Mario Mandzukic kam vor der Saison vom VfL Wolfsburg zum FC Bavern München © getty

Der Bayern-Torjäger erklärt bei SPORT1 seinen Traumeinstand beim FC Bayern. Im Duell mit Gomez verzichtet er auf Kampfansagen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Fast scheint es, als ob es Mario Mandzukic lästig wäre, über seine Großtaten beim FC Bayern zu reden.

Fünf Treffer in den ersten fünf Bundesligaspielen, Nummer eins in der Torjägerliste und erfolgreichster Einstand als Stürmer beim FC Bayern (acht Treffer in acht Pflichtspielen) - Mandzukic erreicht momentan eine Bestmarke nach der anderen.

Er macht doch nur seinen Job, dieses Gefühl vermittelt Mandzukic aber, als er nach vollbrachter Arbeit und dem Doppelpack zum 3:0-Sieg über den VfL Wolfsburg durch die Mixed Zone der Allianz Arena schlendert.

Wohlfühl-Faktor in München

"Ich fühle mich wohl hier, habe gute Mitspieler, eine gute Mannschaft, deshalb läuft es auch", berichtet der Kroate im Gespräch mit SPORT1.

Für 13 Millionen Euro kam Mandzukic im Sommer von Wolfsburg nach München, ob und wie er seine Klasse zeigen wird, vermochte niemand so recht zu prognostizieren.

Doch nach der Verletzung von Mario Gomez eroberte sich Mandzukic rasch den Platz als erster Angreifer.

Dank seiner enormen physischen Präsenz ist er sowohl in der Gefahrenzone zu finden als auch ein idealer Passpartner vor dem Sturmzentrum.

Ohne Selbstzweifel zum FCB

"Ich habe mir keine Sorgen gemacht, als ich zu Bayern gewechselt bin", sagt der 26-Jährige selbstbewusst. "Ich hatte keine Angst, dass ich es nicht schaffe."

Bisher war Mandzukic in der Bundesliga einmal mit dem linken Fuß erfolgreich, einmal mit rechts und dreimal per Kopf.

Ausgeklügelte Variante

Auf diese Spezialität hat Mandzukic die Kollegen seit den ersten Einheiten und dem Trainingslager am Gardasee hingewiesen - am effektivsten mit Anschauungsunterricht bei zig Luftkämpfen.

Dass gegen Wolfsburg just die beiden kleinsten Spieler im Bayern-Team Xherdan Shaqiri (1,69 Meter) und Philipp Lahm (1,70 Meter) dem Stürmer auflegten, ist kein Zufall.

"Wir haben viel miteinander geredet, ich haben ihnen gesagt, wo ich den Ball hinhaben will, das haben sie genau richtig gemacht", verrät Mandzukic gegenüber SPORT1.

Domizil außerhalb der Stadt

Mit seiner Freundin hat Mandzukic sich bewusst eine Unterkunft etwas außerhalb von München gesucht, den großen Trubel versucht er in seiner Freizeit zu umgehen.

Lieber geht er mit seinem Hund "Lenni", einem Mops, spazieren.

Kämpfer mit defensiven Qualitäten

Beim Tabellenführer haben sie längst den Wert von Mandzukic entdeckt, diesem Kämpfertyp, der gegen den VfL ein ums andere Mal den Innenverteidigern Naldo und Emanuel Pogatetz entwischte.

"Er ist einer, der den Ball sehr gut verteidigt, und auch defensiv mitarbeitet", stellt Philipp Lahm die Stärken des Neuzugangs heraus.

Neben seinem Torriecher macht auch diese Qualität Mandzukic für Bayern wertvoll.

Bisher zeigt er sich als Teamplayer, in der Chefetage der Säbener Straße setzen sie darauf, dass dies auch nach Gomez' Genesung so bleibt.

Gomez wieder im Lauftraining

Der Starstürmer sah die Partie gegen Wolfsburg an der Seite von Stabhochspringer Tim Lobinger, reckte bei den Toren die Fäuste in den Himmel und wirkte bestens gelaunt.

Seit kurzem ist Gomez wieder im Lauftraining, die Rückkehr ins Teamtraining nach der Sprunggelenk-Operation rückt näher und könnte in gut zwei Wochen anstehen.

"Es ist einfach ein geiles Gefühl, nach sieben Wochen wieder den Rasen unter den Füßen zu spüren", schrieb Gomez auf seiner Facebook-Seite.

Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt legt dabei Wert auf eine "solide Aufbauarbeit, dass er ohne Risiko und Bedenken auf den Platz zurückkehren kann", wie er der "Bild" erklärt: "Wir wollen eine nachhaltige Stabilität erreichen."

Sobald der Nationalspieler wieder komplett fit ist, könnte Heynckes die Rotation auch auf den Sturm ausweiten.

Gomez bleibt Heynckes' Stürmer Nummer eins

Wobei der Coach schon vor einer Weile zum Thema hat wissen lassen: "Mario Gomez muss sich nicht hinten anstellen - er ist mein Stürmer Nummer eins"

Mandzukic ist da klug genug, keine Ansprüche zu stellen.

Stattdessen sagt er: "Ich kann es dem Trainer mit guten Leistungen nur so schwer wie möglich machen, sich gegen mich zu entscheiden."

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