Klaas-Jan Huntelaar (l.) kam über Ajax, Real Madrid und den AC Mailand zu Schalke © getty

Schalkes Klaas-Jan Huntelaar spricht bei SPORT1 über fehlende Treffsicherheit, den Unmut der Fans und das Duell in Düsseldorf.

Von Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen - Selbstlosigkeit? Schwäche? Schalkes Manager Horst Heldt lobte Klaas-Jan Huntelaar ausdrücklich für seine Aktion nach 20 Minuten im Spiel gegen Mainz.

Der "Hunter" hatte Jefferson Farfan beim Elfmeter den Ball überlassen - böse Zungen behaupteten hinterher, es sei seine beste Szene gewesen.

"Das war spontan. Ich war noch nicht ganz bei 100 Prozent mit meinem Zeh und hatte das letzte Mal verschossen, deshalb habe ich mir gesagt: Geh kein Risiko ein, lass? Jeff schießen", sagt Huntelaar 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag) .

"Er hat bewiesen, dass er Teamgeist hat", meinte Heldt und stellte fest: "Er hat Kilometer gefressen. Ich bin sicher, dass Klaas auch seine Treffsicherheit bald wiederfindet."

Mit zwei Liga- und einem Champions-League-Treffer präsentiert sich der Torschützenkönig der Vorsaison (29 Treffer) nach fünf Spieltagen noch nicht wieder so zielsicher wie in der Vergangenheit.

Im SPORT1-Interview spricht der 29-jährige Niederländer über die Nachwirkungen des enttäuschenden Bayern-Spiels, kritisiert die Pfiffe von Teilen der Fans und lobt vor dem Duell in Düsseldorf (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) den Aufsteiger. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Herr Huntelaar, war es gegen Mainz ein dreckiger Sieg?

Klaas-Jan Huntelaar: Es war nicht ganz so gut, aber wir haben 3:0 gewonnen. Am Ende sind wir zufrieden, dass wir jetzt zehn Punkte haben. Damit stehen wir nach fünf Spieltagen in der Tabelle sehr gut da.

SPORT1: Im Offensivspiel ist allerdings noch Luft nach oben, oder?

Huntelaar: Das mit Sicherheit. Wir haben im Offensivspiel den einen oder anderen Fehler gemacht. Das hat nicht so gut geklappt.

SPORT1: War auch noch ein Stück weit Verunsicherung aus dem Bayern-Spiel zu spüren?

Huntelaar: Ich denke, die haben wir nicht mit in die Partie genommen. Natürlich haben wir gegen Bayern verloren und wollten gegen Mainz gewinnen. In der ersten Halbzeit haben wir das ordentlich gemacht, aber es war noch nicht so überzeugend, wie wir das wollen. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, mehr zu machen. Aber das hat noch nicht so richtig geklappt, danach gab es einige Pfiffe. Trotzdem haben wir versucht, das 2:0 zu schießen - was dann auch geklappt hat. Natürlich ist noch Luft nach oben. Drei Punkte sind in dieser Zeit mit den vielen Spielen das wichtigste.

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SPORT1: Haben Sie Verständnis für die Pfiffe der Zuschauer?

Huntelaar: Ich denke, die Nordkurve hat uns gut unterstützt. Das ist für unsere junge Mannschaft wichtig. Wir lagen 1:0 vorne - da ist es unnötig, zu pfeifen. Damit wird die Mannschaft normalerweise verunsichert, denn dann kommen wieder mehr lange Bälle, wovon das Spiel nicht besser wird. Das ist vielleicht der Ärger der Leute. Es war nicht gut, das wissen wir. Aber die Pfiffe bringen uns nichts.

SPORT1: Sie haben eine Großchance vergeben. Waren Sie nach Ihrer Zehenprellung noch nicht wieder bei hundert Prozent?

Huntelaar: Ich war fast bei hundert Prozent, hatte nur ein bisschen Schmerzen hier und da. Aber ich konnte gut laufen.

SPORT1: Eine andere Großchance haben Sie freiwillig aus der Hand gegeben. Den Elfmeter in der 21. Minute haben Sie Jefferson Farfan überlassen. War das spontan oder vorher abgesprochen?

Huntelaar: Das war spontan. Ich war noch nicht ganz bei hundert Prozent mit meinem Zeh und hatte das letzte Mal verschossen, deshalb habe ich mir gesagt: Geh' kein Risiko ein, lass' Jeff schießen. Ich habe ihn gefragt: "Jeff, nimmst Du?" - "Ja, ist okay!" Wenn er es es nicht gemacht hätte, hätte ich geschossen. So war es gut.

SPORT1: Wie ist Ihr Landsmann Ibrahim Afellay bei seinem ersten Einsatz von Beginn an vor heimischem Publikum ins Spiel gekommen?

Huntelaar: Er hat als Linksaußen gespielt, das war gut von ihm.

SPORT1: Was erwarten Sie für die Partie gegen Fortuna Düsseldorf?

Huntelaar: Sie haben gewonnen und noch kein Gegentor. Sie sind gut drauf.

SPORT1: Ihre Aufgabe als Torjäger, das zu ändern?

Huntelaar: Nicht nur meine, sondern unsere Aufgabe. Wir spielen als ganze Mannschaft und werden auch gegen Düsseldorf versuchen, drei Punkte zu holen.

SPORT1: Sind die Fortunen eine Bereicherung für die Liga?

Huntelaar: Bis jetzt haben sie es gut gemacht. Sie haben in Fürth gewonnen, davor auswärts in Augsburg. Es wird sehr schwer für uns. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir treffen - auch ich.

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