Sebastian Kehl (am Boden) wechselte 2002 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund © getty

Dortmund-Boss Watzke warnt nach der Nullnummer gegen Stuttgart vor einem Absturz. Kehl spielt bei Real Madrid mit Maske.

Von Martin Hoffmann

München - Der Chef machte am späten Abend vor, wie es geht.

Während die Spieler von Borussia Dortmund beim 0:0 (Nachbericht) gegen den VfB Stuttgart den Ball partout nicht ins Netz brachten, traf Klub-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke an der Torwand im "Aktuellen Sportstudio" viermal - dreimal ins obere Loch.

"So bügelt man einen Spieltag aus", applaudierte die Twitter-Gemeinde. Wenn es denn so einfach wäre.

Watzkes Viererpack half aber womöglich zumindest, den mahnenden Worten, die er an gleicher Stelle an sein Team richtete, Autorität zu verleihen.

"Müssen nach hinten schauen"

"Wir dürfen nicht nur nach vorne, sondern müssen auch nach hinten schauen", warnte Watzke die Mannschaft.

Eine Ansage, die nicht aus der Luft gegriffen daherkommt: Der BVB ist nach Leverkusens Heimsieg gegen Düsseldorf (Bericht) nur noch Fünfter und damit außerhalb der Champions-League-Ränge (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Watzke: Keine Traumbilanz

Für Watzke, in dem nach eigener Einschätzung "viel Realismus tobt", bricht deswegen zwar keine Welt zusammen: "Ich wusste schon vor der Saison, dass wir nicht zehn Jahre in Folge Meister werden."

Andererseits ist ihm der Elf-Zähler-Rückstand auf die Bayern an der Tabellenspitze doch etwas zu hoch: "16 Punkte aus zehn Spielen sind kein Desaster, aber auch kein Traum."

Kehl spielt mit Maske

Neben der ausbaufähigen Bilanz bereitet dem BVB-Boss auch die Verletzung von Kapitän Sebastian Kehl Kopfzerbrechen ( 634024 DIASHOW: Der 10. Spieltag ).

Nach dem durch einen Ellbogen-Check von Raphael Holzhauser verursachten Nasenbeinanbruch schwindet bei Watzke der Glaube, dass er es bei den sich häufenden Gesichtsverletzungen bei seinen Akteuren mit einem Zufall zu tun hat.

"Für mich ist es erstaunlich, dass wir permanent von so etwas betroffen sind", wundert er sich in der "Welt": "Vielleicht will man uns mit mehr Härte aus dem Rhythmus bringen - ich weiß es nicht."

Kehl wird am Dienstag in der Champions League bei Real Madrid allerdings die Zähne zusammenbeißen: Noch am Abend des Spiels gab er die Anfertigung einer Gesichtsmaske in Auftrag.

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