Pirmin Schwegler (vorn) wechselte 2009 von Bayer Leverkusen zu Eintracht Frankfurt © imago

Frankfurts Kapitän spricht im SPORT1-Interview über den Höhenflug der Eintracht - und warnt, sich den Kopf verdrehen zu lassen.

Von Hardy Heuer

München - Eintracht Frankfurt lässt sich im Moment von nichts aufhalten, ihr Kapitän am allerwenigsten.

Mit elf Stichen musste am Freitag eine Platzwunde am linken Auge von Pirmin Schwegler genäht werden. Trotzdem läuft er vier Tage später gegen Borussia Dortmund auf - und trieb sein Team zu einem spektakulären 3:3 beim Titelverteidiger an.

Als "der härteste Bundesliga-Profi" wird der Mittelfeldabräumer dafür von der "Bild" gefeiert 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag) .

Huldigungen, von denen er sich der Schweizer nicht den Kopf verdrehen lassen will - genauso wenig wie von all dem Lob, das nach dem 13-Punkte-Start auf den Aufsteiger hereinprasselt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im SPORT1-Interview auf der Release Party des Videospiels FIFA 13 von EA SPORTS erklärt er das Erfolgsgeheimnis der Eintracht - warnt aber zugleich davor, nun andere Ziele als den Klassenerhalt ins Visier zu nehmen (FIFA 13 im Test auf SPORT1GAMES).

SPORT1: Herr Schwegler, wie erklären Sie den Höhenflug der Eintracht?

Pirmin Schwegler: Man muss in der Bundesliga nicht immer alles erklären können. Bei uns stimmt die Mischung und viele Spieler bringen großes Talent mit. Die Persönlichkeit und der Charakter der Mannschaft stimmen einfach. Momentan sprechen der Lauf und die Euphorie für uns.

SPORT1: Viele sind überrascht, dass ein Aufsteiger so offensiv spielt. War das immer der Plan?

Schwegler: Ja, das war vom ersten Tag unser Gedanke und auch die Philosophie des Trainers. Er hat uns gesagt, dass er an die Mannschaft und die offensive Ausrichtung glaubt.

SPORT1: Sind Sie überrascht, dass es auch so gut klappt?

Schwegler: In den ersten Spielen hat eben nicht jeder damit gerechnet, aber mittlerweile wissen es auch die Gegner. Dennoch wissen wir, dass wir nach vorne unsere Qualitäten haben und uns das auch stark macht.

SPORT1: Glauben Sie, dass es jetzt schwerer wird, weil die Frankfurter Spielweise bekannt ist?

Schwegler: Auf jeden Fall. Es ist klar, dass sich der Gegner jetzt darauf einstellt. Trotzdem haben wir vorne viele Spieler, auf die das Geschehen verteilt ist. Auf diese Jungs ist auch Verlass. Deswegen machen wir uns keinen großen Kopf und versuchen weiterhin, so Fußball zu spielen.

SPORT1: Es ist auch erstaunlich, wie Frankfurt bisher Ausfälle kompensiert.

Schwegler: Ja, das ist richtig. Es ist auf jeden Verlass. Die Mannschaft ist ausgeglichen aufgestellt und wenn der Charakter in der Mannschaft stimmt, dann ist ein Spieler auch leicht zu ersetzen. Das passt im Moment ganz gut.

SPORT1: Ist das Ziel immer noch der Klassenerhalt oder denkt die Mannschaft schon weiter?

Schwegler: Nein, wir haben immer noch dasselbe Ziel im Kopf. Mit 13 Punkten ist noch jede Mannschaft abgestiegen, deshalb versuchen wir weiter Punkte zu sammeln, um schnell die nötigen Zähler einzufahren.

SPORT1: Es gibt also keine höheren Ambitionen?

Schwegler: Nein, wir gehen von unserem Ziel nicht ab. In erster Linie sind wir auch gut damit gefahren, einfach an den nächsten Gegner zu denken und uns auf unserer Leistung nicht auszuruhen. Wir wollen da gar nicht weiter nach vorne schauen.

SPORT1: Die Erfolge schüren aber auch außerhalb der Mannschaft Euphorie und Erwartungen. Wie geht die Mannschaft damit um?

Schwegler: Wir wissen, woher wir kommen, aber auch, was wir können. Wir bleiben weiterhin bescheiden und wollen jetzt nicht zu große Sprüche klopfen.

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