Simon Rolfes sah im 211. Bundesligaspiel seinen ersten Platzverweis © getty

Leverkusen überflügelt nach mit dem Sieg gegen Düsseldorf Meister Dortmund - hadert aber mit dem Blitz-Platzverweis für Rolfes.

Leverkusen - Am Ende konnte sogar Blitz-Rotsünder Simon Rolfes wieder lächeln.

Gerade mal 75 Sekunden war der Ex-Nationalspieler von Bayer Leverkusen nach seiner Einwechslung in der 63. Minute auf dem Feld gewesen, als er im Derby gegen Fortuna Düsseldorf die zweitschnellste Rote Karte der Bundesligageschichte sah.

Dennoch rettete Bayer gegen den Aufsteiger einen 3:2 (2:1)-Sieg (Bericht) über die Zeit, ist damit seit elf Pflichtspielen ungeschlagen und verdrängte Meister Borussia Dortmund vom vierten Platz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Rolfes hadert mit Platzverweis

Das beschwichtigte auch Rolfes, der nach seinem Foul an Adam Bodzek und der Roten Karte dennoch die Welt nicht mehr verstanden hatte.

"Ich lege mir den Ball zu weit vor und spiele dann Foul - aber das war maximal Gelb, unglaublich ärgerlich, völlig unnötig. Wichtig ist aber, dass wir trotzdem gewonnen haben."

Nur Marcel Titsch-Rivero hatte am 14. Mai 2011 im Trikot von Eintracht Frankfurt in knapp 50 Jahren Bundesliga noch schneller Rot gesehen - er stand bei seinem Liga-Debüt nur 43 Sekunden auf dem Platz ( 634024 DIASHOW: Der 10. Spieltag ).

Lewandowski sauer

"In der Summe der letzten Wochen regt uns diese Rote Karte auf, weil wir nach Fouls eine Reihe von verletzten Spielern zu beklagen hatten und wir nie ein Wort gegen die Schiedsrichter gesagt haben - und heute bekommen wir eine Rote Karte für so ein Foul im Mittelfeld", sagte Bayer-Coach Sascha Lewandowski, wenn er auch einschränkte:

"Wir müssen uns das noch einmal in Ruhe anschauen, aber aus dem Spiel heraus haben wir das anders gesehen."

Kurioses Gegentor

Doch der Platzverweis war nicht die einzige kuriose Szene im Spiel. Der Düsseldorfer Ausgleich erinnerte doch stark an den Bayer-Siegtreffer in der Vorwoche gegen den FC Bayern.

Nando Rafael köpfte nach einer Ecke Innenverteidiger Ömer Toprak an den nach einem Nasenbeinbruch lädierten und durch eine Maske geschützten Kopf, von dort landet der Ball im Tor.

"Die Maske stört schon ein bisschen, aber das ist natürlich auch Pech. Selbst wenn die Maske nicht da ist, bekommen wir das Tor", kommentierte Toprak die Szene bei "Sky".

Perfekte Bayer-Woche

Elf Tage, drei Wettbewerbe - vier Siege: Bayer Leverkusen zeigt in kraftraubenden englischen Wochen eindrucksvoll Stärke.

Daher war es für Rolfes auch kein Problem, dass er sich zunächst auf der Bank wiederfand.

"Wir haben viele Englische Wochen, daher ist es wichtig, immer mal wieder ein bisschen zu wechseln. Unser Kader ist nicht so groß, deshalb müssen wir die Belastungen gut verteilen. Es ist kein Problem für mich."

Meier kritisiert Lambertz scharf

Die Fortuna, die ihre vierte Liga-Niederlage in Serie hinnehmen musste, rutscht dagegen immer tiefer in den Tabellenkeller - und Coach Norbert Meier war gründlich bedient.

"Wir spielen gerade mit elf gegen zehn Mann und fangen an, aus 45 Metern aufs Tor zu schießen. Das wird in dieser Liga bestraft. Das hat vielleicht gereicht, als du in der Oberliga gespielt hast - jetzt nicht mehr", sagte Meier und spielte damit auf den Ballverlust von Kapitän Andreas Lambertz an, der schon zu Oberliga-Zeiten für die Fortuna auflief.

Und dieser richtete sich nach dem guten Saisonstart schon mal auf Abstiegskampf ein:

"Jetzt geht es eben in die andere Richtung. Das ist unser erstes Jahr, da kann man keine ausgeprägte Souveränität erwarten. Wir werden weiter kämpfen und niemals aufgeben."

Rafael verletzt

Am Samstag treffen die Düsseldorfer zuhause auf 1899 Hoffenheim, die nach dem Sieg gegen Schalke im Aufwind sind.

Dabei müssen sie wohl auf den zuletzt starken Rafael verzichten. Der Angreifer, der zuvor auch beim DFB-Pokal-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach traf, musste am Sonntag wegen Adduktorenproblemen ausgewechselt werden.

"Er geht in die Kernspintomographie. Wir hoffen, dass es nichts Schlimmeres ist", sagte Fortuna-Trainer Norbert Meier.

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