Alex Meier (M.) wechselte 2004 vom Hamburger SV zu Eintracht Frankfurt © getty

Alex Meier war nach dem Sieg der gefeierte Held bei der Eintracht. Die Rolle des Bayern-Jägers lehnt er ab. Freiburg bleibt ruhig.

Von Marc-Oliver Robbers

Frankfurt - Nach seinem Doppelpack waren Alexander Meier die Lobeshymnen um seine Person ziemlich unangenehm.

"Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen, es geht nicht um einen Einzelnen", sagte der Matchwinner von Aufsteiger Eintracht Frankfurt nach dem 2:1 (0:0) gegen den SC Freiburg (SPIELBERICHT: Meier-Gala! Eintracht bleibt erster Bayern-Jäger) .

Mit einem Traumtor und einem Kopfballtreffer hatte der 29-Jährige innerhalb von fünf Minuten (67. und 73.) einen 0:1-Rückstand allerdings fast im Alleingang gedreht.

Rekordstart ausgebaut

Dank Meier bauten die Hessen ihren Rekordstart aus und bleiben Spitzenreiter Bayern München auf den Fersen. Die Eintracht liegt nach wie vor nur zwei Zähler hinter dem Rekordmeister.

Lediglich der 1. FC Kaiserslautern hatte 1997 als Aufsteiger ebenfalls 16 Punkte aus den ersten sechs Partien geholt - und wurde am Ende Meister.

Als Bayern-Verfolger wollte sich Meier mit seinem Team aber nicht sehen.

Frankfurt bleibt auf dem Boden

"Wir sind natürlich gut gestartet", sagte er: "Aber wir wissen, wo wir herkommen. Und wir wissen auch, was wir erreichen müssen, um nicht abzusteigen. Es ist noch ein langer Weg."

Ähnlich sah es auch sein Trainer Armin Veh. "So ein enges Spiel zu gewinnen und jetzt 16 Punkte zu haben, bringt uns unserem Ziel, und das ist nach wie vor der Klassenerhalt, einen großen Schritt näher." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Veh lobt Meier

Aber auch der Eintracht-Coach hielt sich in Sachen Lobeshymnen für Meier nicht zurück.

"Er hat letztes Jahr schon ein paar sensationelle Tore in der Zweiten Liga gemacht. Er macht das einfach hervorragend. Der Junge kann so viel, er weiß es manchmal gar nicht. Jetzt glaubt er an sich", sagte er bei "Sky".

Auch Teamkollege Kevin Trapp zeigte sich beeindruckt vom ersten Tor des Ex-Hamburgers: "Das macht Alex geschickt. Wir sehen im Training auch, dass er die Technik dazu hat und auch das Selbstvertrauen. Besser kann man es kaum machen in der Situation."

Baumann traut Frankfurt viel zu

Auch Freiburgs Keeper Oliver Baumann lobte den Gegner und sieht die Frankfurter nicht als Eintagsfliege.

"Es ist einiges drin für diese Mannschaft, weil sie es fußballerrisch und taktisch gut machen. Dazu stimmt die Moral."

Die Breisgauer treten dagegen auf der Stelle. Zum zweiten Mal verlor Freiburg knapp mit 1:2, obwohl sie lange Zeit die spielbestimmende Mannschaft waren.

Streich relativiert Niederlage

Doch Trainer Christian Streich sieht keine Probleme auf sein Team zukommen und wird auch in der Trainingsarbeit nichts verändern.

"Ich bin jetzt 18 Jahre beim SC Freiburg. Es macht den Spielern und mir überhaupt nichts aus. Wir müssen damit leben, dass wir zu den Kleinen in der Bundesliga gehören. Solange wir so spielen, wie wir heute 70 Minuten lang gespielt haben, ist das in Ordnung", resümierte Streich.

Max Kruse, der Freiburg in Führung gebracht (50.) hatte, war dennoch angefressen.

"Wir haben 55 Minuten überragend gespielt, machen das 1:0. In Frankfurt muss das einfach reichen. Da fehlt uns im Moment die Konzentration, das nach Hause zu bringen."

Aussetzer von Guede

Die Badener rutschen nach der Niederlage auf Platz 14 ab und müssen in der nächsten Woche zudem auf Angreifer Karim Guede verzichten.

Der Stürmer sah in der Nachspielzeit nach einer Kung-Fu-Einlage gegen Eintracht-Verteidiger Carlos Zambrano die Rote Karte. 617972 (DIASHOW: Der 6. Spieltag)

Doch Streich, der schon unter der Woche mit den Schiedsrichtern haderte, nahm seinen Spieler in Schutz.

"Er dreht sich und wollte zum Ball gehen. Er trifft ihn dann, aber Karim macht keine absichtliche Tätlichkeit. Wenn der Schiedsrichter das so interpretiert, dass es absichtlich ist, dann gibt es eine Rote Karte", analysierte er die Szene.

Gladbach als Vorbild

Freiburg trifft am Samstag auf den schwächelnden 1. FC Nürnberg. Für Frankfurt soll der Höhenflug bei Vehs kriselndem Ex-Verein Borussia Mönchengladbach weitergehen.

Ein Klub, den der Eintracht-Coach als Vorbild sieht.

"Unser Ziel muss es sein, etwas zu schaffen wie Hannover oder Gladbach. Ich verlange das nicht. Aber wir können es schaffen, in andere Regionen zu gelangen", sagte Veh vor der Partie und meinte damit sicher nicht die aktuelle Schwächeperiode der "Fohlen"-Elf.

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