Marco Reus (M.) jubelte nach seinem Tor zum 1:0 und 3:0 nicht © getty

BVB-Coach Klopp ist nach der Glanzleistung gegen Gladbach vollauf zufrieden. Vor allem Reus sticht heraus. Gladbach enttäuscht.

Dortmund - Marco Reus drehte ab, dann blieb er ruhig stehen.

Nach seinem Tor zum 1:0 gegen seinen Ex-Klub zeigte er Zurückhaltung. "Einfach aus Respekt", sagte der herausragende Spieler bei LIGA total! auf die Frage, warum er nicht gejubelt habe.

"Es war etwas sehr Besonderes für mich, gegen meinen alten Verein zu spielen, wo ich wirklich drei sehr geile Jahre hatte."

Dafür jubelten seine Teamkameraden beim deutlichen 5:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach umso mehr 617972 (DIASHOW: Der 6. Spieltag) .

"Heute gibt es nichts zu meckern. Es war alles gut", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. " Wir haben tolle Tore gemacht und die zweite Halbzeit war gegen einen richtig guten Gegner relativ entspannt."

Neben Reus, der auch das 3:0 markierte (70.), trafen Neven Subotic (40.), Ilkay Gündogan (79.) und Jakub Blaszczykowski (85.) vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park.

Reus sieht Schritt nach vorne

Während der BVB mit nunmehr elf Punkten auf Platz drei vorrückte und mit neuem Selbstbewusstsein zum zweiten Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch beim englischen Meister Manchester City reist, wartet die niederrheinische Borussia seit nunmehr fünf Spielen auf einen Sieg (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ich glaube, dass wir in den ersten 20 Minuten noch nicht so gut drin waren im Spiel. Aber am Ende haben wir verdient gewonnen", sagte Reus: "Wir haben heute viel weniger Fehler gemacht, in der zweiten Halbzeit kontrolliert gespielt und hatten mehr Ballbesitz. Es war ein Schritt nach vorne."

Erstmals fünf Gegentore

Gladbachs Trainer Lucien Favre sprach von einer "Klatsche" und war restlos bedient.

"In den ersten dreißig Minuten war es ok. Dann kriegen wir ein dummes Tor und vergessen einfach zu verteidigen", gab sich der Coach bei LIGA total! enttäuscht.

Erstmals setzte es unter der Regie des Schweizers fünf Gegentore. "Wir vergessen, kollektiv zu verteidigen und verlieren im Mittelfeld die Bälle. Es gibt viel zu tun - wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten", führte Favre weiter aus.

"Du kannst natürlich beim Deutschen Meister verlieren, aber die Art und Weise war natürlich schon etwas naiv", zeigte sich Sportdirektor Max Eberl bei LIGA total! unzufrieden.

Abtasten zu Beginn

Die Abtastphase war nur von kurzer Dauer, jedoch mit einer Zufallschance für die Gladbacher in der dritten Minute, als ein abgefälschter Pass bei Mike Hanke landete, dieser jedoch an BVB-Keeper Roman Weidenfeller scheiterte.

Langsam, aber sicher übernahmen die Dortmunder das Regiment auf dem Rasen und hatten Pech, als Subotic (12.) mit einem Kopfball nur die Latte traf.

Gladbach formierte eine starke Defensive und versuchte, vorwiegend mit langen Bällen auf die Sturmspitze Igor de Carmago, der den verletzten Niederländer Luuk de Jong (Risswunde am Fuß) vertrat, zum Erfolg zu kommen.

Schieber erstetzt Lewandowski

Angriffe der Gäste blieben zunächst ebenso selten wie Großchancen des BVB. Das Westduell entwickelte sich zum Geduldsspiel.

Julian Schieber, den Dortmunds Trainer Jürgen Klopp überraschend für den formschwachen Robert Lewandowski in der Startformations aufgeboten hatte, verpasste schließlich aus drei Metern nach Vorarbeit des Ex-Gladbachers Reus das 1:0 (27.).

Ter Stegen verhindert höheren Rückstand

Erst in der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs verstärkten die Westfalen den Druck, und Gladbachs Torhüter Marc-Andre ter Stegen stand mehrfach im Blickpunkt. Unter anderem, als er einen Heber von Schieber glänzend parierte.

Gegen den freistehenden ehemaligen Teamkollegen Reus hatte er ebenso wenig eine Chance wie beim Kopfball von Subotic. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff rettete ter Stegen erneut vor Reus.

Xhaka warnt vor Absturz

"Gladbach spielt, wie ich finde, ganz tollen Fußball. Aber in der zweiten Halbzeit sind sie nicht mehr rangekommen. Das ist natürlich ein Qualitätsmerkmal meiner Mannschaft", sagte Klopp.

Und Granit Xhaka merkte bei LIGA total! an: "Nach dem 0:1 sind wir zusammengebrochen. Das war in der letzten Zeit immer so und das muss irgendwann einmal aufhören. Wir müssen uns steigern, sonst sieht es wirklich schlecht aus."

Überragendes Tor von Reus

Nach dem Wiederanpfiff öffnete Gladbach seine Abwehr, drängte auf den Anschlusstreffer, ermöglichte den Dortmundern jedoch gleichzeitig einige gefährliche Konter.

Einen dieser Angriffe krönte Reus mit einem sehenswerten Treffer zum entscheidenden 3:0.

Ter Stegen verletzt sich

Auch nach den Auswechslungen der überragenden Reus und Götze ging das Schützenfest weiter. Gündogan und Kuba schlossen die hervorragend herausgespielten Angriffe mit den Toren zum 4:0 und 5:0 ab. Der eingewechselte Christofer Heimeroth war beides Mal ohne Chance.

Denn in der 77. Minute musste Gladbachs Torhüter ter Stegen nach einem Zusammenprall mit dem eigenen Mann verletzt vom Platz.

Ob sein Einsatz im Europa-League-Spiel gegen Fenerbahce Istanbul am kommenden Donnerstag in Gefahr ist, steht noch nicht fest. "Ich hoffe, es ist nicht so schlimm", sagte Favre.

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