Boris Vukcevic wechselte 2008 vom VfB Stuttgart zu 1899 Hoffenheim © imago

Der Zustand des schwer verunglückten Boris Vukcevic bleibt kritisch. Das Herz-Kreislauf-System sei stabil, berichtet Manager Müller.

Sinsheim - Die meisten Fans in Schockstarre, die Profis mit den Gedanken bei ihrem Kollegen, Bestürzung und Mitgefühl allgegenwärtig: Überschattet von der Tragödie um Boris Vukcevic wurde das Geschehen auf dem Platz in der Partie zwischen 1899 Hoffenheim und dem FC Augsburg zur Nebensache.

Obwohl der Hoffenheimer Offensivspieler in der Heidelberger Uniklink weiter mit dem Tod ringt und die Deutsche Fußball Liga (DFL) einer Absage zugestimmt hätte, wollten Vukcevics Teamkollegen unter dem Motto "Wir spielen und kämpfen für Boris" auflaufen.

Die Spieler kamen damit einer Aufforderung von Vukcevics Eltern nach.

"Wollen für Boris kämpfen"

"Das ist die schwierigste Situation, in der die Mannschaft jemals war. Wir hätten das Spiel absagen können, aber die Mannschaft hat sich einheitlich dafür entschieden zu spielen. Wir wollen positive Energie und unsere Hoffnung auf den Jungen übertragen", sagte Manager Andreas Müller auf einer Pressekonferenz vor dem Spiel.

Und er fügte hinzu: "Wir wollen für Boris kämpfen, er ist auch ein Kämpfer, er hätte das so gewollt."

Müller hatte bereits am Nachmittag Kontakt mit der DFL aufgenommen. Der Verband hätte nach Müllers Angaben grünes Licht für eine Absage gegeben.

Zweitägige Auszeit

Nach der Partie gegen Augsburg (0:0) erhielt das Team allerdings eine Auszeit. Das nächste Training ist erst für Dienstag (15.30 Uhr) angesetzt.

Am Sonntagvormittag wird die Teamleitung mit dem Mannschaftspsychologen Jan Mayer besprechen, wie der weitere Umgang mit den Spielern geregelt werden soll.

Herz-Kreislauf-System stabil

An dem kritischen Zustand des 22-Jährigen, der am Freitagnachmittag bei einem schweren Autounfall lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten hat, hat sich nach Angaben des Klubs nichts geändert.

[kaltura id="0_ks5hh285" class="full_size" title="Vukcevic-Zustand kritisch"]

Eine medizinische Prognose über den weiteren Verlauf könne derzeit nicht abgegeben werden, so 1899-Sprecher Holger Tromp.

Vukcevic liegt nach einer Notoperation im künstlichen Koma. "Das Herz-Kreislauf-System ist stabil, Näheres können wir nicht sagen", erklärte Müller.

FCA mit T-Shirts

Im Hoffenheimer Fanblock waren am Samstag Fotos von Vukcevic und Spruchbänder ("Alles für Boris") zu sehen.

Die Augsburger Spieler wärmten sich in T-Shirts mit der Aufschrift "Gute Besserung, Boris" auf. Die gesamte Stimmung im Stadion war extrem gedrückt, das Rahmenprogramm wurde auf ein Minimum zurückgefahren.

Blatter twittert

Auch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter nahm Anteil. Er twitterte: "Meine Gedanken sind bei Boris Vukcevic und seiner Familie. Ich hoffe, dass es ihm bald wieder gut geht."

Zahlreiche Kollegen nutzten derweil die sozialen Netzwerke, um Vukcevic gute Besserung zu wünschen. "Liebe Leute, betet und hofft, dass Freund und Teamkollege der U 21, Boris Vukcevic, wieder gesund wird! Meine Gedanken sind bei ihm und seiner Familie", schrieb Lewis Holtby (Schalke 04) auf "Twitter".

"Ich möchte Boris Vukcevic nur das Beste wünschen und der Familie und den Angehörigen viel Kraft für diese schwierige Zeit", sagte Vukcevics Ex-Trainer Holger Stanislawski (1. FC Köln).

Notoperation und künstliches Koma

Vukcevic war am Freitag mit seinem PKW auf der B45 zwischen Bammental und Mauer (Rhein-Neckar-Kreis) aus noch ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem entgegenkommenden 40-Tonnen-LKW zusammengestoßen.

In der Uni-Klinik in Heidelberg wurde er umgehend operiert und danach ins künstliche Koma versetzt.

Weiterlesen