Hamburgs Rafael van der Vaart (v.) erzielte ein Tor und verschoss einen Elfmeter © getty

Der HSV sieht gegen schwache Gladbacher wie der sichere Sieger aus - doch dann trifft Alvaro Dominguez in der Nachspielzeit.

Mönchengladbach - Der Hamburger SV hat trotz Überzahl den zweiten Sieg in Folge verpasst, seinen Aufwärtstrend aber bestätigt.

Bei Borussia Mönchengladbach mussten sich die Hanseaten nach zweimaliger Führung mit einem 2:2 (2:1) begnügen.

Neuzugang Alvaro Domiguez erzielte in der Nachspielzeit (90.+1) den glücklichen Ausgleich der Borussia. 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Während der HSV drei Tage vor seinem 125. Geburtstag wie schon beim Sieg gegen Borussia Dortmund (3:2) überzeugte, tritt die Borussia nach fünf Pflichtspielen in Folge ohne Sieg weiter auf der Stelle.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Favre: "Kann mit 2:2 gut leben"

"Es war glücklich für uns, einen Punkt zu erreichen. Die Mannschaft hat immer daran geglaubt, den Ausgleich zu machen, auch mit zehn Mann. Sie ist gelaufen und hat gekämpft. Aber alle haben gesehen, dass es spielerisch nicht gut war. Wir haben wieder einmal zu viele Ballverluste gehabt. Mit dem 2:2 kann ich sehr gut leben", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre.

"Auf der einen Seite haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Auf der anderen Seite bin ich stinkesauer, dass wir den Sieg verschenkt haben", meinte HSV-Trainer Thorsten Fink.

"Um den Lohn gebracht"

"Die Mannschaft hat sich um den Lohn gebracht. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute das Spiel gemacht und die Tore nur durch Standardsituationen bekommen. Wir müssen uns da cleverer verhalten und keine Freistöße zulassen."

"Heilsbringer" Rafael van der Vaart (23.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor seit dem 17. Mai 2008 und Stürmer Artjoms Rudnevs (45.) brachten den auswärts seit einem halben Jahr sieglosen HSV zweimal in Führung.

Der starke van der Vaart verpasste bei einem Foulelfmeter sogar die Chance auf das 3:1 (55.). "Wenn ich den reinschieße, ist alles vorbei. Danach hatte ich schon das Gefühl, dass das noch schiefgeht", sagte van der Vaart.

Das zwischenzeitliche 1:1 gelang Martin Stranzl (39.), der nach der Pause allerdings umstrittenerweise nach einer angeblichen Notbremse gegen Ivo Ilicevic die Rote Karte sah (53.). "Für mich war es keine Rote Karte, weil ich ihn nicht berühre", sagte Stranzl.

Der Österreicher räumte aber auch ein, sich bei seinem Treffer aufgestützt zu haben.

Westermann legt van der Vaart auf

"Wer den Meister schlägt, kann jeden schlagen", hatte van der Vaart vor der Partie ausgegeben. Entsprechend selbstbewusst traten die Norddeutschen vor den 46.233 Zuschauern im Borussia-Park auf.

Die Gäste spielten von Beginn an munter mit, störten früh und zwangen die Gladbacher zu langen Bällen. Ihr gefürchtetes Kombinationsspiel konnte die Borussia nur selten aufziehen.

Die mit drei Niederlagen in die Saison gestarteten Hamburger waren besonders vor der Pause feldüberlegen.

Mit großem Einsatz und Teamgeist bot der HSV den Gladbachern die Stirn, profitierte aber auch von zahlreichen Nachlässigkeiten der Borussia im Spielaufbau.

Logische Folge war das 1:0: Westermann verlängerte einen langen Ball von Torhüter Rene Adler mit dem Kopf, van der Vaart traf mit einem wuchtigen Linksschuss hoch ins lange Eck.

HSV das bessere Team

Mit der Führung im Rücken blieb der HSV die bessere Mannschaft, die Borussia kam kaum noch zum Zug.

Wie aus dem Nichts fiel der Ausgleich: Nach einem Eckball von Havard Nordtveit köpfte Stranzl zu seinem ersten Saisontor ein.

Noch vor dem Halbzeitpfiff brachte Rudnevs den HSV nach Vorarbeit des starken Milan Badelj allerdings ebenfalls per Kopf wieder in Führung.

Herrmann muss raus

Auch nach der Pause ließ der HSV gegen biedere Borussen nicht locker, vergab aber die große Chance zum dritten Tor:

Van der Vaart traf bei einem Foulelfmeter nur den linken Pfosten.

Wenig später verlor die Borussia zudem Patrick Herrmann, der nach einem Zweikampf mit dem Ex-Gladbacher Marcell Jansen verletzt ausscheiden musste.

Erstes Bundesliga-Tor für Dominguez

In Unterzahl sah die Borussia schon wie der Verlierer aus, blieb ohne Ideen und Konzept.

Chancen sprangen gegen die defensiv gut stehenden Hamburger in der Schlussphase kaum noch heraus.

Bis Domiguez in der Nachspielzeit zuschlug.

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