Marco Reus (r.) spielte bereits in der der Jugend für Borussia Dortmund © getty

Dortmunds Dribbler übt sich vor dem Spiel gegen Gladbach im Tarnen und Täuschen. Ex-Coach Favre will gar nicht über ihn sprechen.

Von Thorsten Langenbahn

Dortmund/Mönchengladbach - Lässig-locker saß Marco Reus vor dem Duell mit seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) auf dem Podium und umdribbelte gekonnt die Fragen der Journalisten.

Zur schwächelnden Defensive mit jeweils drei Gegentoren gegen Hamburg (2:3) und Frankfurt (3:3) sagte der BVB-Angreifer: "Wir haben es gut analysiert und wissen, was wir nicht richtig gemacht haben." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ins Eins-gegen-eins ging er nicht, um zu sagen, was denn von ihm und seiner Mannschaft genau falsch gemacht wurde.

Reus schwer zu packen

Gefragt nach den Gründen für die spielerische Misere bei der Borussia, ließ sich Reus ebenfalls auf keinen verbalen Doppelpass ein.

"Das kann ich nicht sagen, dafür bin ich zu weit weg", wiegelte er ab.

Er ist schwer zu packen, dieser Marco Reus. Den Gladbachern ist er im Sommer nach drei Jahren davongelaufen, heute Abend will er seinen früheren Kollegen auch auf dem Platz entwischen.

"Kenne die Mannschaft gut"

Wie er entwischen will? Natürlich kennt er die Antwort darauf, nur öffentlich verraten will der 23-Jährige sie nicht.

"Ich kenne die Mannschaft sehr gut. Sie spielen nun einen etwas anderen Fußball, ein anderes System. Aber wir sind gut vorbereitet", weicht Reus elegant aus.

Vor allem die Defensivarbeit hat Trainer Jürgen Klopp mit der Mannschaft auseinandergenommen, "sachlich und ruhig", wie er betont.

Zurück in seiner Heimatstadt

Für Reus funktioniert im Zusammenspiel in Klopps 4-2-3-1-Formation nach gut zwei Monaten noch nicht alles perfekt. Wahlweise gibt er den Flügelflitzer oder auch den zentralen Spielmacher.

[kaltura id="0_md1sph36" class="full_size" title="Freundschaft liegt auf Eis"]

"Dass die Abläufe noch nicht genau so sitzen können, wie sie nach zwei, drei Jahren in Gladbach gesessen haben, ist völlig normal", sagt sein Trainer.

Dennoch hat sich der gebürtige Dortmunder Reus in seiner Heimatstadt offenbar schnell wieder eingelebt. ( 616718 DIASHOW: Der 5. Spieltag) )

BVB peilt dritten Heimsieg an

"Er macht jeden Tag den Eindruck, dass er sich pudelwohl fühl", meint Klopp.

Ein Wohlfühlspiel soll es gegen seine "Fohlen"-Freunde aber nicht werden.

"Mit Leidenschaft und Aggressivität" möchte Reus den dritten Heimsieg nach den Erfolgen gegen Bremen und Leverkusen holen.

Torjubel "ohne großes Pipapo"

Sollte er gegen seine Kumpels vom Niederrhein mit Nationalmannschaftskollege Marc-Andre ter Stegen im Tor treffen, will er sich deswegen nicht verstellen.

"Wenn ich ein Tor schieße, verhalte ich mich ganz normal - ohne großes Pipapo", sagt die Symbolfigur des Gladbacher Überraschungserfolgs der Saison 2011/12.

18 Treffer und elf Vorlagen machten seinen Abschied für Fans und Verantwortliche zum schmerzlichen Verlust.

Favre will nicht über Reus sprechen

Viele haben seinen Weggang bis heute nicht verkraftet und erinnern Trainer Lucien Favre regelmäßig daran.

"Ich will nicht mehr über ihn sprechen. Er ist nicht mehr da", sagte Favre nach dem 2:2 gegen Hamburg gereizt.

Auch Gladbachs Sportdirektor Max Eberl reagierte genervt: "Dauernd Marco Reus, Marco Reus, Marco Reus. Das Thema ist jetzt ad acta gelegt", versuchte er endgültig einen Schlussstrich zu ziehen.

"Reus würde jeder Mannschaft fehlen"

Auf dem Platz werden sie sich die Gladbacher wohl oder übel mit ihm auseinandersetzten müssen.

Die Kapselverletzung aus dem Frankfurt-Spiel hindert ihn nicht an seinem Einsatz. "Nichts Schlimmes", meinte Reus.

Klopp zeigt unterdessen Verständnis für die Gladbacher. "Marco Reus würde jeder Mannschaft fehlen", sagte der BVB-Coach.

Start einer neuen BVB-Serie?

Beim achtmaligen Meister hat er einen Vertrag bis 2017 unterschrieben.

Das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub soll also nur der Anfang einer langen Siegesserie sein.

Und dass sie im Serienstarten ganz gut sind, haben die Dortmunder schon in der vergangenen Saison bewiesen.

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