Felix Magath (r.) befindet sich schon in seiner zweiten Amtszeit in Wolfsburg © getty

Trotz der anhaltenden Negativserie lobt Wolfsburgs Coach nach der Pleite gegen Mainz sein Team. Das Ziel sei weiterhin Europa.

Von Tobias Wiltschek

München/Wolfsburg - Wenn man Felix Magath nach der Partie gegen Mainz 05 (Spielbericht) zuhörte, hätte man den Eindruck gewinnen können, seine Wolfsburger hätten endlich den ersehnten zweiten Saisonsieg gefeiert.

"Wir haben die gesamten 90 Minuten nach vorne gespielt. Spielerisch war das aus meiner Sicht unser bestes Spiel", erklärte der Trainer der Niedersachsen bei LIGA total!.

Man habe gegen die Mainzer viel über die Flügel gespielt und damit genau das richtige Mittel gewählt.

Kein Team trifft seltener

Allerdings stand nach den Toren von Junior Diaz (27.) und Adam Szalai (37.) am Ende dennoch eine 0:2-Niederlage, die die "Wölfe" bis auf Relegationsplatz 16 abstürzen ließ ( 617972 DIASHOW: Der 6. Spieltag ).

Nach sechs Spieltagen hat keine Mannschaft weniger Treffer markiert als die hochambitionierten Wolfsburger, die bislang lediglich zwei Mal ins gegnerische Tor trafen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Auch gegen die bestenfalls mittelmäßigen Gäste aus Rheinhessen war der Abschluss die große Schwäche des Sensationsmeisters von 2009.

Dost weiter ein Fremdkörper

Im Schnitt alle drei Minuten segelten die Flanken in den Strafraum der 05er. Allein einen Abnehmer fanden sie nicht, auch wenn Magath zur zweiten Halbzeit den 1,96 Meter großen Bas Dost ins Sturmzentrum stellte.

Doch der zehn Millionen Euro teure Neueinkauf vom SC Heerenveen erwies sich auch diesmal wieder als Fremdkörper in der Werkstruppe. Lediglich sieben (!) Ballkontakte standen für den Niederländer zu Buche.

Olic vergibt kläglich

Und wenn einmal eine Flanke genau auf dem Kopf eines Wolfsburgers landete, wurde die Chance kläglich vergeben - wie von Ivica Olic (66.).

Das ist natürlich auch Magath nicht entgangen.

"Ich glaube, der Schiedsrichter hätte so lange spielen lassen müssen, bis die Mainzer müde gewesen wären oder aufgegeben hätten", erklärte er bei LIGA total!.

Dass seine Spieler den Abschluss "vermasselt" hätten, sei dem mangelnden Selbstbewusstsein geschuldet, glaubt Magath.

Auch Innenverteidiger Naldo kennt das Problem. "Es fehlt das Selbstvertrauen", klagt eder Brasilianer.

Nicht panisch, aber dünnhäutig

Allerdings ließ Magath offen, wie er dieses Problem in den Griff bekommen will.

In Panik verfällt der 59-Jährige angesichts der noch jungen Saison zwar nicht. Die Tabelle sei nach sechs Spieltagen schließlich noch nicht so aussagekräftig.

Auf die Frage, ob er sich nach diesem verkorksten Start Sorgen um seinen Job mache, reagierte Magath dennoch dünnhäutig.

"Ich mache meinen Job so gut ich kann. Alles andere interessiert mich nicht", sagte er bei "Sky".

Ziel bleibt Europa

Vom Ziel Europapokal lässt er sich jetzt auch noch nicht abbringen: "Ich denke, das wird es immer noch sein, auch wenn wir momentan wenige Punkte haben."

Mehr Zähler als die Wolfsburger haben nun auch die Mainzer schon auf ihrem Konto. Nach ihrem zweiten Saisonsieg kletterten die 05er mit nunmehr sieben Punkten auf Platz elf.

"Es fühlt sich genial an, zu Null zu spielen. Das ist top", freute sich Trainer Thomas Tuchel, erinnerte aber auch an die Strapazen der letzten Zeit:

"Wir hatten vier Auswärtsspiele an den ersten sechs Spieltagen und müssen in der englischen Woche zweimal hintereinander auswärts spielen. Das hat jetzt gezehrt."

Mainzer Veletzungspech hält an

Mit Zdenek Pospech und Junior Diaz musste er in Wolfsburg zwei weitere Spieler verletzt vom Feld nehmen, nachdem bereits Eric-Maxim Choupo-Moting und Nicolai Müller aufgrund von Blessuren ausgefallen waren.

Choupo-Moting muss sich am Montag einer Meniskus-Operation unterziehen.

Wie lange der Stürmer den Mainzern fehlen wird, ist noch unklar. Definitiv ausfallen wird er am kommenden Samstag gegen Fortuna Düsseldorf.

Dann aber hat das Tuchel-Team wenigstens wieder ein Heimspiel.

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