Karl Hopfner (l.) beendet seine Tätigkeit für den FC Bayern am Jahresende © getty

Der neue Finanz-Chef des FC Bayern ist im Fußball unbekannt, in der Finanzszene aber renommiert. Auch Rummenigge soll verlängern.

Von Martin Volkmar

München - Vor zwei Wochen hatte Uli Hoeneß bekanntgegeben, dass der FC Bayern einen Nachfolger für Karl Hopfner gefunden hat.

Den Namen des neuen Finanzvorstands wollte der Münchner Präsident erst "in den nächsten sechs bis acht Wochen" bekanntgeben.

Doch schon am Mittwochabend machten mehrere Medien die Personalie öffentlich:

Jan-Christian Dreesen heißt der im Fußball bislang unbekannte Mann, der dafür aber in Bankenkreisen umso renommierter ist. Ab dem 1. Januar ist der 45-Jährige dann für die rund 350 Millionen Euro Jahresumsatz zuständig.

Aufsichtsrat hat schon zugestimmt

Der Bayern-Aufsichtsrat hat der von Hoeneß in die Wege geleiteten Personalie bereits zugestimmt, wie der FC Bayern am Donnerstag bestätigte.

"Uns war und ist allen klar, dass Karl Hopfner zu ersetzen keine leichte Aufgabe sein wird. Aber wir sind sicher, dass Jan-Christian Dreesen mit seinen Fähigkeiten Karl Hopfners Bereiche so erfolgreich weiterführen kann, wie wir das nun seit vielen Jahren gewohnt sind", erklärte Uli Hoeneß.

Und fügte an, es sei ein "Meilenstein" und eine "Königsaufgabe, die Zukunft des Vereins zu planen".

Dreesen arbeitet seit 2009 im Vorstand der Bayern LB, also erst nach den skandalösen Milliardenverlusten der Staatsbank. Dort ist Dreesen für das Geschäft mit Firmen und Privatkunden zuständig.

Zuvor hatte der gebürtige Auricher (Ostfriesland) als Vorstandsvorsitzender bei der deutschen Vertretung der Schweizer UBS gearbeitet, wohin er 2006 aus dem Vorstand des Bayern-Sponsors Hypovereinsbank gewechselt war.

"Wir brauchen keinen Fußballer"

"Wir brauchen keinen Fußballer, wir brauchen einen Finanzexperten, der den Fußball liebt. Keinen, der von Morgan Stanley kommt und am Montag fragt: Wie haben wir am Wochenende gespielt?", hatte Hoeneß das Jobprofil beschrieben:

"Er muss aber auch nicht mit Matthias Sammer besprechen, warum dieser oder jener Spieler den Ball nicht mit dem Außenspann in den Winkel gehauen hat."

Weniger mit Sportchef Sammer als mit dem im Vorstand für Sponsoring und Vermarktung zuständigen Andreas Jung soll Betriebswirt Dreesen eng zusammenarbeiten und sich vor allem um die Aquise und Pflege potenter Geldgeber kümmern.

Dreesen freut sich auf neue Aufgabe

"Ich freue mich sehr über die künftigen Aufgaben, die ich beim FC Bayern München übernehmen darf", sagte Dreesen.

Die Chance für diesen großen Klub arbeiten zu dürfen bekäme man vermutlich nur einmal im Leben, erklärte er: "Man kann diese Möglichkeit vorbeischwimmen lassen - oder zugreifen. Das habe ich getan."

Rummenigge soll um vier oder fünf Jahre verlängern

Vierter Mann in der FCB-Führung und Vorstandsboss wird auch in Zukunft Karl-Heinz Rummenigge bleiben. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll der 2013 auslaufende Vertrag des 57-Jährigen in den nächsten Wochen um vier oder fünf Jahre verlängert werden.

Damit wäre die Spitze des Rekordmeisters für die nächsten Jahre aufgestellt - sofern sportliche oder finanzielle Misserfolge nicht wieder zu Wechseln führen.

Der seit 1983 für den Klub tätige Hopfner soll derweil im Präsdium und Aufsichtsrat als Stellvertreter an die Seite von Hoeneß rücken - und kann dann gemeinsam mit "Mr. Bayern" weiter aus dem Hintergrund eingreifen, wenn es für nötig erachtet wird.

"Headhunter" Hoeneß

So wie es Hoeneß mit der Installierung von Sammer und auch Dreesen getan hat. "Wir haben keinen Headhunter eingeschaltet", hatte der langjährige Manager berichtet:

"Weil ich wusste, dass Karl irgendwann aufhört, habe ich mir seit drei, vier Jahren die Welt angeschaut, ich habe nach links und rechts geschaut, und immer habe ich überlegt: Der vielleicht? Oder der?"

Schließlich fiel sein Blick anscheinend auf Dreesen. "Dann redet man mit dem einen oder anderen Kandidaten, dann fokussiert sich die Sache. Und zack - jetzt glaube ich, haben wir den Richtigen."

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