Aaron Hunt spielt seit 2004 für die Profis von Werder Bremen © getty

Bei SPORT1 trauert Hunt vergebenen Chancen hinterher. Er spricht über die Wundertüte Werder und seine Rolle als Führungsspieler.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Aaron Hunt ist in dieser Saison bei Werder Bremen zum Führungsspieler aufgestiegen.

Mit drei Toren und zwei Vorlagen ist der offensive Mittelfeldspieler gemeinsam mit Kevin De Bruyne, Nils Petersen und Marko Arnautovic der aktuell beste Scorer der Norddeutschen.

Allerdings ärgert sich der 26-Jährige über einige leichtfertig verspielte Punkte in den ersten neun Partien. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Drei Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen zeigen es deutlich: Bremen spielt bisher einfach nicht konstant genug. Mit der Partie gegen Mainz (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) soll sich das ändern.

Im SPORT1-Interview spricht Hunt über vergebene Chancen, die Wundertüte Werder und seine neue Rolle in der Mannschaft.

SPORT1: Herr Hunt, nach einem überzeugenden Heimsieg gegen Gladbach folgte ein 1:1 bei Aufsteiger Fürth. Werder ist in dieser Saison eine Wundertüte. Woher kommen die Leistungsschwankungen?

Aaron Hunt: Das ist schwer zu erklären, weil es an mehreren Faktoren liegt. In einigen Spielen haben wir zum Beispiel einfach zu viele Gegentore kassiert, um punkten zu können. Außerdem haben wir es auswärts gegen Dortmund und Hannover oder auch zuhause gegen Stuttgart verpasst, Punkte einzufahren, die wir schon fast sicher hatten. Und zuletzt gegen Fürth konnten wir die Vielzahl an Chancen nicht nutzen. Das waren alles wichtige Zähler, die uns jetzt fehlen.

SPORT1: Die fehlende Balance zwischen Defensive und Offensive wird seit Jahren bei Werder kritisiert. Spielt Bremen generell zu offensiv?

Hunt: Das Spiel von Werder steht für offensiv geprägten Fußball. Seitdem ich hier bin, ist es immer unser Ziel gewesen, nach vorne zu spielen. Natürlich ist dabei eine gewisse Balance wichtig. Die gesamte Elf muss mit nach hinten arbeiten und defensiv gut stehen, so wie wir gegen Mönchengladbach beispielsweise über 90 Minuten frühes, aggressives Pressing gezeigt haben. Diese Partie muss für uns richtungsweisend für die restliche Saison sein.

SPORT1: Sie sind in dieser Saison zum Führungsspieler aufgestiegen und sind mittlerweile der dienstälteste Profi im Kader. Wie hat sich ihre Rolle auf und abseits des Platzes verändert?

Hunt: Für mich ist eine Veränderung meiner Rolle gar nicht so spürbar, wie sie immer von der Öffentlichkeit dargestellt wird. In unserer Mannschaft hat es einen Umbruch gegeben und viele erfahrene Spieler, die lange im Verein waren, haben das Team verlassen. Wir haben jetzt eine sehr junge Mannschaft, in der ich einer der erfahrensten Akteure bin. Von daher ist es für mich selbstverständlich, dass ich Verantwortung übernehme. Das ist für mich eine ganz normale Entwicklung.

SPORT1: Am Sonntag gastiert der zuletzt starke FSV Mainz 05 im Weserstadion. Wie wollen Sie die Mainzer stoppen?

Hunt: Wir spielen zuhause und machen uns deshalb hauptsächlich Gedanken, welche Leistung wir abrufen müssen und nicht, wie wir Mainz stoppen wollen. Wir konzentrieren uns ganz auf uns. Wenn alle ihre Leistung bringen und jeder an sein Limit geht, werden wir Mainz schlagen.

SPORT1: Ihr Ex-Teamkollege Ivan Klasnic steht ja jetzt bei den Mainzern unter Vertrag. Hatten Sie schon Kontakt?

Hunt: Ivan und ich haben einige Male Kontakt miteinander gehabt, auch schon, als er noch in England unter Vertrag stand. Ich hoffe natürlich, dass er fit ist und spielt. Ich würde mich wirklich sehr über ein Wiedersehen freuen, selbst wenn er nur im Stadion zu Gast sein sollte.

SPORT1: Was kann man von Werder in dieser Saison noch erwarten? Ist das internationale Geschäft realistisch?

Hunt:Vom Potential, das wir in der Mannschaft haben, wäre das internationale Geschäft auf jeden Fall realistisch. Wir müssen aber so schnell wie möglich Konstanz in unsere Leistungen bekommen und die nötigen Punkte mitnehmen, die wir bislang teilweise liegen gelassen haben.

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