Philipp Lahm stand mit dem FCB 2010 und 2012 im Champions-League-Finale © getty

FCB-Kapitän Philipp Lahm spricht im SPORT1-Interview über den Sieg gegen Wolfsburg, den FCB-Höhenflug und Mandzukics Stärken.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München - Philipp Lahm nahm kurz den Kopf hoch, dann flitzte der Bayern-Kapitän im Express-Tempo über die rechte Außenbahn.

Seine Flanke aus vollem Lauf landete perfekt bei Mario Mandzukic, der den Endstand zum 3:0 gegen den VfL Wolfsburg erzielte. (Nachbericht)

Für Lahm war es der perfekte Abschluss eines starken Bayern-Spiels, der Rekordmeister beeindruckte wie in den Begegnungen zuvor mit einem sehr gut organisierten System 616718 (DIASHOW: Der 5. Spieltag) .

Zudem kassierte der FCB in bislang fünf Liga-Spielen nur zwei Gegentreffer, was Defensivspezialist Lahm besonders zusagt.

Im SPORT1-Interview spricht der Nationalspieler über den Münchner Höhenflug, die Stimmung rund um das Team und die Aussicht auf den Startrekord (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1: Herr Lahm, der FCB hat souverän Wolfsburg geschlagen, fast keine Torchance zugelassen. Warum lief es so glatt?

Lahm: Wir haben konzentriert Fußball gespielt und konsequent in der Defensive gearbeitet. Und wenn wir mal 1:0 in Führung gehen, ist es natürlich schwer, gegen uns zu spielen.

SPORT1: Die Mannschaft wirkt bereits sehr gut eingespielt, dabei hatte Bayern in anderen Jahren nach Turnieren zu Beginn Schwierigkeiten. Wie erklären Sie sich das?

Lahm: Wir hatten diesmal eine andere Vorbereitung als in den Jahren, in denen Turniere waren. Wir hatten einen Tick länger Urlaub, aber was wichtiger ist: Wir hatten alle eine ganz normale Vorbereitung, das tut den Spielern einfach gut.

SPORT1: Bayern hat fünf Siege in Serie eingefahren. Denken Sie, der FCB kann auch den Startrekord von sieben Siegen in Folge brechen?

Lahm: Mit Sicherheit können wir es, jetzt haben wir aber erstmal ein schweres Auswärtsspiel in Bremen. Da müssen wir wieder konzentriert Fußball spielen. Dass wir die Möglichkeit haben, auch in Bremen zu gewinnen, ist klar.

SPORT1: Wissen Sie aus dem Stand, wer 1995/1996 Deutscher Meister wurde, nachdem Bayern mit sieben Siegen gestartet war?

Lahm: Nein.

SPORT1: Borussia Dortmund mit dem heutigen Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer.

Lahm: Dann ist das ja ein gutes Omen für ihn. Wir beschäftigen uns aber nicht mit irgendwelchen Statistiken, wir stehen ganz oben. Da wollen wir nicht mehr weg.

SPORT1: Der Vorsprung auf Dortmund beträgt sieben Punkte. Ein enormes Pfund, oder?

Lahm: Im letzten Jahr waren es sogar zwischenzeitlich acht Punkte und wir haben alles wieder hergeschenkt, das darf uns in dieser Saison nicht passieren. Wir sind gewarnt und so müssen wir jedes Spiel wieder konzentriert angehen.

SPORT1: Müssen Sie als Kapitän die Mannschaft vor zu viel Euphorie warnen?

Lahm: 90 Prozent der Mannschaft waren letztes Jahr auch dabei, sie wissen, dass man mit so einem Vorsprung so früh in der Saison nicht so viel anfangen kann.

SPORT1: Sie haben das 3:0 vorbereitet, Mario Mandzukic hat per Kopf vollendet. Was macht seine Stärke aus - auch im Zusammenspiel mit dem Team?

Lahm: Er ist einer, der den Ball sehr gut verteidigt, der um den Ball kämpft und auch defensiv mitarbeitet. Er hat zudem eine enorme Kopfballstärke, da ist er bärenstark.

SPORT1: Xherdan Shaqiri hat eine gute Partie gemacht, das 2:0 eingeleitet. Welche Bedeutung hat ein Spieler wie er für das Team angesichts des permanenten Drei-Tage-Rhythmus in den kommenden Wochen?

Lahm: Er ist ein kreativer Spieler, hat eine sehr gute Technik, ist sehr beweglich und hat einen guten linken Fuß. Das hat man gegen Wolfsburg gesehen, er bringt offensiv viel ein, das tut uns sehr gut.

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