Auch die FCA-Spieler (Oehrl, r. und Musona) waren mit den Gedanken bei Boris Vukcevic © getty

Hoffenheim verpasst den dritten Sieg in Folge gegen harmlose Augsburger. Die Tragödie um Boris Vukcevic überschattet das Spiel.

Sinsheim - Der FC Augsburg muss weiter auf den ersten Saisonsieg warten und bleibt im Tabellenkeller der Bundesliga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Schwaben, die nur eines ihrer zurückliegenden 15 Auswärtsspiele gewinnen konnten, kamen am 6. Spieltag aber immerhin zu einem 0:0 bei 1899 Hoffenheim. 617972 (DIASHOW: Der 6. Spieltag)

Die zuletzt wiedererstarkten Kraichgauer, die mit sieben Pflichtspiel-Pleiten in die Spielzeit gestartet waren, verpassten den dritten Sieg in Folge. In der 88. Minute verloren die Hoffenheimer zudem Mittelfeldspieler Sejad Salihovic nach grobem Foulspiel durch Rote Karte.

1899-Trainer Markus Babbels wurde anschließend wegen Protestierens auf die Tribüne geschickt.

"Resultat ist nicht erheblich"

Er meinte hinterher: "Das war kein normales Spiel. Das Resultat ist nicht erheblich. Ich wollte eine Mannschaft sehen, die für Boris Vukcevic kämpft. Das habe ich gesehen. Auf das Spiel kann und will ich nicht eingehen, weil es extreme Voraussetzungen waren."

Augsburgs Chefcoach Markus Weinzierl befand: "Das Unentschieden war für uns ein Schritt nach vorne, weil wir ohne Gegentor geblieben sind und in der Defensive fehlerfrei gespielt haben. Wir müssen uns in der Offensive natürlich steigern, aber wir können mit dem Punkt leben."

Tragödie um Vukcevic überschattet alles

Die Partie wurde überschattet von der Tragödie um Hoffenheims Profi Boris Vukcevic. Vor dem Spiel machten sich beide Mannschaften mit weißen T-Shirtrs mit der Aufschrift "Gute Besserung Boris" warm. Eine tolle Geste des FCA.

Obwohl der Offensivspieler in der Heidelberger Uniklink weiter mit dem Tod ringt und die Deutsche Fußball Liga einer Absage zugestimmt hätte, wollten Vukcevics Teamkollegen unter dem Motto "Wir spielen und kämpfen für Boris" auflaufen.

Aufforderung der Eltern

Die Spieler kamen damit einer Aufforderung von Vukcevics Eltern nach.

Am kritischen Zustand des 22-Jährigen, der am Freitagnachmittag bei einem schweren Autounfall lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten hat, hat sich nach Angaben des Klubs nichts geändert.

Eine medizinische Prognose über den weiteren Verlauf könne derzeit nicht abgegeben werden, so 1899-Sprecher Holger Tromp. Vukcevic liegt nach einer Notoperation im künstlichen Koma.

Compper zeigt sich ergriffen

"Die Gefühle sind komisch. Boris kämpft um sein Leben und wir haben für ihn gekämpft. Aber jetzt nach dem Spiel gehen die Gedanken gleich wieder zu ihm zurück", sagte Hoffenheims Marvin Compper.

"Für jeden war es der richtige Schritt zu spielen. Gemeinsam haben wir Größe gezeigt für Boris, dass wir das ausgeübt haben, was auch er als beruf ausübt. Es war aber ein sehr schweres Spiel für uns alle. Ich denke aber positiv und bin optimistisch, dass Boris da rauskommt. Er ist ein absoluter Kämpfertyp."

Hausherren am Anfang deutlich aktiver

Vor 22.000 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena waren die Kraichgauer, die ohne Torwart und Kapitän Tim Wiese, Chris sowie Matthias Jaissle antreten mussten, in der Anfangsphase deutlich aktiver als die Gäste.

Die stark ersatzgeschwächten Augsburger, bei denen Torhüter Simon Jentzsch, Dawada Bah, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Ja-Cheol Koo und Sascha Mölders fehlten, probierten es mit einer defensiven Strategie.

Diese Taktik ging zunächst auf. Trotz ihrer Feldüberlegenheit konnten sich die Hoffenheimer keine klaren Torchancen erarbeiten, ein Augsburger Abwehrbein war bei den Offensivaktionen immer noch dazwischen.

Erst in der 27. Minute vergab der agile Japaner Takashi Usami die erste gute Gelegenheit. Insgesamt war das Niveau im ersten Durchgang äußerst mäßig.

FCA weitgehen ungefährlich

Nach dem Seitenwechsel wurden die Augsburger aktiver. Trotz der offensiveren Ausrichtung blieb der FCA aber weitgehend ungefährlich. Die Gastgeber machten es allerdings auch nicht besser.

So blieb das Spiel arm an Höhepunkten, Zweikämpfe und Fouls prägten das Bild.

Beste Spieler aufseiten der Hoffenheimer waren Usami und Sebastian Rudy. Bei den Gästen konnten die Innenverteidiger Sebastian Langkamp und Ragnar Klavan überzeugen.

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