Leon Andreasen debütierte 2007 für die dänische Nationalmannschaft © getty

Dem 4:1 gegen Nürnberg folgt die schlimmste Nachricht: Hannovers Mittelfeldspieler erleidet einen Kreuzbandriss und fehlt lange.

Hannover - Am Morgen nach dem besten Liga-Start der Vereinsgeschichte bestätigten sich bei Hannover 96 die schlimmsten Befürchtungen:

Mittelfeldspieler Leon Andreasen erlitt beim 4:1-Sieg der Niedersachsen gegen den 1. FC Nürnberg (Bericht) einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie, der kampfstarke Däne wird über Monate ausfallen.

"Dass richtig was kaputt ist, habe ich schon geahnt. Der Schmerz war schon schlimm. Natürlich ist das total bitter, aber ich gucke nach vorne und bin überzeugt davon, dass ich ein zweites Mal zurückkommen kann", sagte der 29-jährige Andreasen. 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Nach mehr als zweijähriger verletzungsbedingter Leidenszeit war er erst in dieser Saison wieder zurück in das Team der Norddeutschen gekommen.

Bei einem eher harmlosen Zweikampf mit dem Nürnberger Hiroshi Kiyotake blieb der Skandinavier im Rasen hängen.

"Bitte sei stark!"

Ob dies exakt an einer Nahtstelle zwischen altem Grün und nach einem Coldplay-Konzert neu verlegten Rasen passierte, war nicht mehr zu ermitteln.

"Bitte sei stark!", twitterte Ex-Teamkollege Moritz Stoppelkamp und gab damit auch die Stimmungslage bei den 96-Profis wieder, die nun erneut eine ganze Weile ohne Andreasen auskommen müssen.

"Diese Diagnose ist schlimm für Leon, der eine ewig lange Verletzungsgeschichte hinter sich hat", sagte Trainer Mirko Slomka, "ich wünsche ihm von Herzen alles Gute. Leon hat in den ersten Begegnungen dieser Saison alles gezeigt, was ihn als Fußballer auszeichnet: Zweikampfstark, dynamisch und torgefährlich."

Manager Jörg Schmadtke ergänzte: "Wie ich ihn kenne, wird er leidenschaftlich für sein Comeback arbeiten. Sein Wille ist immens, er hat die Bereitschaft, sich zu quälen. Ich wünsche ihm, dass er nach seiner Reha wieder auf den Fußballplatz zurückkehrt."

Kühl und effektiv

Den Schock der Andreasen-Verletzung verkrafteten die 96er am Mittwoch gut.

Kühl und effektiv wurden die Gäste förmlich an die Wand gespielt. Und es wurde der Beweis angetreten, dass die 1:3-Niederlage am vergangenen Sonntag bei 1899 Hoffenheim tatsächlich nur ein Ausrutscher des Tabellendritten war. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Den Unterschied machte wieder einmal Szabolcs Huszti aus. Gegen die Kraichgauer "jubelgesperrt", erzielte der Ungar einen Treffer selbst und steuerte zwei Assists bei.

An zehn der letzten zwölf Tore war er damit direkt beteiligt, in seiner aktuellen Verfassung ist der 29-Jährige unverzichtbar für die Roten.

Slomka und Kollegen schwärmen von Huszti

"Er spielt begeisternden Fußball und ist ein perfekter Offensivspieler, der sich die Bälle hinten selber holt", sagte 96-Kapitän Steven Cherundolo voll des Lobes.

Slomka schätzt den kleinen Techniker wegen seiner Flexibilität: "Huszti bringt noch mehr Unberechenbarkeit in unser Spiel. Ähnlich wie Jan Schlaudraff ist er der Mann für die überraschenden Aktionen auf dem Feld."

Hecking appelliert an den Teamgeist

"Wir haben drei Geschenke verteilt, da darf man sich über ein solches Ergebnis nicht wundern", äußerte der Coach, der vor dem Heimspiel am Samstag gegen den VfB Stuttgart an den Teamgeist der Spieler appellierte:

"Punkte holen können wir nur, wenn wir als Mannschaft auftreten."

Das gelang den Nürnbergern, erst am Spieltag angereist, in Hannover nicht, was Timm Klose zu folgender Vermutung veranlasste: "Bei uns ist wohl, war wir uns vorgenommen hatten, auf dem Weg vom Flughafen zum Stadion verlorengegangen."

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