Benedikt Höwedes (l.) spielt seit 2001 für Schalke © getty

S04 schenkt Düsseldorf den ersten Treffer nach 462 Minuten ein, vergibt aber fahrlässig seine Führung. Meiers Mut wird belohnt.

Düsseldorf - Die "Panzerknacker" von Schalke 04 haben Fortuna Düsseldorfs Granit-Abwehr nach 462 Bundesliga-Minuten gesprengt, den vierten Saisonsieg aber fahrlässig verspielt.

Das Team von Trainer Huub Stevens kam am 6. Spieltag der Bundesliga trotz 2:0-Führung beim immer noch ungeschlagenen Aufsteiger nur zu einem 2:2 (2:0).

Während Schalke seine Generalprobe für das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen den HSC Montpellier zumindest teilweise vermasselte, kennt die Euphorie in Düsseldorf keine Grenzen.

Am Ende hätte sogar der erste Bundesliga-Heimsieg der Fortuna nach 5655 Tagen herausspringen können 617972 (DIASHOW: Der 6. Spieltag) .

"Nachdem man den Gegner so beherrscht hat, war das in der zweiten Hälfte zu wenig. Am Ende kommt ein maßlos enttäuschendes Unentschieden heraus, das völlig unnötig war. Dieses Auftreten können wir so nicht stehen lassen", sagte Schalkes Manager Horst Heldt bei "Sky".

Schahin ragt heraus

Bundesliga-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar (13.) und Joel Matip (20.) erzielten die Tore für die Königsblauen.

Dani Schahin (48.) traf zum Anschluss für die Düsseldorfer, die als erster Aufsteiger in den ersten fünf Spielen ohne Gegentor geblieben waren. Erneut Schahin (77.) markierte den Ausgleich mit seinem bereits vierten Saisontreffer.

Die 54.000 Zuschauer in der ausverkauften Esprit-Arena, die wegen des verfrühten Platzsturms beim Relegationsrückspiel in den bisherigen zwei Heimspielen nur halb hatte gefüllt werden dürfen, sahen stark kombinierende und gnadenlos effektive Schalker.

Die Fortuna, die als erster Aufsteiger in den ersten fünf Spielen ohne Gegentor geblieben war, hielt zwar zunächst noch engagiert dagegen, wirkte jedoch zunehmend überfordert.

Schalke zunächst besser

Wie erwartet übernahm Schalke von der ersten Minute an die Spielkontrolle. Düsseldorf stand tief, wartete auf Konter und hatte auch die erste Möglichkeit: Nach einer Flanke von Tobias Levels köpfte Schahin (5.) links vorbei.

Ein Geniestreich von Huntelaar brachte Schalke in Führung. Der niederländische Nationalspieler setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und knallte den Ball mit links unhaltbar für Torhüter Fabian Giefer ins rechte Eck.

Kaum hatte sich die Fortuna erholt, klingelte es erneut - Matip traf nach Freistoß von Christian Fuchs per Kopf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Tor wendet das Blatt

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Eine Ecke von dem in die Düsseldorfer Startelf gerückte Andrej Woronin landete bei Schahin, der mit seinem dritten Saisontor neue Hoffnungen bei den frenetisch antreibenden Fortuna-Fans schürte.

Schalke wackelte kurz, dann hatten Neuzugang Ibrahim Afellay (60.) und Huntelaar (66.) die Vorentscheidung auf dem Fuß. Beide scheiterten am erneut überragenden Giefer.

Fortuna investiert mehr

Doch nach zwei offensiven Wechseln von Trainer Nobert Meier kam nun auch die Fortuna ab und an gefährlich vor das Tor. Schahin (67.) verfehlte völlig freistehend aus sieben Metern. Schalke schaffte es anschließend immer seltener, sich zu befreien und geriet mächtig ins Wanken.

"Das ist ein überragendes Gefühl für die Mannschaft. In der zweiten Hälfte ist die Stimmung übergekocht.. Wir haben den Mut wiedergefunden und mussten ein, zwei gefährliche Situationen überstehen", bilanzierte Meier.

Doch zunehmend ließen auch die Kräfte der Düsseldorfer nach, die sich über die gesamte Spielzeit aufopferungsvoll gegen die drohende Niederlage stemmten. Am Ende mit Erfolg: Per Kopf traf der starke Schahin zum Ausgleich.

Während Meier nur eine Veränderung in der Startelf vorgenommen hatte, kamen bei Schalke im Vergleich zum 3:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 am Dienstag Matip, Jermaine Jones und Tranquillo Barnetta in die Mannschaft.

Beste Spieler bei Düsseldorf waren Giefer und Schahin, bei Schalke überzeugten Antreiber Lewis Holtby und Huntelaar.

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