Klaus Allofs wurde mit Werder zuletzt 2004 Deutscher Meister © getty

Bremens Manager will nichts von einem Wechsel wissen. Nach SPORT1-Informationen ist er aber Wunschkandidat als VfL-Sportdirektor.

Von Felix Götz und Fabian Greve

München - Klaus Allofs hat einen bevorstehenden Wechsel zum VfL Wolfsburg dementiert.

"Mir liegt kein Angebot des VfL Wolfsburg vor. Es hat auch keine Gespräche gegeben. Also muss ich mich mit dem Thema nicht beschäftigen", sagte Werder Bremens Manager der "dpa".

Und zur "Bild" meinte er: "Ich bin total fokussiert auf Werder. Das ist die Situation, eine andere stellt sich nicht."

Nach SPORT1-Informationen gilt es aber als gesichert, dass Allofs bei den "Wölfen" Wunschkandidat als neuer Sportdirektor ist. Der Klub will, dass er im Winter kommt und hat zumindest informell vorgefühlt.

Dementi erst Stunden später

Auffällig ist, dass der frühere Stürmer dazu zunächst keinen Kommentar abgab und erst Stunden später dementierte, statt die Sache direkt aus der Welt zu schaffen.

Der VfL-Aufsichtsrat will die Angelegenheit bis jetzt nicht kommentieren, ebensowenig Werder-Coach Thomas Schaaf, Allofs' langjähriger Weggefährte.

Laut "Weser Kurier" sitzt derzeit die Geschäftsleitung der Bremer zusammen, um eine Erklärung zu formulieren.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Werder und Allofs unzufrieden

Unabhängig vom Ausgang der Entwicklung: Allofs wird nachgesagt, in Bremen seit einiger Zeit nicht mehr zufrieden zu sein. Auch, weil er zuletzt wenig Geld für Transfers zur Verfügung hatte.

Aber auch der Verein soll mit der Arbeit des 55-Jährigen, der seit 13 Jahren die Geschicke bei den Hanseaten lenkt, zuletzt nicht mehr sonderlich glücklich gewesen sein.

Vor allem Allofs' in den vergangenen Jahren öfter unglückliches Händchen bei Transfers wird offenbar kritisiert. Besonders Allofs' Verhältnis zu Werder-Aufsichtsratschef Willi Lemke gilt als belastet.

13,9 Millionen Euro Verlust

Der Grund ist neben den Transfers die generelle finanzielle Schieflage.

Das vergangene Geschäftsjahr schlossen die Hanseaten mit einem Rekordverlust von 13,9 Millionen Euro ab.

Der Umsatz brach auf 95,6 Millionen Euro ein.

[kaltura id="0_clxf2sb1" class="full_size" title="Werder bangt um Allofs"]

Übernimmt Baumann?

Trotzdem wollen die Spieler nichts von einem Allofs-Abgang wissen. "Ich gehe nicht davon aus, dass es so kommt. Aber man weiß im Fußball ja nie. Klaus Allofs leistet super Arbeit. Es wäre für alle tragisch, wenn er gehen würde", sagte Nils Petersen zu SPORT1.

Und Sebastian Prödl meinte: "Wir sollten uns nicht über ungelegte Eier unterhalten."

Demgegenüber steht die Einschätzung eines namentlich nicht genannten Werder-Verantwortlichen in der "Welt": "Wir werden Allofs keine Steine in den Weg legen, wenn er gehen möchte."

Der Präsident des Stammvereins, Klaus-Dieter Fischer, wiegelte dagegen in der "Kreiszeitung Syke" ab: "Wir wissen in der Geschäftsführung nichts davon. Und bei dem Verhältnis, das wir miteinander pflegen, wüssten wir so etwas."

Als möglicher Allofs-Nachfolger in Bremen wird für den Fall der Fälle Ex-Kapitän Frank Baumann gehandelt.

Wolfsburg sucht Coach und Manager

Fakt ist: Wolfsburg möchte nach der Entlassung von Felix Magath den Trainer- und Managerposten nicht mehr mit ein und derselben Person besetzen.

Stephan Grühsem, Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG und Aufsichtsratsmitglied beim VfL, sagt: "Allofs ist mit seinem Profil ein Manager, der sicher jedem Klub gut zu Gesicht stehen würde."

Allofs stand bereits vor zwei Jahren auf dem Wunschzettel der "Wölfe". Damals sagte er allerdings ab. Diesmal ist die Lage offenbar anders.

Kommt Slomka?

Aktuell fungiert in Wolfsburg Lorenz-Günther Köstner als Chefcoach.

Sollte Allofs kommen, gilt angeblich Mirko Slomka als heißer Kandidat auf den Trainerposten.

Slomka hat seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag in Hannover noch nicht verlängert.

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