Ibrahima Traore (l., gegen Kevin Großkreutz) gehörte zu den emsigsten Stuttgartern © getty

Der Meister kommt gegen Stuttgart nicht über ein Remis hinaus. Der Kapitän muss nach einem Check von Holzhauser raus.

Dortmund - Meister Borussia Dortmund kommt Bundesliga weiterhin nicht richtig in Schwung.

Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp musste sich drei Tage vor dem Champions-League-Spiel bei Real Madrid gegen den VfB Stuttgart mit einem 0:0 begnügen.

Mit 16 Punkten bleibt der BVB zunächst Vierter, während Stuttgart (13 Zähler) nach dem fünften Spiel in Folge ohne Niederlage weiter im Tabellenmittelfeld liegt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dortmund musste zusätzlich den Ausfall von Kapitän Sebastian Kehl verkraften ( 634024 DIASHOW: Der 10. Spieltag ). "Wir müssen damit leben, dass sich Unentschieden zu Hause immer wieder wie Niederlagen anfühlen", ärgerte sich Klopp bei "Sky".

Schwungvoller Beginn

Ende März hatten sich beide Mannschaften in einem denkwürdigen Spiel an gleicher Stelle 4:4 getrennt.

Vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion schienen beide Teams daran anknüpfen zu wollen. In der Anfangsphase entwickelte sich eine temporeiche, teils sogar hochklassige Begegnung mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten.

Schon nach zwei Minuten prüfte Christian Gentner BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller. Chancen fast im Minutentakt schlossen sich in dem intensiv geführten Spiel an. Stuttgart versteckte sich nicht und verlangte dem BVB alles ab.

Martin Harnik schoss den Ball im Anschluss an eine Ecke aus kurzer Distanz aber freistehend über das Dortmunder Tor (8.).

Holzhauser checkt Kehl

Aber auch die lauffreudigen Gastgeber spielten angetrieben von Mario Götze mit Elan nach vorne.

Der starke Ilkay Gündogan scheiterte zunächst an Sven Ulreich (5.), danach verfehlte Nationalspieler Marcel Schmelzer das Tor der Schwaben nur knapp (10.).

Nach 20 Minuten war die Partie für Kehl beendet. VfB-Akteur Raphael Holzhauser hatte in einem Luftkampf seinen Ellbogen unfair eingesetzt und den Routinier verletzt - ein eigentlich rotwürdiges Foul. Für Kehl kam Moritz Leitner ins Spiel, Holzhauser wurde fortan bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen.

"Es war eine unglückliche Situation und kein Absicht", entschuldigte sich Holzhauser hinterher und wünschte Kehl gute Besserung. Die erste Diagnose bei Kehl lautete Nasenbeinanbruch.

Hummels mit der besten Chance

Die größte Chance der ersten Halbzeit bot sich Innenverteidiger Mats Hummels nach einem Eckball von Marco Reus (29.).

Doch Ulreich lenkte den Ball nach dem Schuss des Nationalspielers aus fünf Metern an die Unterkante der Latte, den anschließenden Kopfball von Hummels klärte Arthur Boka auf der Linie.

In der Nachspielzeit war Gäste-Torjäger Vedad Ibisevic nach einem Abpraller von Weidenfeller zu überrascht und stolperte den Ball neben das Tor.

Seitenwechsler Schieber scheitert freistehend

Nach dem Wechsel gönnten sich die Teams auf dem Platz zunächst keine Erholungspause.

Ibisevic setzte einen Kopfball neben das BVB-Tor (48.), auf der anderen Seite vergab Reus zwei Minuten später die Möglichkeit zur Führung. Nach 56 Minuten brachte Klopp den Ex-Stuttgarter Julian Schieber für den schwachen Kevin Großkreutz.

Vier Minuten nach seiner Einwechslung scheiterte Schieber, der beim 4:4 im März zwei Tore für den VfB erzielt hatte, aber freistehend am starken Ulreich.

Finale Großchance, finaler Aufreger

In der 74. Minute brachte auf der Gegenseite Vedad Ibisevic den Ball nicht an Weidenfeller vorbei.

In der 88. Minute hatte der BVB ein letztes Mal Pech, als Lewandowski mit seinem Schuss ein weiteres Mal nur die Latte traf - wobei er aber auch im Abseits stand.

Einen finalen Aufreger gab es in der Nachspielzeit, als der schon mit Gelb vorbelastete Ibisevic Marcel Schmelzer am Hals erwischte - aber ohne einen Platzverweis davonkam.

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