Die Münchner lassen dem HSV keine Chance und profitieren von den Patzern der Verfolger. Vor allem dank des wohl besten Kaders aller Zeiten spricht nichts für einen Einbruch wie im Vorjahr.

Wer nach dem letzten Spieltag gedacht hatte, die Bundesliga würde wieder spannend werden, der wurde am Samstag eines Besseren belehrt.

Auf der Fahrt ins Hamburger Stadion konnten sich die Münchner Bayern anschauen, wie die potenziellen Rivalen Dortmund und Schalke patzten, nachdem am Freitagabend schon die Frankfurter Höhenflieger gestrauchelt waren.

Doch für den souveränen Tabellenführer war dies beim Hamburger SV kein Grund, einen Gang rauszunehmen. Und von Verunsicherung nach der ersten Liga-Pleite vergangenen Sonntag gegen Leverkusen war beim Rekordmeister ohnehin nichts zu spüren.

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Die Bayern waren den Hanseaten in allen Belangen turmhoch überlegen und machten die Partie nur deshalb spannend, weil sie in der ersten Halbzeit fahrlässig mit ihren Chancen umgingen.

Dann trafen Schweinsteiger kurz vor sowie Müller und Kroos kurz nach der Pause, und der Drops war gelutscht. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung nach nicht mal einem Drittel der Saison bereits auf Schalke, elf sogar auf den BVB.

Und diese Saison spricht ungeachtet der Leverkusen-Pleite so gut wie nichts für einen ähnlichen Einbruch wie im Vorjahr, als Double-Gewinner Dortmund noch insgesamt 16 Zähler auf den FCB gut machte.

Doch das traumatische Vize-Triple hat offenkundig bei allen Münchnern die Sinne geschärft. Die Mannschaft präsentiert sich spielerisch und körperlich hervorragend, vom früher gefürchteten Formknick nach einem großen Turnier ist bei den Stars nichts zu bemerken.

Hinzu kommt der wohl stärkste Bayern-Kader aller Zeiten, bei dem jeder Ausfall und jede Schwäche nahezu ohne sportlichen Verlust kompensiert werden kann. Und noch wichtiger: Beim FC Hollywood herrscht ungewohnte Ruhe, wenn wie in Hamburg Stars wie Robben und Martinez auf die Bank müssen.

Die Konkurrenz dagegen zeigt genau hier Defizite: Auf Schalke trübten die motzenden Ersatzleute Hildebrand und Marica die gute Stimmung nach der jüngsten Siegesserie.

Dann nahm Horst Heldt seine Kampfansage an die Bayern kleinlaut zurück und schließlich bestätigten die Gelsenkirchener beim 2:3 in Hoffenheim ihren Manager mit Fehlern, die einem Spitzenteam nicht passieren dürfen.

Bei Dortmund wiederum funktionieren viele Kleinigkeiten nicht, die in den letzten beiden Jahren perfekt liefen. Die beiden Lattentreffer beim 0:0 gegen Stuttgart wären letztes Jahr vermutlich ins Tor gegangen.

Vor allem aber verfügen die Borussen bei weitem nicht über die Tiefe des Bayern-Kaders. Fallen wichtige Spieler aus, kann das Klopp-Team das kaum verkraften.

So kommt es, dass Sebastian Kehl trotz Nasenbruchs mangels Alternativen nun mit Maske spielen muss. Nicht nur für den BVB-Kapitän war es ein Spieltag zum Vergessen.

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