MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Sahnetag: Rene Adler wechselte vor der Saison von Bayer 04 Leverkusen zum Hamburger SV © getty

Der HSV feiert gegen Hannover den 125. Geburtstag bei einer großen Gala. Rechtzeitig zum Jubiläum hat sich die Stimmung gedreht.

Hamburg - Rafael van der Vaart freute sich schon auf die Kaltgetränke, Rene Adler auf Erholung für seine müden Beine, und Trainer Thorsten Fink war einfach nur erleichtert. 617972 (DIASHOW: Der 6. Spieltag)

Mit dem 1:0 gegen Hannover 96 (Bericht) schaffte der Hamburger SV den ersehnten Sieg zum 125. Geburtstag des Vereins und damit den perfekten Startschuss für eine rauschende Party-Nacht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn direkt im Anschluss stieg in der benachbarten Arena die große Jubiläums-Gala. Fußball-Legenden wie Uwe Seeler oder Manni Kaltz gaben sich die Ehre, Otto Waalkes und Olli Dittrich sorgten mit einem speziellen HSV-Programm für die Lacher und Sylvie van der Vaart als Co-Moderatorin für den Hingucker.

"Hauptsache viel trinken", gab ihr Mann Rafael nach den hart erkämpften drei Punkten die Marschroute vor, auch Marcell Jansen kündigte "ein bis zwei Bierchen" an.

Kaputt, aber blendende Laune

Die Profis des Hamburger SV sahen kaputt aus, hatten aber blendende Laune. Und das war nicht wirklich verwunderlich. Denn pünktlich zum großen Vereinsjubiläum legte der HSV eine englische Woche hin, die der Elf von Trainer Fink noch vor kurzem niemand zugetraut hätte.

"Ich bin natürlich glücklich", sagte Fink, "ich weiß, dass wir eine schwierige Zeit hinter uns haben."

Eine sportliche Durststrecke, die der Bundesliga-Dino nach drei Punkten gegen Dortmund (3:2), einem Zähler in Mönchengladbach (2:2) und dem Erfolg gegen Hannover nun erstmal überwunden hat.

Der Traditionsverein rückte durch den Treffer von Artjoms Rudnevs (20.) vor 57.000 Zuschauern in das Mittelfeld der Tabelle vor.

Fink: "Er fightet und geht immer voran"

Doch nicht allein die Zahlen, sondern auch die Auftritte haben sich an der Elbe seit der Ankunft der Mittelfeld-Strategen Milan Badelj und van der Vaart verändert.

"Rafael hat dem Spiel heute nicht seinen Stempel aufgedrückt, aber er fightet und geht immer voran", sagte Fink.

Dies gilt auch für Heiko Westermann, der trotz eines fünf Zentimeter langen Faserrisses in der Hüfte auflief und sich durchbiss. Für den Sieg zum Jubiläum gab der Kapitän alles.

Und dennoch wurde ein Profi noch ausgiebiger von den Fans gefeiert, die vor und nach dem Spiel mit einer riesigen Choreographie für Gänsehaut-Stimmung sorgten: Torwart Rene Adler.

Mit starken Paraden in der Schlussphase ließ der frühere Nationalspieler Hannover 96 verzweifeln. "Ein Punkt wäre verdient gewesen. Wir haben viel investiert und gut gespielt, aber der HSV hatte heute einen sehr guten Torwart", sagte 96-Coach Mirko Slomka.

Adler erwischt wieder eine Sahnetag

Mehrmals reagierte Adler blendend, "er hat den Sieg festgehalten", befand auch Fink. Der 27 Jahre alte Torwart ist seit Wochen in herausragender Form und ein Garant für den Hamburger Aufschwung. Doch Adler bleibt bescheiden und will nicht von einer Rückkehr in die Nationalmannschaft sprechen.

"Ich fahre gut damit, mir keine Gedanken zu machen. Ich sauge alles auf und genieße es, mit den Fans zu feiern", sagte der frühere Leverkusener und freute sich darauf, am Abend "einfach mal die Beine hochzulegen." Ob Wasser, Bierchen oder Champagner - Adler und seine Mannschaftskameraden hatten es sich verdient.

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