allagui und Mohammed Zidan gibt es für Tuchel in der Sturmmitte kaum Alternativen.

Tuchel weiß alles

Aber Szalai ist nicht nur wichtig für Tuchel, auch Tuchel für Szalai. Den Coach kennt er noch aus gemeinsamer Zeit in der Jugend beim VfB Stuttgart.

"Jeder weiß, dass unser Trainer uns immer perfekt vorbereitet. Es gab noch nie ein Spiel, vor dem ich nicht schon am Freitag wusste, wie der linke Verteidiger den Ball annimmt oder mit welchem Fuß der Innenverteidiger das Spiel eröffnet", beschreibt der Stürmer seinen Coach.

"Aber darüber hinaus ist er auch sehr gut als Mentaltrainer. Er kennt uns Spieler sehr gut und weiß, wie und wann er mit jemandem sprechen muss. Er weiß genau, wie jeder gerade drauf ist."

Selbst als Tuchel nach Szalais eher mäßigen Auftritten zu Saisonbeginn ratlos wirkte.

"Das hat der Trainer nur in der Öffentlichkeit gesagt. Er wusste sehr genau, welches Problem ich hatte", sagt er.

Großes Lob für Holtby und Schürrle

Nach seiner langen Verletzungspause in der Vorsaison, als er sich das Kreuzband riss, ist Szalai wieder in der Form der Hinrunde 2011, in der er einst gemeinsam mit Lewis Holtby und Andre Schürrle als Bruchweg-Boys die Liga verzückte.

"Vielleicht war es damals etwas einfacher, als ich Lewis Holtby und Andre Schürrle an meiner Seite hatte. Die beiden sind nicht umsonst bei Topklubs und deutsche Nationalspieler", sagt Szalai.

"Es lief alles perfekt, wir haben Spiele gewonnen, waren wochenlang Tabellenführer, und der ganze Bruchweg ist ausgeflippt", erinnert er sich an die Zeit gerne zurück.

Besser als zu Bruchweg-Boy-Zeiten

Doch selbst zu den Zeiten mit Holtby und Schürrle (3 Tore in 15 Spielen) war er nicht so erfolgreich wie im Moment.

"Ich habe in den letzten Spielen schon eine sehr gute Serie hingelegt", sagt Szalai, und Tuchel ergänzt: "Wir versuchen, Adam in seinem Lauf drinzuhalten."

Am besten im Heimspiel gegen Nürnberg.

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