Leverkusens Philipp Wollscheid (l.) erzielte in Augsburg sein zweites Saisontor © getty

Bayer 04 feiert bei überforderten Augsburgern seinen ersten Auswärtssieg. Schon vor der Pause ist alles klar. Ein Tor ist umstritten.

Augsburg - Mit seinem ersten Auswärtssieg der Saison hat Bayer Leverkusen einen weiteren Absturz verhindert, dafür schlittert der FC Augsburg immer tiefer in die Krise.

Die phasenweise überforderten Schwaben verloren gegen die Werkself mit 1:3 (0:3), bleiben mit nur einem Punkt nach fünf Spieltagen Schlusslicht der Liga und dürften es in der Form der ersten Hälfte schwer haben, die Klasse zu halten.

Bei den ambitionierten Leverkusenern zeigt dagegen der Trend nach dem zweiten Dreier der Saison wieder leicht nach oben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Leichtes Spiel für Bayer

Allerdings hatte Bayer gegen das harmlose Team von Trainer Markus Weinzierl vor allem vor der Pause leichtes Spiel. Aus drei Chancen machten die wenig überzeugenden, aber effizienten Gäste eine klare 3:0-Halbzeitführung.

Zunächst traf Stefan Kießling (7.), ehe Philipp Wollscheid (38.) und Andre Schürrle (44.) für die Vorentscheidung sorgten. 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Tobias Werner gelang vor 25.211 Zuschauern mit dem ersten Heimtreffer in der 51. Minute nur noch der Ehrentreffer für den FCA, der sich nach dem Wechsel immerhin tapfer gegen die vierte Saisonniederlage stemmte.

"Sieg war das Mindeste"

"Wir waren heute sehr effizient. Ansonsten haben wir zu keinem Zeitpunkt unseren Spielrhythmus und unsere Sicherheit gefunden. Defensiv standen wir stabil, aber spielerisch war es nicht das, was wir leisten wollten", sagte Leverkusens Trainer Sascha Lewandowski.

"Es war das Mindeste, dass wir heute gewinnen", meinte Kießling. "Wir müssen am Samstag wieder gewinnen und wenn wir das schaffen, kann man vielleicht von einem ordentlichen Start sprechen."

FCA immer mehr unter Druck

Während Leverkusen am Samstag im Heimspiel gegen Greuther Fürth nachlegen will, steht Augsburg schon jetzt gehörig unter Druck.

Im Falle einer weiteren Niederlage bei 1899 Hoffenheim dürfte es auch mit der Ruhe bei den Schwaben vorbei sein.

"Ich bin sehr enttäuscht"

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl meinte: "Ich bin sehr enttäuscht. Wir waren bis zur siebten Minute im Spiel, dann haben wir uns das Leben durch diesen groben Fehler wieder selbst schwer gemacht. Auch wenn der Ball nicht zu einhundert Prozent über der Linie war, hat der Schiedsrichter auf Tor entschieden. Das ist bitter."

Gästeführung nach bösem Fehlpass

Dabei begann der FCA engagiert und entschlossen, er hatte durch Torsten Oehrl (2.) sogar die erste Kopfballchance.

Ein katastrophaler Fehlpass von Gibril Sankoh in die Füße von Schürrle leitete dann aber die Führung der bis dahin harmlosen Gäste ein.

Kießlings Treffer schwer zu erkennen

Schürrle bediente Gonzalo Castro mustergültig, dessen Schuss prallte zunächst von der Unterkante der Latte auf die Linie und von dort ins Feld zurück, Kießling war dann aber mit dem Kopf zur Stelle und erzielte mit etwas Glück seinen zweiten Saisontreffer.

Obwohl bei der Abwehraktion von FCA-Torhüter Mohamed Amsif nur schwer zu erkennen war, ob der Ball die Linie überquert hatte, entschied Schiedsrichter Bastian Dankert sofort auf Tor.

Wollscheid und Schürrle erhöhen vor der Pause

Die Gastgeber zeigten sich nicht schockiert und hatten durch Daniel Baier und Tobias Werner (8./11.) gute Chancen zum Ausgleich.

In der Folgezeit übernahm die spielerisch reifer wirkende Werkself aber mehr und mehr das Kommando. Das Team von Sami Hyppiä und Sascha Lewandowski musste dabei nicht groß glänzen, um den FCA in Schach zu halten.

Ein Schuss von Wollscheid, den erneut Unglücksrabe Sankoh abfälschte, brachte schließlich das 2:0, ehe Nationalspieler Schürrle ein tolles Solo mit einem trockenen Flachschuss zum 3:0 abschloss.

Hoffnung nach Werners Treffer

Damit war die Moral der Gastgeber aber immer noch nicht gebrochen.

Nach dem sehenswerten Treffer von Werner, dessen verunglückte Flanke sich über Keeper Bernd Leno in den Winkel senkte, witterte der FCA Morgenluft.

Kaum Torchancen in Hälfte zwei

In Gefahr konnten die Schwaben Leverkusen trotz aller Bemühungen aber nur selten bringen.

Auf der anderen Seite bot sich Bayer nun in der Offensive viel Platz, den die Werkself aber kaum nutzen konnte. Die beste Möglichkeit vergab Kießling, der freistehend nur die Latte traf (75.).

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