Tim Wiese (r.) wechselte in der Sommerpause von Werder Bremen zu 1899 Hoffenheim © getty

Der 1899-Keeper schafft mit einer starken Leistung gegen Schalke den Durchbruch im Dress der Kraichgauer und ist erleichtert.

Sinsheim - Sogar Joachim Löw war angetan vom Ex-Nationaltorwart.

"Tim Wiese hat sehr stark gehalten und sehr viel Sicherheit ausgestrahlt", sagte der Bundestrainer der "Bild am Sonntag" als Augenzeuge der Galavorstellung des Kapitäns von 1899 Hoffenheim 3:2 (1:1) gegen Champions-League-Starter Schalke 04 (Bericht).

Und auch Wiese selbst wirkte wie befreit. Der 30-Jährige sprintete bis zur Mittellinie, um mit dem Siegtorschützen Sven Schipplock und seinen Teamkollegen den Erfolg gegen Schalke zu feiern.

Über das neue, grüne Trikot, das Wiese das ersehnte Glück gebracht hatte, durfte sich nach dem Abpfiff ein treuer Anhänger freuen. ( 634024 DIASHOW: Der 10. Spieltag )

Wiese ist erleichtert

"Ich habe es einem Fan gegeben, der immer beim Training ist", verriet Wiese, der nach seinem ersten Erfolg als Hoffenheimer einen tiefen Einblick in sein Seelenleben gewährte.

"Wenn man keinen Sieg hat und ständig von der Schießbude geschrieben wird, geht das nicht spurlos an einem vorüber. Die Wiese-Rufe der Fans, die es nun zum ersten Mal in Hoffenheim gegeben hat, haben mir gut getan. Ich bin auch nur ein Mensch", sagte der Hoffenheimer Kapitän.

Wiese war anzumerken, dass er schwere Wochen hinter sich gebracht hatte. Als Nachfolger des beliebten Tom Starke war der frühere Nationaltorwart schon mit großer Skepsis im Kraichgau empfangen worden.

Dann hagelte es Niederlagen, eine Verletzung warf Wiese zudem zurück.

Schlechte Bilanz

Vor der Partie gegen Schalke hatte der frühere Bremer, der immer noch der schlechtesten Defensive der Bundesliga angehört (22 Gegentreffer), nicht einmal Grund zum Jubeln gehabt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit Wiese zwischen den Pfosten holten die Hoffenheimer in sechs Punktspielen ein Remis, fünfmal gingen sie als Verlierer vom Platz. Dazu kam die Pokalpleite beim Viertligisten Berliner AK.

Nationalmannschaft abgehakt

Gegen die deutlich überlegenen Schalker zeigte Wiese zum ersten Mal im Hoffenheimer Trikot sein wahres Leistungsvermögen.

Der Torwart hielt mehrfach überragend, bewahrte seinen Klub vor dem fünften Spiel ohne Sieg in Folge und verhinderte damit eine Debatte um Trainer Markus Babbel.

"Ich bin anscheinend wirklich angekommen. Aber so ist das Fußball-Geschäft. Zuletzt ist alles schiefgelaufen, viele Dinge liefen gegen mich", äußerte Wiese: "Diesmal bin ich der Held. Ich hoffe, dass dieser Sieg uns allen einen Schub gibt."

Einen Schub in Richtung Nationalmannschaft erhofft sich Wiese dagegen nicht mehr: "Sie haben gesagt, sie wollen auf Jüngere bauen. Dann sollen sie das auch machen."

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