Arjen Robben (M.) wechselte 2009 von Real Madrid zum FC Bayern München © getty

Die Münchner domieren die Liga. Aus dem BVB-Lager kommen bei SPORT1 erste Gratulationen. Doch Bayern will aus den Fehlern lernen.

Von Jakob Gajdzik und Hardy Heuer

München - Die Konkurrenz kann beinahe schon das berühmte Fernglas auspacken, das Bayern-Präsident Uli Hoeneß seinen Rivalen früher sehr gerne empfahl.

Nach rund einem Drittel der Saison hat der FC Bayern auf den ersten Verfolger Schalke 04 bereits sieben Punkte Vorsprung.

Auf Titelverteidiger Borussia Dortmund sind es gar schon elf Zähler. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kein Wunder, dass aus den Reihen der Schwarz-Gelben bereits die ersten Glückwünsche Richtung Isar geschickt werden.

Ricken beeindruckt von Kader

"Das ist ein Kader, den wahrscheinlich noch nie irgendeine deutsche Mannschaft gehabt hat und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass da noch ein anderer Verein dazwischen grätschen kann", sagte der ehemalige BVB-Profi und aktuelle Jugendkoordinator Lars Ricken im Gespräch mit SPORT1.

"Wenn man einen 40-Millionen-Mann größtenteils auf die Bank setzen kann, mit dem Hintergrund, Kroos, Schweinsteiger und Gustavo Beine zu machen, dann hat das natürlich eine Aussagekraft", kommentiert der Champions-League-Held von 1997 den Transfer von Javi Martinez.

Bayern zu stoppen? "Normalerweise nicht"

Auf die Frage, ob die Bayern noch zu stoppen sind, entgegnet Ricken: "Normalerweise nicht."

Doch nicht nur in Dortmund will man die Schale bereits nach München schicken, auch aus der bayerischen Landeshauptstadt prasselt das Lob auf die Roten nieder.

Bayern-Scout Paul Breitner zog im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 bereits Vergleiche mit dem FC Barcelona (Bericht) und auch der ehemalige Bayern-Torhüter Oliver Kahn prophezeit den Münchnern in der "Bild" die Deutsche Meisterschaft mit zehn Punkten Vorsprung zu gewinnen.

BVB gibt Bayern Antrieb

Neben der eigenen Qualität sieht Kahn besonders den Rivalen aus Dortmund als Antrieb, der den Bayern in den vergangenen beiden Jahren die Meisterschaft und im letzten Jahr auch noch den DFB-Pokal vor der Nase wegschnappte.

[kaltura id="0_epmpfo4x" class="full_size" title="Breitner Bayern spielt wie Barca"]

"Der BVB hat die Bayern zwei Jahre hintereinander in der Meisterschaft abgehängt, er hat den Rekordmeister dabei in fünf direkten Duellen geschlagen. Es ist genau diese Schmach, die die Münchner jetzt so anstachelt, schließlich gehört es zum Selbstverständnis des FC Bayern, die Nummer 1 zu sein", schreibt Kahn in seinem Blog.

Beckenbauer befürchtet keinen Einbruch

Dass es bei den Münchnern, die in der Liga 27 von 30 möglichen Punkten geholt haben, so gut läuft, liegt auch an der sensationellen Form von Franck Ribery.

Auch deshalb ist Franz Beckenbauer überzeugt, dass es "nicht wieder so einen Einbruch wie 2011 geben" werde, wie der Bayern-Ehrenpräsident bei der Verleihung der Laureus-Awards feststellte.

Gomez wieder im Mannschaftstraining

Zudem gibt es weitere gute Nachrichten vom Trainingsplatz an der Säbener Straße. Torjäger Mario Gomez ist nach knapp dreimonatiger Verletzungspause wieder im Mannschaftstraining und könnte bald wieder einsatzbereit sein.

"Mir geht es sehr gut", sagt der 27-Jährige Nationalspieler.

Die Bayern selbst wollen sich von den Lobeshymnen und Glückwünschen nicht den Blick vernebeln lassen.

Vorzeitige Meisterschaft? Pustekuchen. Die Roten predigen nach den negativen Erfahrungen der letzten beiden Jahre Demut.

Keine Fernglas-Parolen aus München

Auf die Fernglas-Parolen aus dem Süden wartet der Rest der Republik vergeblich.

Allen voran Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer unterstreicht, wie wichtig ein klarer Kopf ist.

"In dem Moment, wo wir körperlich und geistig klar sind, sind wir gut. Aber das gilt es immer wieder zu beweisen. Die Meisterschaft, davon rede ich nicht."

Flügelflitzer Arjen Robben ist der gleichen Meinung. "Das ist zu weit gedacht. Das wichtigste Spiel ist das nächste", fordert der Niederländer kurzfristig zu denken, statt zu träumen.

Auch Uli Hoeneß, die langjährige Abteilung Attacke des FCB, entgegnet auf die Frage, ob Bayern noch von der Spitze zu verdrängen ist mit: "Keine Ahnung. Das sollen andere beantworten."

Hoeneß fordert zwei Heimsiege

Als nächstes steht den Münchnern die Aufgabe in der Champions League gegen den OSC Lille (Mi. ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) bevor.

"Wir müssen die wegputzen", fordert Hoeneß vor der Lille-Partie und meint damit auch das zweite Heimspiel gegen BATE Borrisow.

So soll auch mit einem klaren Kopf der nächste Schritt in der Königsklasse gemacht werden - in diesem Fall Richtung Achtelfinale.

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