Markus Weinzierl stieg 2012 mit Jahn Regensburg in die Zweite Liga auf © getty

Der FC Augsburg und sein Trainer sehen nach dem 1:3 gegen Bayer schweren Zeiten entgegen. Der Klub-Boss hält aber zum Coach.

Augsburg - Eine Jobgarantie für die ganze Saison wie zuletzt Jos Luhukay hat Markus Weinzierl beim FC Augsburg nicht.

Sorgen um seinen Arbeitsplatz muss sich der jüngste Coach trotz des Fehlstarts aber wohl dennoch nicht machen - auch nach der 1:3-Niederlage des Tabellenletzten gegen Bayer Leverkusen (Bericht).

Vereinschef Walther Seinsch hatte schon vor der Partie gegen die Werkself erklärte, dass Weinzierl die Begegnung ebenso verlieren dürfe wie die am Samstag bei 1899 Hoffenheim. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Überhaupt ist Seinsch (70) sichtlich bemüht, dem jungen Coach den Rücken zu stärken. "Wir haben einen sehr guten Trainer, er macht einen guten Job." 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Es gebe "überhaupt keinen Anlass zu Kritik, wir werden nicht unruhig, wir sind überzeugt von Markus Weinzierl", sagte der FCA-Boss dem "kicker".

Seinsch hält zu Weinzierl

Immerhin hat der FCA den Liga-Neuling mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Weinzierl deshalb schon jetzt infrage zu stellen, würde die Vereinspolitik ad absurdum führen.

Seinsch deutete sogar an, mit Weinzierl notfalls auch in die Zweite Liga zu gehen.

Grundsätzlich sei man in Augsburg auf alles vorbereitet. Die Lage sei deshalb auch "nicht ernst. Wir haben damit gerechnet, auch damit, dass es die ganze Saison über so bleibt."

Selbst bei einem Abstieg sei man so aufgestellt, unterstrich Seinsch, "um wieder neu anzugreifen".

Doch von Abstieg wollen Weinzierl und Sportchef Manfred Paula noch nichts wissen. Sie sind sich der prekären Situation mit nur einem mageren Pünktchen aus fünf Spielen aber durchaus bewusst.

"Wir brauchen Punkte in Hoffenheim. Jeder muss in sich gehen. Wir müssen die Fehler abstellen, sonst wird es schwer", sagte Paula.

Keine Zweifel an Bundesliga-Tauglichkeit

An der Bundesliga-Tauglichkeit des Kaders zweifelte der 47-Jährige aber nicht, obwohl auch gegen Leverkusen deutlich wurde, dass der FCA in dieser Form erhebliche Probleme haben wird, die Klasse zu erhalten.

"Es laufen einige Dinge gegen uns, das hängt aber nicht mit der Qualität zusammen", unterstrich Paula.

Er meinte vor allem die Entstehung des 0:1 durch Stefan Kießling in der 7. Minute. Wie die TV-Bilder anschließend zeigten, hatte der Ball die Linie dabei nicht mit vollem Durchmesser überschritten. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied dennoch auf Tor.

Katastrophaler Fehlpass von Sankoh

"Das hat unsere Planungen zunichtegemacht", monierte Weinzierl, dem aber auch nicht entgangen war, dass Gibril Sankoh den Treffer mit einem katastrophalen Fehlpass eingeleitet hatte.

Allzu heftig fiel die Kritik am Schiri wohl auch deshalb nicht aus, weil der FCA selbst gegen wenig überzeugende Leverkusener in der Folge deutlich unterlegen war. Philipp Wollscheid (38.) und Andre Schürrle (44.) hatten bei ihren weiteren Toren leichtes Spiel.

So blieb nach dem Ehrentreffer durch Tobias Werner (51.) vor der Augsburger Bundesliga-Minuskulisse von 25.211 Zuschauern nur die Erkenntnis, "dass wir Moral gezeigt haben.

Aber wir brauchen zu viele Chancen", analysierte der FCA-Coach.

"Wir müssen das schnell abarbeiten"

Es bleibe nun wenig Zeit, "die Mannschaft aufzurichten", fügte er an: "Wir müssen das schnell abarbeiten und in Hoffenheim punkten."

Während der FCA seine Wunden leckte, trat Bayer nach dem ersten Auswärtssieg einigermaßen entspannt die Heimreise an - zumal die Werkself einen weiteren Absturz verhindert hatte.

"Das war eine Durchschnittsleistung, aber wichtig war, dass wir gewonnen haben", sagte Sportchef Rudi Völler und hob hervor, "dass wir sehr, sehr effektiv waren".

Dies freute auch Trainer Sascha Lewandowski, "aber ansonsten war das spielerisch nicht das, was wir leisten wollten".

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