Mame Diouf erzielte im Kalenderjahr 15 Tore in 24 Pflichtspielen © getty

Der Top-Stürmer macht gegen Augsburg den feinen Unterschied. Die Gäste nehmen es mit einer Mischung aus Bewunderung und Neid.

Hannover - Präsident Martin Kind kam wie immer schnell zur Sache und sofort auf den Punkt.

"Ein toller Typ, ein willensstarker Spieler, ein gefährlicher Stürmer", lobte der Vereinsboss von Hannover 96 stakkatoartig "Matchwinner" Mame Diouf.

Das erste Tor selbst geschossen, den zweiten Treffer vorbereitet - in erster Linie hatten es die Niedersachsen dem Senegalesen zu verdanken, dass mit dem 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg (Bericht) eine Serie von vier Ligaspielen ohne Sieg zu Ende ging. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit 15 Toren in 24 Pflichtspielen im Kalenderjahr 2012 personifiziert der 24-Jährige geradezu die Effektivität der Norddeutschen vor dem gegnerischen Tor.

Auch gegen das Tabellenschlusslicht reichten den Platzherren vier Einschussmöglichkeiten zu den Toren von Diouf (26.) und Lars Stindl (85.), an allen war der Afrikaner maßgeblich beteiligt.

"Unfassbar schnell und trifft immer"

"Mame ist unfassbar schnell und trifft eigentlich immer. Vielleicht, weil er sich keine großen Gedanken beim Toreschießen macht", mutmaßte 96-Trainer Mirko Slomka über die Gründe für den Höhenflug von Diouf, der in der herausragend besetzten Offensive der Hannoveraner gegenüber seinen Konkurrenten derzeit die Nase vorn hat.

Mit einer Mischung aus viel Bewunderung und ein wenig Neid ließ FCA-Coach Markus Weinzierl die 90 Spielminuten vor 41.200 Zuschauern in der WM-Arena am Maschsee noch einmal vor seinem geistigen Auge abrollen:

"Mit so einem Stürmer braucht jede Mannschaft wenig Torchancen. Wir dagegen haben ein Eckenverhältnis von 9:2 und treffen nicht. Man könnte ja auch aus einer Standardsituation heraus mal ein Tor erzielen."

Augsburg wieder Letzter

So aber hängt die "Rote Laterne" nach zehn Spielen mit nur sechs Punkten und fünf Toren wieder in Augsburg.

"Kein guter Schnitt, so wird das am Ende nicht reichen", räumte Rechtsverteidiger Kevin Vogt ein, erkannte aber auch positive Entwicklungen:

"Wir gehen ja nie sang- und klanglos unter, deshalb blicke ich optimistisch in die Zukunft."

Neuzugänge im Winter

Für den neuen Manager Jürgen Rollmann ist schon klar, dass in der Winterpause personell nachgerüstet werden muss: "Der aktuelle Kader hat unser Vertrauen - bis Dezember."

Gründe dafür hatte dem früheren Bundesliga-Torhüter die Niederlage beim Europa-League-Teilnehmer genug geliefert:

"Wer kein Tor schießt, kann nicht gewinnen. Uns fehlt es an Präzision vor dem gegnerischen Tor."

96 fürchtet Kräfteverschleiß

Genau dies ist die geringste Sorge in Hannover, eher fürchtet man an der Leine einen sukzessiv steigenden Kräfteverschleiß als Folge der zahlreichen Spiele.

Schon am Donnerstag geht es in der Europa League mit der Partie gegen Helsingsborgs IF aus Schweden weiter.

"Man merkt schon, dass das Team stark belastet ist", sagte Klubchef Kind, dem die Erleichterung über den Dreier gegen die Schwaben anzumerken war:

"Jetzt ist die Gesamtsituation wieder o.k. "

Bestätigt durch die Rückkehr in die obere Tabellenhälfte, was die Hannoveraner Ansprüche widerspiegelt.

Für Slomka jedoch kein Grund, sich bequem zurückzulehnen: "Man darf nie vergessen, wie eng es derzeit in der Tabelle zugeht."

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