Sebastian Rode (r.) stieg mit Eintracht Frankfurt im Sommer in die Bundesliga auf © getty

Die Hessen kassieren ausgerechnet im Aufsteiger-Duell mit Fürth einen Dämpfer. Nach dem Remis gibt es erstmals ein Pfeifkonzert.

Frankfurt/Main - Der Fluch der guten Tat bescherte den Profis von Eintracht Frankfurt einen ungemütlichen Abgang in die Stadionkatakomben.

Nach der bislang wohl schwächsten Saisonleistung des Überraschungsteams beim 1:1 im Aufsteigerduell mit der SpVgg Greuther Fürth (Bericht) und dem schmeichelhaften Punktgewinn verabschiedeten die Fans ihre Spieler mit einem gellenden Pfeifkonzert. ( 634024 DIASHOW: Der 10. Spieltag )

Und das ausgerechnet vor der Spitzenpartie am kommenden Spieltag bei Branchenführer Bayern München. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Geister, die sie durch den besten Start eines Neulings in der Bundesliga-Geschichte gerufen haben, meinten es an einem nasskalten Abend nicht gut mit den Hessen.

Meier appelliert an alle Träumer

Blitz-Torschütze Alexander Meier konnte die Reaktion einiger Anhänger zwar nachvollziehen, appellierte aber auch an den Realismus der Träumer.

"Es war doch klar, dass wir keinen Durchmarsch machen. Außerdem ist es ganz normal, dass wir nicht in jedem Spiel super auftreten können. Unser Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt", sagte Meier, der nach nur 24 Sekunden mit seinem siebten Saisontor für einen Auftakt nach Maß gesorgt hatte.

Trapp rettet den Punkt

Der bärenstarke Frankfurter Keeper Kevin Trapp musste sogar lauthals lachen, weil wegen der Ausbeute von nur einem Punkt aus zwei Spielen im Fanlager erste Unruhe aufkam.

"Soll ich jetzt von einer Krise reden?", fragte Trapp rhetorisch - und kriegte sich dabei kaum ein vor Erheiterung. Eintracht-Trainer Armin Veh nahm sogar noch etwas Positives mit nach Hause.

"So ein Spiel darfst du nicht verlieren", meinte der 51-Jährige: "Und wir haben es nicht verloren."

Asamoah verliert die Nerven

Es fehlte allerdings nicht viel und der in dieser Runde zuhause weiterhin ungeschlagene Tabellendritte hätte seine erste Heimniederlage seit dem 29. April 2012 kassiert.

Doch Fürths Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah versagten völlig freistehend gleich zweimal (27./58.) die Nerven vor dem Eintracht-Kasten.

"Wenn ich da abgebrühter bin, gewinnen wir das Spiel", sagte der Glücklos-Stürmer, der immer noch auf seinen ersten Saisontreffer wartet.

"Haben gezeigt, was in uns steckt."

Es wäre angesichts der vielen Konterchancen und der Überlegenheit in der zweiten Hälfte kein unverdienter Sieg der Franken gewesen. Bei Kapitän Mergim Mavraj war nach dem dritten Unentschieden in Folge und der Fortsetzung des Aufwärtstrends auch etwas Genugtuung herauszuhören.

Immerhin war vor dem Spiel zwischen den Überfliegern aus Frankfurt und dem bisherigen Schlusslicht aus Fürth ein ungleiches Duell prophezeit worden.

"Die Tabelle ist halt nur eine Momentaufnahme. Wir wissen, wie nah wir beeinander sind", sprach Innenverteidiger Mavraj von einem Treffen auf Augenhöhe und lobte die Moral der "Kleeblätter":

"Wir waren in der zweiten Halbzeit total selbstbewusst, hatten kein Zweifel, das war echt stark. Wir haben gezeigt, was in uns steckt."

Zaubertor von Stieber

Allen voran Zoltan Stieber, der mit einem frechen Lupfer über den herausstürzenden Eintracht-Schlussmann Trapp (53.) für den hochverdienten Ausgleich sorgte.

"Wie meine Manschaft nach dem frühen Rückstand zurückgekommen ist, davor ziehe ich den Hut", sagte Gäste-Trainer Mike Büskens: "Sie hat gezeigt, dass sie Qualität hat."

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