Zlatko Junuzovic (l.) kam im Winter 2012 von Austria Wien nach Bremen © imago

Werder geht als Außenseiter in das Spiel gegen Bayern. Doch der Bremer Umbruch scheint glückt und das Selbstbewusstsein zurück.

Von Marc-Oliver Robbers

München/Bremen - Die Erlösung bei Werder Bremen war groß nach dem Erfolg in Freiburg.

"Dieser Sieg lässt uns ein bisschen durchatmen. Jetzt können wir die Partie gegen die Bayern richtig genießen", sagte Klaus Allofs nach dem glücklichen Sieg am Mittwoch.

Das sollte allerdings nicht heißen, dass die Werderaner die Partie gegen den Rekordmeister (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) abschenken.

"Es war der Blick auf die Gesamtsituation. Wenn man mit vier Punkten in ein Heimspiel gegen Bayern geht, ist es eine andere Situation als mit sieben Punkten", stellte Allofs auf der Pressekonferenz dann auch noch mal klar.

Respekt vor Bayern

Doch der Respekt ist groß vor den Bayern. "Die Bayern sind im Moment top drauf. Sie können ihre Qualität, die immer in ihnen steckt, momentan perfekt umsetzen und haben eine sehr gute Mischung hinbekommen", erklärte Trainer Thomas Schaaf, um aber auch die eigenen Chancen herauszustellen:

"Für meine Mannschaft ist es eine hervorragende Partie, um sich beweisen zu können und ihre Qualitäten aufzeigen zu können."

Und die Qualitäten kommen in dieser Saison wieder häufiger zum Vorschein. In Bremen scheint der radikale Umbruch geglückt. Viele neue, junge Spieler, dazu ein verändertes System ? der Bremer Offensivfußball vergangener Jahre blitzt wieder auf.

Punkte liegen gelassen

Einziges Manko ist bislang die mangelnde Punktausbeutung. Zum Saisonauftakt in Dortmund waren die Grün-Weißen nahe am Punktgewinn, in Hannover kam Werder nach einer 0:2-Rückstand zurück, um dann in der letzten Sekunde zu verlieren. Und im letzten Heimspiel gegen Stuttgart reichte eine Zwei-Tore-Führung nicht aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

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"Ich denke, Freiburg war ein sehr dreckiges Scheißspiel, aber solche Siege musst du eben auch holen", feixte Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic in der "Kreiszeitung Syke". Der Sieg hat verlorenes Selbstbewusstsein zurückgebracht.

"Die Bayern haben eine Super-Form. Aber jede Mannschaft ist zu schlagen, wenn man keine Angst hat. Das Stadion ist ausverkauft, es wird eine geile Stimmung herrschen", sagte der Österreicher.

Die Zeiten, in denen Werder Bayerns Angstgegner war, sind allerdings vorbei. Seit sechs Jahren warten die Hanseaten auf einen Heimsieg gegen den Rekordmeister.

Alle Spieler fit

Doch Werder kann aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler sind fit, lediglich der gesperrte Innenverteidiger Assani Lukimya fehlt ein letztes Mal.

Dagegen hat Youngster Niklas Füllkrug, der in Freiburg kurzfristig passen musste, seine Fußverletzung überstanden.

Damit dürfte es erneut Härtefälle im Kader geben. Mehmet Ekici, der zuletzt für Füllkrug in den Kader rückte, ist so einer. Der Spielmacher steht völlig im Schatten der Mittelfeldachse Aaron Hunt, Kevin de Bruyne und Junuzovic. Der türkische Nationalspieler muss erneut auf die Tribüne.

Pizarro wird verabschiedet

Für zwei Stürmer ist es eine besondere Begegnung. Claudio Pizarro kehrt erstmals nach seinem Wechsel ins Weserstadion zurück.

Der Peruaner wird vor dem Spiel offiziell verabschiedet, und dürfte anders als viele andere Bremer, die ihr Glück bei den Bayern suchten, freundlich empfangen werden.

Auch Leihgabe Nils Petersen trifft auf seine alten Kollegen. Der Ex-Cottbusser wird nach seiner Pause gegen Freiburg aller Voraussicht in der Startelf zurückkehren und Joseph Akpala auf die Bank verdrängen.

Petersen würde gern bleiben

Petersen hat sich gut eingelebt und kann sich längst eine Verlängerung seines Engagements an der Weser vorstellen:

"Mal abwarten, was mit mir geplant wird. Ich weiß schon jetzt, dass es mir sehr schwer fallen würde, wenn ich Werder schon nach einem Jahr wieder verlassen müsste. Ich bin eigentlich ein Mensch, der Klarheit braucht."

Anders als in den vergangenen Jahren können die Vorstände der beiden Vereine diese Personalie nicht bei einem gemeinsamen Mittagessen besprechen. Das schon traditionelle Zusammentreffen fällt dieses Mal aus.

"Das ist von der Terminplanung der Bayern leider nicht möglich, ist aber nur aufgeschoben und wird bei nächster Gelegenheit wieder gemacht", erklärte Allofs.

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