... und nach einer herausragenden Saison 2012/13 sogar in die Europa League
Mit vier Siegen und einem Remis ist Frankfurt so gut gestartet wie seit 1993 nicht mehr © getty

Frankfurt feiert den besten Saisonstart seit 19 Jahren. Der damalige Trainer Klaus Toppmöller traut Eintracht bei SPORT1 viel zu.

Von Christian Stüwe und Felix Götz

München - Anfang der 90 Jahre spielte Eintracht Frankfurt "Fußball 2000".

Spieler wie Uwe Bein, Andreas Möller, Anthony Yeboah und Jay Jay Okocha prägten den Begriff, der für hohe Geschwindigkeit, Kurzpässe und blitzschnelle Kombinationen stand.

Damals war der Stil der Eintracht innovativ, eine neue Art Fußball zu spielen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

20 Jahre später spielen viele Mannschaften nach einem ähnlichen Konzept. Und doch erinnert die Eintracht 2012 an ihre berühmte Vorgängermannschaft. 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

"Es gibt teilweise wirklich sensationelle Kombinationen zu sehen", sagt Klaus Toppmöller zu SPORT1: "Was Jung, Rode, Aigner oder Inui zeigen, ist teilweise große Klasse."

Bester Saisonstart seit 1993

Und Toppmöller muss es wissen. 1993 übernahm er das Traineramt in Frankfurt von Dragoslav Stepanovic und startete sensationell in die neue Saison.

Okocha erzielte gleich zu Beginn der Spielzeit gegen den damaligen Karlsruher Torwart Oliver Kahn eines der spektakulärsten Bundesliga-Tore aller Zeiten.

Von den ersten fünf Partien gewann die damalige Toppmöller-Truppe vier und spielte einmal unentschieden.

Genau wie die Mannschaft von Armin Veh jetzt. Am Sonntag will die Mannschaft gegen Freiburg (So. ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) die Serie weiter ausbauen.

"Vehs Handschrift ist eindeutig zu erkennen. Er hat einen großen Anteil am derzeitigen Erfolg und ist genau der richtige Mann für die Eintracht", lobt Toppmöller.

Auch Berthold angetan

SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold sieht es ähnlich. "Armin Veh hatte als Trainer schon immer den Anspruch, seine Mannschaft Fußball spielen zu lassen", sagt der frühere Eintracht-Profi:

"Das machen sie im Moment hervorragend. Die spielerische Komponente stimmt. Die Mannschaft ist in Bewegung und macht körperlich einen sehr guten Eindruck."

Die Eintracht stehe derzeit nicht unverdient auf Rang zwei, findet Berthold.

Lob für Eintracht-Trio

Mit Manager Bruno Hübner und Klubchef Heribert Bruchhagen bildet Veh das Trio, dass der Eintracht das neue Gesicht verpasst hat.

"Die passen - glaube ich - sehr gut zusammen", sagt Toppmöller: "Bei der Eintracht ist es ja quasi schon immer so, dass der Klub nicht auf Rosen gebettet ist. Deshalb ist es schon eine überragende Leistung, so eine Mannschaft zusammenzustellen."

Krönung blieb versagt

Damals unter Stepanovic und Toppmöller war die Eintracht einer der Spitzenklubs der Bundesliga.

Doch die Krönung blieb der "launischen Diva" versagt, die Meisterschaft wurde 1992 knapp verpasst und auch in der Saison 1993/94 reichte es trotz der Herbstmeisterschaft nicht für die Schale.

Im Frühjahr 1994 wurde Toppmöller dann entlassen, bei der Eintracht ging es immer turbulenter zu und das Bundesliga-Gründungsmitglied wurde in den folgenden Jahren zur Fahrstuhlmannschaft.

"Ich habe damals schon gesagt, dass es 20 Jahre dauern wird, bis die Eintracht wieder so eine Mannschaft haben wird", sagt Toppmöller.

Toppmöller rechnet mit konstanter Saison

Nach dem fünften Abstieg vor zwei Jahren sind die Hessen nun zurück und wirken stark wie lange nicht mehr.

Toppmöller glaubt nicht, dass Frankfurter Mannschaft in dieser Saison etwas mit dem Abstieg zu tun haben wird, dafür sei der gezeigte Fußball viel zu gut.

"Ich habe ja bereits vor der Saison gesagt, dass Frankfurt zwischen Platz sechs und Platz acht landet", sagt der 61 Jährige.

"Ich glaube schon, dass die Frankfurter konstant eine gute Saison spielen werden. Natürlich gibt es ein paar Teams, die noch besser sind. Bayern, Dortmund, Schalke vor allem."

Spieler wecken Begehrlichkeiten

Um auch in Zukunft Spitzenteams ärgern zu können, müsse es die wichtigste Aufgabe sein, die Mannschaft zusammenzuhalten.

"Einige der Jungs wecken jetzt natürlich Begehrlichkeiten bei anderen Klubs", sagt Toppmöller: "Der sportliche Erfolg muss aber über allem stehen."

Vor allem Sebastian Rode und Sebastian Jung stehen längst im Fokus von Topvereinen, auch die bislang bärenstarken Takashi Inui oder Stefan Aigner, die für relativ wenig Geld nach Frankfurt kamen, dürften große Aufmerksamkeit erregen.

Genau wie Torwart Kevin Trapp oder Linksverteidiger Bastian Oczipka.

Euphorie in Frankfurt

Allerdings will Toppmöller bei aller Begeisterung die junge Frankfurter Mannschaft noch nicht mit seiner Startruppe aus den frühen 90ern vergleichen.

"Stein, Yeboah, Bein, Gaudino und so weiter", zählt er auf: "Meine Mannschaft war damals schon noch ein bisschen besser. Wir hatten damals noch mehr individuelle Qualität."

Die Ansprüche des Klubs sind mittlerweile aber auch ganz andere.

Doch die Begeisterung rund um die Eintracht ist schon jetzt ähnlich groß wie damals vor 20 Jahren, als die Eintracht Fußball 2000 spielte.

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